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Zünd Lichter an!

5. Sonntag A

Ich stelle mir die Szene

vor und begebe mich mitten

unter die Menschen, die

sich um Jesus versammelt

haben.

 

Ich sehe ihn und ich

sehe die vielen Leute,

die zu ihm gekommen sind

mit ihren unterschiedlichen

Bedürfnissen, Erwartungen

und Anliegen.

 

Auch die Menschen, die

Jesus kurz zuvor in seine

Nachfolge gerufen hat,

sehe ich, die Jünger.

 

Sie alle sitzen beieinander.

Sie blicken auf Jesus und

hören seine Worte.

Es ist still und leise.

Nichts von dem,

was er zu sagen

hat, will man

überhören.

 

Schließlich geht

es um Wesentliches.

Es geht um Gott.

Es geht um den Menschen.

Es geht um das Leben.

Und immer wieder

auch um mich selbst.

 

In diesem Umfeld

höre ich seine Worte:

 

„Ihr seid das Salz

der Erde! Ihr seid das

Licht der Welt!“

Sein Wort trifft mich

unmittelbar und

ich frage zurück:

„Wer - ich?“

Und er antwortet mir:

„Ja, auch Du.“

 

Ich erschrecke

und bekomme

es zunächst mit der

Angst zu tun.

 

Salz der Erde zu sein

und Licht für so viele.

Das ist unmöglich.

Das übersteigt meine

Ressourcen,

meine Fähigkeiten,

meine Kraft.

Nein, das geht nicht.

Das geht überhaupt

nicht. Ich fühle mich

überfordert. Maßlos.

 

Was lösen die Worte

Jesu in Ihnen selbst aus?

Sprechen Sie sie einmal

leise nur für sich nach.

Jetzt oder auch in

einer stillen Minute:

 

„Ich bin das Salz

der Erde! Ich bin das

Licht der Welt.“

 

Wie geht es Ihnen

damit? Kommen diese

Worte bei Ihnen an?

Und wenn ja, wie?

Lösen diese Worte in

Ihnen etwas aus?

Und wenn ja, was?

 

Und dann blicke

ich wieder um mich.

Ich stelle fest. Ich bin

nicht allein. Das Wort

Jesu richtet sich nicht

nur an mich, sondern

an die vielen anderen

um mich herum.

Ja, auch an jeden

und jede einzelne

von Ihnen.

 

„Salz und Licht –

Schlüsselworte

für ein Leben als Christ.

Damit alle auf den

Geschmack kommen,

dürfen wir nicht fad

sein – die Botschaft

soll Appetit machen,

damit allen ein Licht

aufgeht wie schön

die Welt ist, wie groß

Gott ist, wie hell ihr

Leben werden kann

in der göttlichen Liebe.

 

Salz und Licht –

Jesu Appell an mich:

Misch dich ein.

Zünd Lichter an.“

 

                        Rica E. Friedberg

 

Die Finsternis, in der

sich die Kirche heute befindet

ist tief und die Dunkelheit

groß. Schwere Schatten

haben sich über sie

gelegt.

 

Sie steht vor

Herausforderungen

im Inneren. Da gibt

es Themen, die keinen

längeren Aufschub dulden.

Der Synodale Weg, dessen

erste Versammlung und

inhaltliche Arbeit in der

vorletzten Woche

in Frankfurt begonnen

hat, benennt sie ohne

Umschweife:

 

Es geht um die Aufarbeitung

von Fällen von sexuellem

Missbrauch in der Kirche

und um den Missbrauch von

Macht.

 

Es geht um die Lebensform

der Bischöfe und der Priester.

 

Es geht um die Sexualmoral

der Kirche, die entscheidende

Erkenntnisse aus Theologie und

Humanwissenschaften noch

nicht aufgenommen hat.

 

Und schließlich geht es um

Frauen in Diensten und Ämtern

der Kirche.

 

Und: Die Kirche steht

vor äußeren Herausforderungen.

Sie leidet unter dem

Verlust an Glaubwürdigkeit

und unter der zunehmenden

Gleichgültigkeit von Menschen

ihr gegenüber.

 

Viele wollen sie in ihrem

Verhalten und in dem,

was sie Menschen sagt,

nicht mehr ernstnehmen.

 

Viele haben genug von

Kirche, winken ab und kehren

ihr den Rücken zu.

Zu tief sitzen

die Verletzungen.

Zu groß sind die

Enttäuschungen.

 

Durch all das leidet

Wesentliches:

Die Botschaft, für

die Kirche einstehen soll.

Das Evangelium Christi.

 

In dieser Situation

trifft mich das Wort

Jesu noch einmal

in einer ganz anderen

Dimension, Art

und Weise.

 

„Du bist das Salz

der Erde! Du bist das

Licht der Welt!“

 

Ich spüre meine

Hilflosigkeit und meine

Ohnmacht in dem großen

Ganzen und stoße damit

ein weiteres Mal auf

meine Grenzen.

 

Ich bin versucht, mich

in meine eigene, kleine

Glaubenswelt zurückzuziehen,

so wie es mittlerweile

viele Einzelne,

Verantwortliche und

Gemeinden tun.

 

Aus Frustration.

Aus Enttäuschung.

Aus Resignation.

Aus Hilflosigkeit.

Aus Wut.

 

Sie retten, was noch

zu retten ist. Halten sich

verkrampft an dem fest,

was schon lange nicht

mehr trägt. Hängen

vergangenen Zeiten

nach und damit einem

Bild von Kirche, das

schon lange nicht

mehr in die Zeit

passt.

 

Jesus fragt:

„Was passiert mit dem

Salz, wenn es seinen

Geschmack verloren

hat?“

Jesus sagt:

„Es wird

weggeworfen.“

 

Die Kirche in unserem

Land und in unser Gesellschaft

hat an Geschmack verloren.

Was von ihr geblieben ist, scheint

vielmehr für viele einen

recht bitteren Beigeschmack

zu besitzen.

 

Das tut weh.

Das schmerzt.

Das macht traurig.

Das ist so.

 

Was heißt es, in dieser

Zeit und Situation „Salz der

Erde“ und „Licht der Welt

zu sein?“

 

Jesus fragt:

„Womit kann man das

Salz wieder salzig

machen?“

 

Ich frage Sie:

„Womit kann man die

Kirche wieder salzig

machen?“

Womit kann man

unsere Gemeinden

wieder salzig machen?

Was lässt uns wieder

zum Licht der Welt

werden?“

 

Diese Fragen sind

grundsätzlicher Natur.

Sie zielen aufs Ganze

und lenken den Blick

auf die Wurzeln des

Glaubens.

 

Sie machen einen

Standortwechsel notwendig.

Eine neue Form von

Glaubensleben, Gemeinden

und deren Leitung.

Ein entschiedeneres Auftreten

und Eintreten von Christen.

Eine eindeutige lebensbejahende

Positionierung in den Fragen,

die die Menschen betreffen.

Einen neuen Bezug

zu Christus selbst.

Sie erfordern

Glaubwürdigkeit.

 

Ich halte inne.

Zu verlockend ist es,

mich wieder zu den anderen

zu setzen und Jesus einfach

nur zuzuhören.

 

Doch da gibt es etwas,

das mich in meinem Inneren

unruhig sein lässt. Einfach

nicht zur Ruhe kommen

lassen will:

 

Damit Kirche wieder an

Geschmack gewinnt,

darf ich nicht fad

sein.

 

Salz und Licht –

Jesu Appell an mich:

Misch dich ein.

Zünd Lichter an.

 

Sind Sie dabei?

 

 

 

www.Synodalerweg.de

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

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