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Liebe zieht weite Kreise

6. Ostersonntag

Kennt die Liebe

Bedingungen

und ist sie abhängig von

Voraussetzungen?

 

Die spontane Antwort

auf diese Frage lautet

wohl: Nein!

 

Liebe, die abhängig ist

von Bedingungen und

Voraussetzungen ist

keine Liebe. Eher

doch bloßes Kalkül und

eiskalte Berechnung.

 

Liebe ist immer

bedingungslos.

Sie macht sich nicht

an Voraussetzungen fest.

Sie ist da, einfach so.

Sie bleibt geschenkt.

Sie ist Gnade.

 

Gottes Liebe ist

geschenkt. Wir erfahren

sie nicht aufgrund von

irgendwelchen Leistungen,

oder weil wir ein besonders

fehlerfreies und anständiges

Leben führen würden.

Selbst in der größten

Schuld, in die ein Mensch

sich verstricken kann,

bleibt er bedingungslos

von Gott geliebt.

 

Das muss man erst

einmal begriffen haben.

Gott nimmt mich an,

trotzdem …

Gott liebt mich,

trotzdem …

 

Entgegen

meiner Vorbehalte,

meiner Zweifel,

und meiner Fehler,

meiner Unzulänglichkeiten,

meines Egoismus,

und meiner Schwächen,

meiner Lücken,

meiner Schuld,

und meiner Grenzen,

meiner Abwege,

meiner Irrwege

und Umwege,

meiner Endlichkeit.

 

Wer von uns wäre

dazu in der Lage?

 

Gott liebt bedingungslos.

Nicht nur darin bleibt

er Gott für uns.

 

Weiß ich mich so

von Gott geliebt?

Weiß ich mich derart

von Gott angenommen?

Weiß ich mich von

dieser Liebe gehalten und

getragen?

 

Möglicherweise stehe

ich mir selbst im Wege,

wenn es darum geht,

mich auf diese Liebe

Gottes zu mir und meinem

Leben zu verlassen und

auf sie zu bauen.

 

Möglicherweise bin ich

fest davon überzeugt,

dass ich es überhaupt

nicht wert bin, geliebt

zu werden?

 

Möglicherweise denke

ich selber so schlecht

über mich selbst, dass es

für mich einfach nicht

sein kann, dass ich

geliebt bin.

 

Mag sein.

Doch Gott liebt uns.

Einfach so.

Einfach wegen nichts.

Und mit allen Wunden,

mit aller Schuld, mit

allem Gelingen,

mit unseren Schatten

und den lichten Seiten.

So wie wir sind

und nicht als die,

die wir sein wollen,

sollen, in den Augen

der anderen sein

müssen.

 

Dem darf ich zustimmen.

Gott darf ich zustimmen.

Seiner Liebe zu mir.

 

Es gibt ein Lied

im alten Gotteslob, darin

heißt es:

 

„Sag ja, zu mir,

wenn alles nein sagt,

weil ich so vieles

falsch gemacht.“

 

Gott tut´s.

Er sagt ja.

Zu mir.

Zu dir.

Zu uns.

 

In der letzten Strophe

dieses Liedes heißt es

schließlich:

 

„Drum ist mein Leben

nicht vergeblich,

es kann für andere

Hilfe sein. Ich darf

mich meines Lebens

freuen und anderen

Grund zur Freude sein.“

 

Die Erfahrung von Liebe

sucht nach meiner Liebe.

Als ein von Gott geliebter

Mann, bin ich selbst dazu

eingeladen zu lieben.

 

Gott,

den anderen Menschen

neben mir, in ihm Gott und

auch mich selbst.

 

Die Liebe Gottes zu mir,

erlaubt es mir, auch mich

selbst zu lieben, zu mir

zu stehen, mich anzunehmen,

mir und meinem Leben

zuzustimmen.

 

Ja, Gottes Liebe erlaubt

es mir, mich einverstanden

zu sehen mit dem, der

ich bin.

 

Wir müssen nicht

Zeugen gegen uns selbst

sein. Vor allem nicht

vor Gott.

Es wäre eitel von uns,

die eigene Unzulänglichkeit

für größer und gewaltiger

zu halten als die Liebe,

mit der uns Gott

annimmt und liebt.

 

Zentrales Thema Jesu

ist und bleibt die Liebe.

Im heutigen Evangelium

heißt es aus seinem

Mund:

 

„Wer meine Gebote

hält, der ist es, der mich

liebt, wer aber mich

liebt, wird von meinem

Vater geliebt werden und

auch ich werde ihn lieben

und mich ihm offenbaren.“

 

Ich stolpere zunächst

über dieses Wort. Wie jetzt?

Ist die Liebe also doch

abhängig, abhängig davon,

dass ich die Gebote

befolge.

 

Also: Ohne das Einhalten

der Gebote Gottes, keine

Liebe Gottes?

 

Ich versuche Jesu Wort

zu verstehen, wenn es

denn überhaupt zu

verstehen ist.

 

Ich denke mir:

Allem vorweg geht

die Liebe Gottes.

„Er hat uns zuerst

geliebt“, sagt der

Johannesbrief.

 

Die Erfahrung dieser

Liebe setzte wiederum

Liebe frei bei dem,

der geliebt wird,

sollte es. Schließlich

gibt es auch Menschen,

die die Liebe nicht annehmen

und sich ihr gegenüber

nicht öffnen können.

 

Was ich damit meine,

spricht ein geistliches

Lied so an:

 

„Ins Wasser fällt ein Stein,

ganz heimlich, still und leise;

und ist er noch so klein,

er zieht doch weite Kreise.

Wo Gottes große Liebe in

einen Menschen fällt, da

wirkt sie fort in Tat

und Wort hinaus in unsere

Welt.

 

Nimm Gottes Liebe an.

Du brauchst dich nicht allein

zu mühn, denn seine Liebe kann

in deinem Leben Kreise ziehn.

Und füllt sie erst dein Leben,

gehst du hinaus, teilst Liebe

aus, denn Gott füllt dir

die Hand.“

 

Jesus sagt:

„Wie ich euch geliebt

habe, so sollt auch ihr

einander lieben.“

 

Das ist sein Gebot:

Einander zu lieben.

Jesu Gebot zu halten

bedeutet keine Bedingung

und Voraussetzung, dass

er uns lieben kann,

Jesu Gebot zu halten

ist die Konsequenz

seiner Liebe zu uns.

 

Wer Liebe wirklich

erfährt, der kann nichts

anderes tun als selbst

zu lieben, Liebe zu geben,

sie zu verschenken in

einem überreichen

Maß.

 

Oder wie es im

Lied heißt:

Anderen Grund zur

Freude sein.

 

Segen

 

Gott segne Sie mit der

Erfahrung seiner Liebe.

Er lasse sie diese Liebe

annehmen und aus ihr leben.

Er mache Sie frei von allen

Vorbehalten und fähig

auch ihn in Ihrem Nächsten

zu lieben.

 

 

Diese Ansprache ist auch auf YouTube zu sehen. Bitte geben Sie folgende Erkennung ein:

 

Thomas Diener, Pfarrer

 

www.Synodalerweg.de

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

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