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Ich bin dein Gott

Predigt zu Dtn 5,1-22

 

Es geht um das Leben.

Darum, dass der Mensch

Leben habe in seiner ganzen Fülle.

Unverstellt und frei,

heil und erlöst.

 

Das ist Gottes Absicht von Anfang an.

„Ich bin gekommen, damit sie

das Leben haben und es in Fülle

haben,“ heißt es späterhin im

Johannesevangelium.

(Joh 10,10)

 

Das Begehren Gottes zieht sich

durch die Geschichte des

Menschen wie ein roter Faden

hindurch. Es betrifft zunächst

das Volk, das er sich zum

Bundesschluss aussucht:

Israel.

 

Zuvor jedoch sagt er den Urvätern

seinen Segen zu, gelingendes Leben,

das zum Segen für andere werden soll:

 

Ich werde dich zu einem

großen Volk machen, dich segnen

und deinen Namen groß machen.

Ein Segen sollst du sein.

Ich werde segnen, die dich segnen;

wer dich verwünscht, den werde

ich verfluchen.

Durch dich sollen alle

Sippen der Erde Segen

erlangen.“ (Gen 12,1-4)

 

Gott geht mit

dem Menschen auf Augenhöhe,

lässt sich auf ihn ein, will

der Gott des Menschen

sein, der seine Nähe

zusagt und dass er da

ist, wo immer der Mensch

sich aufhalten mag:

 

„Jetzt aber - so spricht der HERR,

der dich erschaffen hat, Jakob,

und der dich geformt hat, Israel:

Fürchte dich nicht, denn ich habe dich ausgelöst,

ich habe dich beim Namen gerufen,

du gehörst mir!

Wenn du durchs Wasser schreitest,

bin ich bei dir, wenn durch Ströme,

dann reißen sie dich nicht fort.

Wenn du durchs Feuer gehst,

wirst du nicht versengt,

keine Flamme wird dich

verbrennen.

Denn ich, der HERR, bin dein Gott,

ich, der Heilige Israels, bin dein Retter.

Weil du in meinen Augen teuer

und wertvoll bist und

weil ich dich liebe.“ (Jes 43 1ff)

 

Die Beziehung Gottes

zum Menschen ist eine

Liebesbeziehung von Anfang

an. Sie findet zu ihrem

Höhepunkt in Jesus Christus:

 

„Die Liebe Gottes wurde

unter uns dadurch offenbart,

dass Gott seinen einzigen Sohn

in die Welt gesandt hat,

damit wir durch ihn

leben.“ (1 Joh 4,9)

 

Die Beziehung Gottes

zum Menschen ist bestimmt

von Gefühlen und Haltungen, wie sie

Beziehungen stets zu

eigen sind:

 

Gott wirbt um sein Gegenüber.

Gott kennt Momente der Eifersucht.

Gott verschließt sich und hält sich verborgen.

Gott zürnt und wütet.

Gott lässt Milde und Erbarmen walten.

Gott gibt die Verbindung nicht auf.

Gott liebt.

 

So kennt Israel seinen

Gott von Anfang an.

Über die Höhen und

Tiefen der Geschichte

dieses Volkes hinweg

erweist sich Gott als

ein leidenschaftlicher

Gott, der der Gott dieses

Volkes sein will.

 

„Ich bin der Herr,

dein Gott, der dich aus

Ägyptenland geführt hat,

aus der Knechtschaft.“ (Dtn 5,6)

 

Und auch das ist die

Absicht des Gottes des

Alten Bundes, dass er sein

Volk in die Freiheit führen

will, heraus aus aller

Knechtschaft, die das

Leben für dieses Volk

bereithält.

 

Ägypten,

Assur,

Babylon.

 

Am Ende wartet auf

Israel das verheißene Land.

 

Sie spüren es.

Immer geht es Gott

um das Leben seines Volkes.

Darum, dass es Leben habe

in seiner ganzen Fülle.

Unverstellt und frei,

heil und erlöst.

 

Für seinen Weg in dieses

Land und Leben gibt Gott

Israel Gebote, Worte,

Weisungen, 10 an der Zahl.

 

Sie wollen Orientierung geben.

Sie wollen die Richtung weisen.

Sie sprechen von Werten, die

dem Leben des Volkes

Halt, Kraft, Stärke und Würde

geben sollen.

Durch sie soll das Volk

eine tragende Grundlage

finden.

 

Es sind Gebote, Worte

und Weisungen, die die Freiheit

schützen wollen, in die Gott

sein Volk geführt hat.

