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Wollt auch ihr weggehen?

 

Die Frage ist offen:

„Wollt auch ihr weggehen?“

Und der Ausgang auch.

Die Frage setzt Freiheit

voraus. Die Freiheit, sich

als Mensch entscheiden

zu können.

 

Petrus hat sich entschieden:

„Herr, zu wem sollen wir

gehen? Du hast Worte des

ewigen Lebens.“

 

Auch die Worte Josuas

setzen die Freiheit der

Entscheidung des Menschen

voraus:

 

„Wenn es euch nicht gefällt,

dem Herr zu dienen, dann entscheidet

euch heute, wem ihr dienen wollt.

Ich aber und mein Haus, wir

wollen dem Herrn dienen.“

 

Es gibt viele, die sagen:

Ich brauche keinen Gott.

Ich bin schon lange vom Glauben

abgefallen. Jesus und Gott sind

ganz weit weg von meinem Leben,

ganz egal, was auf Dokumenten oder

Urkunden steht.

 

Es gehört zur Freiheit

des Menschen, dass er sich

für oder gegen Gott entscheiden

kann – oder ihn schlicht ignoriert.

Niemand muss glauben.

 

Wie frei aber sind der menschliche

Wille und das menschliche

Handeln wirklich?

 

Die Philosophie sagt:

Der Mensch ist frei.

Er kann sich frei entfalten.

Er kann sich entscheiden

für der Leben oder den Tod.

 

Die Psychologie sieht dagegen

die menschliche Freiheit sehr

eingeschränkt. Sie sagt:

Freiheit ist sehr oft eine

Illusion. Wir meinen nur,

dass wir uns frei entscheiden

könnten.

 

In Wirklichkeit wiederholen

wir alte Lebensmuster, die

wir von den Eltern oder den

Großeltern übernommen

haben.

 

Die Hirnforschung hat

unseren Begriff von Freiheit

nochmals in Frage gestellt:

Sie beobachtet, wie Entscheidungen

im menschlichen Gehirn ablaufen.

Welche Instrumente während

der Entscheidungsfindung

im Gehirn genutzt werden.

Jedoch kann sie kein

letzte Urteil über die

Freiheit des Menschen

treffen.

 

Natürlich sind wir geprägt

durch unsere persönliche

Lebensgeschichte, durch unsere

Gene, durch unsere Gehirnstruktur.

Dennoch dürfen wir sagen:

Es gibt eine letzte Freiheit

für den Menschen.

 

Wir können uns für das

Leben oder gegen es entscheiden.

Wir können uns für das Bleiben

oder das Gehen entscheiden.

Wir können uns auch für

oder gegen Gott entscheiden.

 

Es liegt an uns, ja zu sagen

zu diesem Tag oder aber zu jammern,

dass wir das oder jenes tun müssen

und in unserer Freiheit eingeschränkt sind.

 

Wir haben keine absolute Freiheit,

aber eine relative. Und in dieser

Freiheit entscheiden wir

über uns selbst.

 

Entscheidungen

 

An der Gablung meines Weges

angekommen, blättere ich

erinnerungstrunken

in den Geschichten meines Lebens,

verfolgt von Gedanken an eine

ungewisse Zukunft.

 

Realität schmerzt.

Liebe verhungert.

Gefühle leiden.

Angst lähmt.

Unsicherheit behindert.

 

Feige werfe ich meinen Stolz weg,

bette meine Träume in den Winterschlaf

und flüchte zurück in die Kapitel,

deren Ende ich schon kenne.

 

Eva Freiwald

 

Das tut das Volk Israel.

Es flüchtet sich zurück

in die Kapitel, deren Ende

es kennt. Und kommt dadurch

zu seiner Entscheidung.

 

„Das sei uns fern,

dass wir den Herrn verlassen

und anderen Göttern dienen.

Denn der Herr, unser Gott

war es, der uns und unsere

Väter aus dem Sklavenhaus

Ägypten herausgeführt hat

und der vor unseren Augen all

die großen Wunder getan hat.

Er hat uns beschützt auf dem

ganzen Weg, den wir gegangen

sind, und unter allen Völkern,

durch deren Gebiet wir

gezogen sind.“

 

Welche Kapitel Ihres

ganz eigenen Lebens lassen

Sie heute Ihre Entscheidung

für Gott und den christlichen

Glauben treffen?

