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Leben in Fülle

4. Ostersonntag

Es bedeutet für mich

mehr als ein Zufall, dass

heute dieses

fast programmatische Wort

zu hören ist.

 

„Ich bin gekommen, damit

Sie das Leben haben und es

in Fülle haben.“

 

Genau darum geht

es Jesus von Anfang an:

Dass der Mensch Leben

erfahre, Leben in einer

noch nie dagewesenen

Einzigartigkeit und Fülle:

 

Heiles Leben.

Befreites Leben.

Versöhntes Leben.

Unverstelltes Leben.

Erlöstes Leben.

Leben in Fülle.

 

Es scheint, dass uns genau

dies in den zurückliegenden

Wochen verwehrt wurde – Leben -

durch die Pandemie, die

sich in der ganzen Welt

ausgebreitet und

versucht hat, das Leben

zu untergraben,

wichtige und wesentliche

Grundvollzüge

dieses Lebens in Frage

zu stellen.

 

Und auch jetzt noch

befinden wir uns

von der Normalität

des Alltags weit entfernt.

 

Die Art und Weise wie

wir dazu angehalten sind,

Gottesdienst zu feiern

und unseren Glauben

zu bekennen, lässt

keinen anderen Gedanken

zu:

 

Wir sind noch nicht

über dem Berg.

Auch wenn uns die

Ungeduld dies möglicherweise

glauben machen möchte,

es braucht noch Zeit bis

vieles wieder in guten

und vertrauten, möglicherweise

auch ganz anderen und neuen

Bahnen laufen kann.

 

Ja, die Ungeduld scheint

mir in dieser Zeit unser

größter Gegner zu sein.

Keinem ist es zu verdenken,

wenn er ungeduldig reagiert.

 

In den zurückliegenden

Wochen haben wir auf

sehr vieles verzichten

müssen. Doch nicht nur

das, ganze Existenzen

wurden in Frage gestellt

und manche sogar

vernichtet.

 

Die wirtschaftlichen Folgen

sind noch nicht zu ermessen.

Die seelischen Spuren, die

die Pandemie bei einzelnen

hinterlassen hat, ebenso

wenig.

 

In einer solchen Situation

trifft uns das Wort Jesu.

Es lädt uns ein, dem

Leben mehr zu vertrauen

als dem, was im Augenblick

möglicherweise unsere

Seele so sehr belastet

und vieles in Frage

stellen will.

 

„Ich bin gekommen, damit

Sie das Leben haben und es

in Fülle haben.“

 

Gab es Momente in

den vergangenen Wochen,

die uns dieses von Jesus

angesprochene Leben

verspüren haben lassen.

Zumindest ansatzweise?

 

Wehren wir diese Frage

nicht gleich ab. Schauen wir

ruhig einmal genauer

auf die zurückliegende

Zeit. –

 

Wo und in welchen

Momenten habe ich für mich

verspüren können, dass

ich von Gott gewollt

und geliebt und gehalten

bin?

 

Wo in allen

lebensfeindlichen

Augenblicken habe ich

etwas von der Zusage Jesu,

dass ich Leben haben soll,

erfahren?

 

Wo?

Wann?

Wie?

Durch wen?

 

Was mich persönlich

in den zurückliegenden

Wochen sehr berührt hat

war, wie mancherorts

Menschen, wohlbemerkt

in einem übertragenen Sinn,

zusammengerückt sind und

welche Fantasien und Ideen

sie entwickelt haben,

um sich gegenseitig

zu unterstützen,

zu helfen,

beizustehen und

Mut zu machen.

 

Da traten Solisten

auf den Balkon ihrer

Wohnung und

erfreuten die Nachbarn

mit musikalischen Einlagen.

Gesang und Schauspiel.

 

In Italien hingen an

den Fenstern Tücher aus

Leinen mit der Aufschrift:

„Andra tutto bene!“

Alles wird gut. So machte

man sich Mut.

 

Nachbarn erledigten

Einkäufe und boten

Hilfe an, insbesondere die älteren

Menschen hatten sie dabei

im Blick.

 

Familien versammelten

sich vor den Pflegeheimen,

winkten ihren Angehörigen

zu, zu denen ihnen der

Zugang verwehrt wurde.

