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Vom Hoffen in dunklen Zeiten

Zum Diaspora-Sonntag

 

Bleiben wir auch nach

dem Hören des heutigen Evangeliums

weiterhin beim Thema „Hoffnung“.

 

1. Hoffnung zu tragen ist etwas

sehr Aktives. In der Hoffnung steckt

Kraft, mit dem noch so schweren

auf der Schulter, den Weg des Lebens

dennoch bewältigen zu können.

 

Was liegt im Augenblick schwer

auf Ihren Schultern? Was drückt Sie

nieder, hält Sie gefangen, zieht Sie

in Mitleidenschaft?

 

2. In der Hoffnung liegt der Treibstoff

zum Aufbruch. Der Aufbruch zu Neuem,

Unbekannten. Manchmal braucht es

Menschen, die einem zeigen, dass es

sich zu hoffen lohnt, um aufbrechen zu können.

 

Wie Abraham, der im hohen Alter von Gott den Auftrag und die Verheißung erhielt, aufzubrechen und Vater eines großen Volkes

zu werden.

Selber zum Träger der Hoffnung zu werden,

Hoffnungsträger zu sein, ist ein lebenslanger

Prozess. Er beginnt mit dem ersten Schrei

des Neugeborenen und endet in der Hoffnung

des letzten Atemzuges, dass der Tod

keinen Sieg davonträgt.

 

Welche Hoffnung trägt Sie im Augenblick?

Wer sind die Menschen, die Ihnen neue

Hoffnung machen? Was hilft Ihnen, die

Hoffnung zu bewahren und nicht

aufzugeben? Was sind die Momente

in Ihrem Leben, Begegnungen und

Augenblicke, die in Ihnen die

Hoffnung neu wecken?

 

3. Die Hoffnung findet sich nicht damit

ab, wie sie ist. Sie malt auch nicht –

wie der Optimismus – die Illusion, dass

schon alles gut gehen wird.

Sie führt auch nicht in die Starre und

die Verzweiflung, wie es der Pessimismus

tun würde. Die Hoffnung beschönigt nicht.

Sie lähmt nicht. Sie gibt die Kraft,

unerträgliche Situationen

durchzustehen.

 

Es gibt Momente, an denen ist

die Hoffnung am Nullpunkt

angekommen. Das sind die

Momente, in denen wir von allem

erschöpft und allem überdrüssig

sind, wie Elija unter jenem Strauch

in der Wüste.

 

Aber gerade dann kommt Gott

in Gestalt einer Aufforderung:

Steh auf, du hast noch einen

weiten Weg vor dir!

 

Und wenn wir des Geschenks

der Hoffnung bedürfen, dann bekommen

wir sie als Brot für den Weg.

 

Wenn Gott Ihnen in dieser Krisenzeit

oder in Ihrer ganz persönlichen Krisenzeit

etwas zu sagen hätte, was wäre dies?

Welches göttliche Wort würde in

ihnen wieder Kraft, Mut und Hoffnung

schenken?

 

 

Rainer Maria Rilke schreibt:

 

Man muss Geduld haben

mit dem Ungelösten im Herzen

und versuchen, die Fragen selber

lieb zu haben,

wie verschlossene Stuben

und wie Bücher, die in einer

sehr fremden Sprache geschrieben

sind.

 

Es handelt sich darum,

alles zu leben. Wenn man die

Fragen lebt, lebt man vielleicht

allmählich, ohne es zu merken,

eines fremden Tages

in die Antworten hinein.

 

Weiterleben mit dem,

was das eigenen Leben so schwer

macht. Nicht nur irgendwie, bis es

überstanden ist, sondern richtig,

als echtes Leben.

 

Wer so zu leben und zu lieben

versucht, der hofft.

Der klammert sich nicht an

eine bessere Vergangenheit.

Der verzweifelt auch nicht an

der Gegenwart oder lebt einfach

so vor sich hin.

Der rechnet vielmehr

mit Zukunft.

Der lebt, vielleicht

noch unbemerkt, von einer

Hoffnung, die größer ist

als er selbst.

 

Also:

 

Steh auf, der du enttäuscht bist.

Steh auf, der du keine Hoffnung mehr hast.

Steh auf, der du an die Eintönigkeit gewöhnt bist

und nicht mehr glaubst, dass man Neues schaffen kann.

Steh auf, denn Gott ist dran, alle Dinge neu

zu schaffen.

Steh auf, der du dich an die Gaben Gottes

gewöhnt hast.

Steht auf, der du die Fähigkeit zum Staunen

verlernt hast.

Steh auf, der du das Vertrauen verloren hast,

Gott „Vater“ zu nennen.

Steh auf, und beginne, wieder voller Bewunderung für die Güte Gottes zu sein.

Steh auf, der du leidest.

Steh auf, dem es scheint, dass das Leben

dir viel verweigert hat.

Steh auf, wenn du dich ausgeschlossen, verlassen, beiseitegeschoben fühlst.

Steh auf, denn Christus hat dir seine Liebe gezeigt und hält für dich die Verwirklichung

einer unverhofften Möglichkeit bereit.

Steh auf!

Steh auf und Geh!

Sei Hoffnungsträger!

 

 

www.Synodalerweg.de

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

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