 

Lassen Sie bleiben und

nicht weggehen?

Lassen Sie vertrauen und

nicht verzweifeln?

Lassen Sie aushalten und

nicht resignieren?

 

Die stoische Philosophie

der Antike betont:

Es gibt eine Freiheit auch

in dem, was uns vorgegeben ist.

Wir können uns die Krankheit

oder das Altern nicht aussuchen.

Aber wie wir dazu stehen,

das liegt in unserer Freiheit.

 

Die letzte Freiheit besteht

darin, das, was uns vorgegeben ist,

innerlich zu bejahen und uns darin

für den zu entscheiden, von dem

wir unser Leben annehmen.

 

„Herr, wohin sollen wir gehen?

Du hast Worte des ewigen Lebens.“

 

Die Bibel sieht die Freiheit

des Menschen nochmals anders.

Freiheit besteht für Paulus

in der befreienden Erfahrung,

der er in der Begegnung

mit Christus macht.

 

„Zur Freiheit hat uns

Christus befreit!“ ruft

er den Galatern zu.

 

Wer in Gott seinen Halt hat

und seinen Grund findet,

der ist frei von jeglicher

Macht, frei auch von

der Macht der Menschen.

Der richtet seinen Willen

nicht nach der Erwartung der

anderen und ihrer Maßstäbe.

 

Diese Erfahrung ist letztlich

die tiefste Erfahrung von Freiheit.

Denn ich stehe nicht mehr unter

der Herrschaft von Menschen, die

zwar äußerlich über mich herrschen

können, aber niemals über

mein wahres Selbst.

 

Das ist Freisein, von dem

sich auch der Sinn menschlichen

Lebens neu bestimmt.

In diesem Sinn haben sie viele

Widerstandskämpfer in der

Zeit des Nationalsozialismus

erfahren. Menschen wie

Bonhoeffer, Delp, Kolbe,

Stein und viele namenlose

mehr.

 

Die Frage ist offen:

„Wollt auch ihr weggehen?“

Und der Ausgang auch.

Die Frage setzt Freiheit

voraus. Die Freiheit, sich

als Mensch entscheiden

zu können.

 

Für ein Leben mit Gott

oder für ein Leben ohne ihn.

 

Die 15-jährige Edith Stein

gerät in eine Glaubenskrise.

Sie ist zu gradlinig, als dass

sie einfach weitermachen könnte

wie bisher. Sie schreibt:

 

„Hier habe ich mir das

Beten ganz bewusst und aus

freiem Entschluss abgewöhnt.“

 

Aber ist sie damit vom Gott

ihres Lebens weggegangen –

oder ist sie gerade so bei sich

und Gott geblieben?

Ihr Herz verbleibt in der Suche

nach Gott: „Meine Sehnsucht

nach Wahrheit war ein einziges

Gebet.“

 

„Wollt auch ihr weggehen?“

 

Wann immer uns diese

Frage auch beschäftigen sollte,

sei es in der Beziehung zu einem

anderen Menschen,

in der Beziehung zur Kirche.

in der Beziehung zum Glauben.

in der Beziehung zu Gott,

wünsche ich uns, dass wir unseren

Stolz hinter uns lassen und uns

in die Kapitel der Geschichte

Gottes mit unserem Leben

und unseres Glaubens

an ihn flüchten, deren

gutes Ende wir schon

kennen.

 

Möglichweise stimmen wir

dann dem Jünger Jesu, Petrus,

oder gar diesen Zeilen zu:

 

Herr, du bist mein Leben,

Herr, du bist mein Weg.

Du bist meine Wahrheit,

die mich leben lässt.

Du rufst mich beim Namen,

sprichst zu mir dein Wort

und ich gehe deinen Weg.

Du, Herr, gibst mir den Sinn.

 

Die Freiheit hierzu

wünsche ich uns allen.

 

Gott segne uns mit Worten,

die in uns Hoffnung wecken.

Er segne uns mit Worten,

die uns neue Wirklichkeiten

eröffnen.

Er segne uns mit Worten,

auf die wir uns verlassen

können.

Er segne uns mit dem

Wort des ewigen Lebens

und einer Freiheit, die

in ihm ihre Erfüllung

findet. 

 

www.Synodalerweg.de

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

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