 

Auch die modernen Medien

und Kommunikationswege

fanden reichen Zuspruch

und wurden auch für

die Übertragung von

Gottesdiensten

genutzt.

 

Natürlich will ich

für die anderen Momente

nicht blind sein, Momente,

die das Leben immer wieder

in Frage stellten:

 

Angst,

Unsicherheit,

Zweifel,

Krankheit,

Einsamkeit,

Egoismus.

 

Ich sehe Menschen,

die sich beim Einkaufen

um eine Packung

Toilettenpapier streiten.

Ich sehe junge wie alte

Menschen, die eine große

Unsicherheit ob all dem

überkommt, was sie in

diesen Wochen erleben

müssen.

Ich sehe einsame, kranke

und sterbende Menschen

in den Pflegeheimen

und auf den Intensivstationen

der Krankenhäuser.

Ich sehe Menschen, die

aus der Not anderer

Profit machen.

 

Und dennoch erlebe

ich immer wieder Momente,

in denen sich das Leben

Raum nimmt und durchbricht.

ansatzweise, wie es sich

Jesus wohl gedacht haben

mag:

 

Da sind die vielen Frauen

und Männer, die sich

aus Berufsgründen Übermaßen

für das Wohl der anderen

einsetzen, die einen unverzichtbaren

Beitrag zum Gemeinwohl

beitragen und dabei oftmals

die eigene Gesundheit

aufs Spiel setzen.

 

Da ist der Eisverkäufer

der das Bußgeld für seinen

Kunden übernimmt, weil

dieser bereits innerhalb der

vorgeschriebenen Zone

anfing, sein Eis zu schlecken.

 

Da sind Politiker

unterschiedlicher

Parteien, die

zusammenrücken, um

gute Strategien zu entwickeln

mit der ganzen Krise angemessen

umgehen zu können.

 

„Ich bin gekommen, damit

sie das Leben haben und es

in Fülle haben.“

 

Das Leben lässt sich nicht

aufhalten. Es bricht sich immer

wieder aufs Neue Bahn.

Spätestens seit Ostern

müsste dies uns allen klar

sein.

 

Dabei vertröstet uns

unser Glaube nicht auf

das Ende unseres Lebens

allein. Nein, der Glaube

sagt: Auferstehung

geschieht immer, auch

heute und jetzt, weil

Gott unser Leben hier

und jetzt will.

 

Wir dürfen mit der

Auferstehung mitten

am Tag rechnen. Auch mit

der Auferstehung nach

dieser Krisenzeit.

 

„Ich bin gekommen,

damit sie das Leben haben

und es in Fülle haben.“

 

Ich meine, dass uns der

Glaube an dieses programmatische

Wort Jesu Kraft und Stärke,

Hoffnung und Zuversicht,

Vertrauen und Mut

zusprechen kann für die

noch vor uns liegende

Zeit, die sicherlich noch

eine Ausnahmezeit

für uns alle darstellen

wird und uns abverlangen wird,

möglicherweise mehr als

einmal über unseren

eigenen Schatten zu springen.

 

„Ich bin gekommen, damit sie

das Leben haben und es in Fülle

haben.“

 

Neben diesem Wort

gibt es für mich noch ein

anderes Wort, das nicht

weniger programmatisch

für mich klingt.

Ich finde es beim

Propheten Jesaja:

 

„Fürchte dich nicht,

denn ich habe dich erlöst.

Ich habe dich bei deinem

Namen gerufen, du bist

mein.

Wenn du durchs Wasser

gehst, ich bin bei dir,

und durch Ströme, sie

werden dich nicht

überfluten.

Wenn du durchs Feuer gehst,

wirst du nicht versenkt

werden, und die Flamme

wird dich nicht verbrennen.

Denn ich bin der Herr,

dein Gott …

weil du teuer bist in

meinen Augen und

wertvoll bist und

ich dich lieb habe.

Fürchte dich nicht,

denn ich bin mit dir!

 

Segen

 

Seien Sie gesegnet.

Seien Sie gesegnet mit

der Gewissheit, dass es

Gott mit Ihnen gut meint,

dass er Ihr Leben will,

unverstellt und frei, in

Fülle und dass er Sie

lieb hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

www.Synodalerweg.de

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

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