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"Tausendmal ist nix passiert!"

2. Sonntag nach Weihnachten

 

„Tausendmal berührt –

tausendmal ist nix passiert.“

 

Vielen unter uns ist dieser

Schlager nicht unbekannt.

Klaus Lage wurde mit diesem

Lied populär.

 

„Tausendmal berührt –

tausendmal ist nix passiert.“

Warum eigentlich nicht?

 

Es gibt Berührungen,

die sind nur äußerlich.

Sie lassen den Menschen

jedoch im Herzen kalt.

 

Ich stehe in der Seilbahn und

werde von allen Seiten gedrückt,

so werde ich zwar berührt, aber

diese Berührung betrifft mich nicht in

meinem Inneren.

 

Manchmal wollen wir

einen anderen Menschen

berühren, jedoch wir erreichen

ihn nicht. Der andere hat sich

so abgeschottet, dass wir

ihm nicht nahekommen

können.

 

„Tausendmal berührt –

tausendmal ist nichts passiert.“

Im Evangelium hört sich

das so an:

 

„Das wahre Licht, das jeden

Menschen erleuchtet kam in die

Welt. Er war in der Welt und

die Welt ist durch ihn geworden,

aber die Welt erkannte ihn

nicht. Er kam in sein Eigentum,

aber die Seinen nahmen

ihn nicht auf.“

 

Hat Sie Weihnachten berührt?

Ging Ihnen Weihnachten unter

die Haut? Was hat sich mit

Weihnachten in Ihrem Leben

wesentlich verändert?

 

 

„Tausendmal berührt –

tausendmal ist nix passiert.“

Seit mehr als 2000 Jahren

feiern wir die Geburt Jesu.

Seit mehr als 2000 Jahren

sucht Gott den Kontakt

zu uns Menschen.

 

Doch der Mensch fürchtet

sich vor der Berührung

mit ihm: „Er kam in sein

Eigentum, aber die Seinen

nahmen ihn nicht auf.“

 

Menschen haben Angst vor

der Berührung. Schließlich

könnte ja etwas passieren.

Ja, eine Begegnung kann

herausfordern und verändern.

Auch die Begegnung mit Gott

will herausfordern und

verändern.

 

Da bleiben dann viele

doch lieber in ihrer Rüstung

und klappen das Visier herunter.

Sie schließen sich ein in ihrer

Festung und bleiben lieber

für sich. – Das macht einsam.

 

Menschsein dagegen ist

geprägt von Beziehung, von

Liebe und Berührung. Die Beziehung

zwischen Gott und Mensch

ist es auch.

 

Die paradiesische Berührbarkeit

von uns Menschen ist verloren

gegangen. Der Mensch versteckt

sich hinter Masken und Mauern,

die ihn einsam machen.

 

Leben aber finden wir nur

in Beziehung. Im Wechselspiel

von berühren und berührt werden.

Doch dazu müssen wir die Festung

zu einem offenen Haus umbauen:

Fenster und Türen müssen

in die Mauer gebrochen

werden.

 

Ein in sich verschlossener

Mensch hat wenig Zugang

zu anderen noch zu Gott.

Der Mystiker Johannes Tauler

sagt von einem solchen Menschen,

dass er sich dicke Häute übergezogen

habe, „so dick wie Ochsenstirne,

und die haben ihm seine

Innerlichkeit so verdeckt, dass

weder Gott noch er selbst

hinein kann … Wisset, etliche

Menschen mögen dreißig oder

vierzig Häute haben, dicke, grobe,

schwarze Häute, wie Bärenhäute.“

 

„Tausendmal berührt –

tausendmal ist nix passiert.“

 

Nur der verletzbare, der

berührbare Mensch kann von

Gott angesprochen werden.

Gott rechnet mit unserer

Verletzbarkeit. Er bleibt darauf

angewiesen, dass wir uns

von ihm berühren lassen.

 

In Jesus Christus ist er selbst

berührbar geworden. Verletzbar

in dem Kind in der Krippe.

Seine Verletzbarkeit trägt

sich durch bis zum Kreuz.

 

„Allen aber, die ihn aufnahmen,

gab er Macht, Kinder Gottes

zu werden,“ heißt es im

Evangelium weiter.

 

Jesus berührt und er

lässt sich berühren.

 

Er nimmt Kinder auf

seine Arme und sie haben

keine Angst vor ihm, denn

sie spüren, dass ihnen die

Liebe in Person zärtlich

geschenkt wird.

 

Jesus berührt Kranke

in einer Art und Weise,

dass sie ihm ihre Wunden

zeigen können und sie

im Licht seines Blickes

heil werden.

 

Er lässt sich berühren

von der Frau, die ihm die

Füße mit Tränen benetzt

und mit den Haaren

abtrocknet.

 

Jesus lässt sich küssen

und wird mit einem Kuss

verraten.

 

Seine Passion ist darum

so schmerzlich, weil er auch

am Kreuz nackt, schutzlos

und verletzbar ist.

 

Schließlich darf Thomas

die Wunden Jesu berühren

und dies berührt seinerseits

den Jünger so tief in seinem

Innern, dass sich sein Zweifel

in Glauben verwandelt.

 

Menschen haben Jesus

berührt und sich von ihm

berühren lassen – und es

ist etwas passiert.

 

„Tausendmal berührt –

tausendmal ist nix passiert.

Tausend und eine Nacht

und es hat Zoom gemacht.“

 

 

www.Synodalerweg.de

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

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