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 Sendung,                                       die aus Befreiung erwächst

11. Sonntag

Über die Hintergründe

lässt uns die heutige Lesung

nicht im Unklaren.

 

Gott selbst bezieht sich

zunächst auf die Gefangenschaft

seines Volkes im Land Ägypten.

Die Erfahrungen, die Israel

in damaliger Zeit gemacht

hatte, werden bis heute

dem jüdischen Volk

in Erinnerung gerufen.

 

Israel ist gefangenen

in einem Land, das nicht

sein Heimatland ist.

Dort wird es zunehmend

geknechtet und ausgebeutet.

Als Sklaven fristen die

Israeliten ihr Dasein.

 

Gott sieht die Not seines

Volkes. Er beauftragt

Mose, sein Volk in die

Freiheit zu führen,

heraus aus Ägypten,

dem Land der

Gefangenschaft.

 

Der Auszug gelingt.

Israel gelangt durch das

rote Meer. Die Ägypter werden

Opfer der Wellen und gehen

verloren.

 

Jetzt befindet Israel

in der Wüste, auf

dem Weg in das verheißene,

das gelobte Land.

 

Mose bekommt den

Auftrag, sein Volk an seine

Rettung zu erinnern.

An den Bund, den Gott

mit seinem Volk geschlossen

hat. An seine Erwählung,

Gottes eigenes Volk

zu sein. Zeugen eines

Gottes zu sein, der zu seinem

Wort steht und seinem

Volk treu bleibt.

 

Ägypten hat in den Herzen

des israelischen Volkes

seine Spuren hinterlassen.

 

Ägypten kann

für vieles stehen,

was Menschen heute

vom Leben abhält,

sie knechtet und knebelt,

gefangennimmt und unfrei

macht.

 

Was ist Ihr ganz

persönliches Ägypten?

Wo fühlen Sie sich

vom Leben wie abgeschnitten,

oder gefangengehalten?

Was knechtet Sie, knebelt

Sie? Macht Sie unfrei?

Drückt sie nieder?

 

Viele machen an der

augenblicklichen Situation,

in der sie sich mit vielen

anderen Menschen befinden,

ihr ganz persönliches

Ägypten fest.

 

Sie fühlen sich der

Normalität ihres Alltags

beraubt, trotz zunehmender

Lockerungen der Auflagen.

Trotz Freiheit, dennoch

unfrei; Eingeengt in ihren

Möglichkeiten.

 

Hinzu kommen für

viele Unsicherheit und

Angst, die Ungewissheit

vor dem, was noch

kommen wird. Die Sorge

um das eigene Leben

und das anderen auch.

 

Doch nicht nur die

augenblickliche Krise,

lässt viele möglicherweise

an ein ganz eigenes

Ägypten denken.

 

Viele Anlässe und Gründe

kann es geben, die es zuvor

auch schon gegeben hat,

und die Menschen in ähnlicher

Weise des Lebens berauben,

gefangenhalten,

niederdrücken,

belasten und nach

Befreiung rufen lassen.

 

Einsamkeit.

Krankheit.

Schuld und

Versagen.

 

Überhöhte Ansprüche an das

eigene Leben und das

der anderen auch.

 

Unruhe,

Streit und Auseinandersetzung.

 

Die Frage nach dem

Sinn des eigenen Lebens

überhaupt.

 

Depressionen.

Erfolglosigkeit und

Enttäuschungen.

 

Kriege.

Existenzängste.

Armut.

Fremdheit.

 

Und, und, und …

 

Was ist Ihr ganz

persönliches Ägypten?

Wo fühlen Sie sich

vom Leben wie abgeschnitten,

oder gefangengehalten?

Was knechtet Sie, knebelt

Sie? Macht Sie unfrei?

Drückt sie nieder?

 

Gott ruft Mose und

seinem Volk ins Gedächtnis,

dass er sich in ägyptischer

Zeit an die Seite seines

Volkes gestellt hat;

dass er es nicht im

Stich gelassen;

sich seiner erbarmt

hat und es auf weiten

Schwingen, Adlersflügeln

gleich, getragen und gerettet

hat. Heraus aus dem

Land der Sklaverei.

 

Habe ich bereits die Rettung

aus meinem ganz eigenen

Ägypten erfahren?

Wie sah diese Rettung aus?