Worte des Lebens.

 

Sie möchten als Wegweisung

eines gütigen Gottes begriffen werden,

der nicht will, dass die Menschen

sich im Gestrüpp des Lebens

verlaufen.

 

Sie sind Wegweiser,

die zeigen, auf welchem Weg der Mensch

ans Ziel gelangen und welcher

Weg für ihn der beste ist, damit

das Leben gelingt.

Nicht nur damals.

Auch heute. -

 

Unsere Welt wird immer

vielfältiger und undurchschaubarer.

Viele unter uns sehnen sich nach

Orientierung. Sie fragen sich,

wie ihr Leben gelingen kann.

 

Die Zehn Gebote wollen

eine solche Orientierung geben.

Indem sie uns die Richtung weisen,

in die wir gehen sollen, schenken

sie uns die Kraft, uns auf den

Weg zu machen. Nur wer die

Richtung kennt, spürt in sich

mehr Kraft und Motivation

als jemand, der orientierungslos

herumläuft.

 

Ich will Sie fragen:

Brauchen wir heute in einer

Zeit, in der so viele leere Worte gemacht

werden, nicht vielmehr Worte,

die Klarheit vermitteln, Worte,

die uns eine klare Weisung geben,

wie das Leben gelingen kann?

Und:

 

Ist nicht die Zeit der Beliebigkeit

vorbei? Hat das Schlagwort „Alles

ist möglich“ nicht schon längst

ausgedient?

Es führt nicht zum Leben,

sondern zur Beliebigkeit.

Die Beliebigkeit aber ist der

Tod der Liebe.

 

„Die Gebote Gottes

sind Darreichungen Gottes,

Angebote Gottes, die uns

zeigen, wie das Leben

gelingt. Wer sich auf sie

einlässt, der erwacht,

dem öffnen sie die

Augen für das Geheimnis

gelingenden Lebens“,

sagt Anselm Grün.

 

Die Herausforderung

besteht für uns heute darin,

diese Darreichungen und Angebote Gottes

so zu deuten, dass sie unser Leben und

unser Miteinander in

einer globalisierten Welt

in einer guten Weise regeln

und ermöglichen.

 

Im Jahre 1993 kamen in Chicago

sechstausend Menschen aus

allen Religionen zum „Parlament

der Weltreligionen“ zusammen,

um eine Erklärung zum Weltethos

zu unterschreiben.

 

Das Parlament hat eine Selbstverpflichtung

für vier zentrale Bereiche des Zusammenlebens

entfaltet und sich dabei an die Zehn

Gebote aus der Bibel gehalten.

 

„Verpflichtung auf eine Kultur

der Gewaltlosigkeit und der

Ehrfurcht vor allem Leben. Dies

drückt sich in dem Gebot aus:

Du sollst nicht töten!

Oder positiv: Hab Ehrfurcht

vor dem Leben.

 

 

Verpflichtung auf eine Kultur

der Solidarität und eine gerechtere

Wirtschaftsordnung: Du sollst nicht

stehlen! Handle gerecht und fair!

 

Verpflichtung auf eine Kultur

der Toleranz und ein Leben in

Wahrhaftigkeit: Du sollst nicht

lügen! Rede und Handle wahrhaftig!

 

Verpflichtung auf eine Kultur

der Gleichberechtigung und der

Partnerschaft von Mann und Frau:

Du sollst Sexualität nicht missbrauchen!

Achtet und liebt einander!“

(vgl. Anselm Grün, Die Zehn Gebote. S. 169)

 

Wir bräuchten heute

dieses klare Bewusstsein,

dass die Gebote Gottes Wege

zum Leben und in die Freiheit

sind.

 

Wir werden in unserer

Welt so viel Unklarheiten und

Zweideutigkeiten ausgesetzt,

dass uns die klaren Weisungen

Gottes gut tun würden.

 

Natürlich wissen wir,

dass wir an diesen Geboten

immer wieder auch scheitern,

genauso wie Israel gescheitert

ist.

 

Und trotzdem bleiben sie

ein Stachel, der uns immer wieder

daran erinnert, wachsam und bewusst

zu leben, uns nicht leben

zu lassen, sondern entsprechend

der Weisung Gottes zu leben,

damit wir den Weg finden,

der wirklich zum Leben

und in die Freiheit führt,

nicht nur für uns,

sondern für alle

auf dieser Welt.

 

 

 

www.Synodalerweg.de

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

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