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Zweifel

2. Ostersonntag

Es gibt Sätze, die sprechen mich ganz

unvermittelt an. Worte, die mich tief

in meinem Inneren bewegen. Gedanken,

die sich in meinem Leben einfach Raum

nehmen und sich niederlassen

wollen, ob ich es selber will

oder nicht.

 

Ein solcher Gedanke lautet:

„Unser Zweifel ist der Raum,

in dem Gott an uns glaubt.“

Dieser Satz hat es wahrlich

in sich: Uns, unseren ganz

eigenen Zweifel und auch

Gott.

 

„Unser Zweifel ist der Raum,

in dem Gott an uns glaubt.“

 

„Von Zweifeln ist mein Leben

übermannt, mein Unvermögen

hält mich ganz gefangen.

Hast du mit Namen mich in

deine Hand, in dein Erbarmen

fest mich eingeschrieben?“

Nimmst du mich auf in dein

gelobtes Land? Werd´ ich dich

noch mit neuen Augen sehen?“

 

Huub Oosterhuis spricht einen ganz

eigenen Zweifel in diesem Liedtext

an: Es ist der Zweifel an Gottes

Verlässlichkeit, an seiner Nähe

und Gegenwart; der Zweifel daran,

ob sein Wort tatsächlich hält,

was es verspricht. Ob er

der Gott des Lebens ist.

 

Kennst du mich, Gott, wirklich

bei meinem Namen?

Bin ich dir vertraut?

Darf ich mit deinem

Entgegenkommen, Gott,

rechnen, damit, dass du mir dein

Erbarmen schenkst, mir meine

Schuld und mein Versagen

vergibst?

 

Wirst du mir neues Leben

schenken, Gott, und mir die Gnade

zuteil werden lassen,

dich so zu sehen,

wie du bist und auch

mich in meinem wahren

Wesenskern zu erkennen,

zu begreifen, wer ich

vor dir sein soll?

 

Jeder Mensch kennt

seine Zweifel. Nicht immer

betreffen sie die Beziehung

zwischen Gott und dem

Menschen.

 

Ob mich meine Frau wirklich

liebt? Ob ich mich auf den

Freund tatsächlich verlassen kann?

Ob ich das, was mir an

Prüfungen und Herausforderungen

aufgegeben ist, wirklich schaffe?

Ob ich durchhalte, aushalte,

die Kraft zu diesem oder jenem

finde?

Ob ich unbeschadet aus

der augenblicklichen Krise,

die die Welt und unsere Gesellschaft

im Augenblick so sehr gefangenhält,

wieder herausfinde,

ganz persönlich, mit den Menschen,

die mir lieb und teuer sind,

beruflich?

 

„Unser Zweifel ist der Raum,

in dem Gott an uns glaubt.“

 

Zweifel dürfen sein.

Zweifel müssen sein,

wenn ich Klarheit und

Gewissheit gewinnen möchte.

Auch Gott gesteht uns

unsere Zweifel zu.

 

Mehr noch:

Gott kann unseren Zweifel

dazu verwenden, dass wir die Beziehung

zu ihm auf ein neues Fundament

stellen, dass wir uns seiner

gewisser werden können.

 

Der Zweifel des Thomas

wurde ihm zum Segen. Ihm war es

geschenkt, Christus zu berühren,

ihn anzufassen und so über

seinen Zweifel hinauszuwachsen:

„Mein Herr und mein Gott.“

 

Wir brauchen uns ob

unseres Zweifels nicht

zu schämen. Auch wenn wir

zweifeln und nicht glauben

können, Gott glaubt an

uns.

 

Dass ein anderer an mich

glaubt, das ist ganz entscheidend.

Dass ein anderer Mensch Vertrauen

in mich setzt, stärkt das Selbstbewusstsein.

Damit ein Mensch sich zu einer

gesunden und psychisch ausgeglichen

Persönlichkeit heran entwickeln

kann, braucht es den Glauben

an ihn: den Glauben seiner

Eltern, den Glauben seiner

Lehrer und Erzieher,

den Glauben ihn

begleitender und liebender

Menschen.

 

Vor allen aber ist es

Gott, der an mich glaubt.

Das ist entscheidend in

meinem Leben. Ob ich nun

selber glauben kann oder

ob mein Zweifel vieles

in Frage stellen will.

 

Ja, Gott kennt mich bei

meinem Namen.

Ja, Gott schenkt mir sein

Erbarmen.

Ja, Gott lässt mich schauen,

was er mit meinem Leben

gemeint hat. Er schenkt

mir dieses Leben.

 

Daran zu zweifeln, einmal

mehr und einmal weniger,

ist nicht verwerflich.

Daran zu zweifeln,

dass Gott an mich glaubt,

kann dagegen ein ganzes

Leben infrage stellen

und seines Sinns

berauben.

 

„Unser Zweifel ist der Raum,

in dem Gott an uns glaubt.“

 

Schenken wir Gott diesen

Raum, damit der Zweifel

uns nicht übermannt, vielmehr,

dass wir Trost finden

und inneren Frieden.

Ja, dass wir wie Thomas

bekennen können:

Mein Herr und Gott.

Selig wären wir.

 

 

 

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