Habe ich sie mit

Gott in Verbindung bringen

können?

 

Was hat Gott zur Rettung

an mir getan?

Wie verändert dies

mein Verhältnis

zu Gott, zum Leben,

zum Mitmenschen?

 

Was bedeutet sie

für meinen persönlichen

Glauben? Wie beeinflusst

die Erfahrung von Rettung

mein Vertrauen in Gott?

 

Und das zeichnet das Volk

Israel aus: Der Bund,

den Gott mit ihm

geschlossen hat und

es für Gott einmalig

sein lässt, einzig

unter allen anderen

Nationen und Völkern.

 

In dieser Rettung

steckt zugleich ein Auftrag.

Die Lesung spricht davon,

dass Israel Gott als ein

Königreich von Priestern

und als ein heiliges Volk

gehören soll.

 

Vorbild,

Beispiel,

Zeuge soll Israel

sein für Gottes unermessliche

Güte, dazu gesendet,

von seinem reichen Erbarmen

und seiner Treue zu

allen Menschen

zu sprechen.

 

Von Sendung spricht

auch das heutige Evangelium

und dass die Ernte groß sei,

es viele Menschen seien,

die darauf angewiesen

blieben, aus ihrem ganz

eigenen Ägypten

befreit zu werden.

 

Jesus setzt

zunächst die Sendung

seines Volkes Israel fort,

sendet dann

die benannten Jünger,

und schließlich Kirche

und Gemeinde heute dazu aus,

Gottes Reich zu verkünden,

Notleidenden nahe zu sein.

Einfach zu geben, was sie

selbst empfangen haben:

 

Liebe,

Zuneigung,

Erbarmen,

Güte,

Hilfe,

Vergebung,

Freude,

Zuversicht,

Hoffnung

in einem gehäuften Maß.

 

Das Zweite Vatikanische

Konzil spricht in diesem

Zusammenhang vom Priestertum

aller Gläubigen, dem allgemeinen

Priestertum, und hebt die

Bedeutung, die Wichtigkeit

eines jeden Getauften

hervor.

 

Wir alle sind und

bleiben von Jesus berufen

und gesendet zugleich.

 

Wie sich diese Sendung

ausdrücken kann,

darauf verweist

der folgende Gedanke:

 

Ihr seid gesendet,

um Menschen zu finden.

Fragt, wer sie sind

und was in ihnen lebt.

Fragt, was sie denken

und worunter sie leiden.

Fragt und liebt sie.

Seid nahe jedem,

der euch braucht.

Ihr seid gesendet,

um Gott im Menschen zu finden.

Habt keine Vorbehalte,

hegt keine Vorurteile.

Begründet Vertrauen und

Sicherheit, weil Gott uns

nahe ist.

Macht die Menschen

mit Gott vertraut.

Euer Leben sei

ein offenes Buch Gottes,

in dem alle lesen

können, wie Er zu

uns ist.

 

Es heißt, auch

in innerkirchlichen

und hoch offiziellen

Kreisen unserer

Kirche, dass sie sich

in den vergangenen

Wochen durch große

Zurückhaltung, Profillosigkeit

und Schweigsamkeit

ausgezeichnet

hätte.

 

Viele fragen ganz

konkret nach,

was Kirche bislang zur Krise

anderes beizutragen

gehabt hätte, als andere

Institutionen, Politiker

und Wissenschaftler.

 

Möglicherweise dient

die augenblickliche Krise

unserer Kirche dazu,

neu über ihre Sendung

und ihren Auftrag

in heutiger Zeit

nachzudenken.

 

Was natürlich nicht

ausschließt, dass wir uns selbst

wieder mehr unserer eigenen

Sendung als Christen in

dieser Welt und für die

Menschen bewusst

werden.

 

Beides wäre wichtig.

Beides wäre wünschenswert.

 

Gott segne Sie hierzu und lasse

Sie Ihre ganz eigene Sendung

zum Wohl der Menschen in

dieser Welt erkennen.

Er befreie sie aus Ihrem

persönlichen Ägypten

und mache Sie so zu einem

Zeugen für sein unwiderrufliche

Treue zu allen Menschen.

 

 

 

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Diese Ansprache ist auch auf YouTube zu sehen. Bitte geben Sie folgende Erkennung ein:

 

Thomas Diener, Pfarrer

 

 

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