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Glaube in verunsichernder Zeit

Heiliger Stephanus

Das hört sich gar

nicht gut an. Solche Worte,

wie die gerade gehörten bedrücken

mich. Sie machen mir zu schaffen.

Sie passen irgendwie nicht in diese Zeit.

Ich empfinde sie als störend.

Sie bringen mich durcheinander.

Sie stellen vieles in Frage.

Vermeintliche Sicherheiten,

als gut Geglaubtes,

die ganz eigene Welt.

 

Doch, ich habe mich ihnen zu stellen,

weil ich die unschönen Seiten dieser

Welt nicht verdrängen darf.

Es gibt sie. Immer wieder stoßen sie ins Auge.

An Weihnachten hören sie nicht einfach

auf zu existieren.

 

Wer etwas anderes meint,

der macht sich selbst etwas vor.

Steckt den Kopf in den Sand.

Will nicht wahrhaben, was wahr ist:

Die Welt ist so. - Und sie ist auch anders.

Sie bleibt voller Gegensätze und

Widersprüchlichkeiten.

 

Und dann ist wieder alles gut.

Mittendrin bewegen wir uns,

leben wir als die, die wir sind

und wie uns Gott geschaffen hat,

mit unserer ganz eigenen und

persönlichen Berufung aus

seinem Geist heraus,

das Leben mitzugestalten.

 

Andere Akzente zu setzen als diese,

die wir gerade gehört haben.

Das macht es nicht gerade leicht für uns.

Das hat es nie leicht gemacht.

Jesus spielt zunächst auf das Schicksal derer an,

die ihm nachfolgen. Menschen wie du und ich.

Er warnt sie vor dem, was auf sie zukommen wird,

wenn sie sich, ohne Vorbehalte zu haben,

auf ihn einlassen, auf seinen Weg,

auf seine Art das Leben zu begreifen

und zu leben.

 

Außenstehende kommen

damit nicht immer klar, wenn man

ihnen den Spiegel vorhält.

Überzeugte Christen sind Spiegelhalter,

nicht bewusst, aber durch ihre

persönliche Weise, in ihrem Leben

Jesus nachzufolgen.

 

Manche fühlen sich dadurch provoziert,

in Frage gestellt. Manche, nicht alle,

möglichweise sehr wenige.

Wie relevant ist eigentlich noch

der christliche Glaube für die

Öffentlichkeit?

 

Eine grundsätzliche Frage:

Gibt es tatsächlich noch welche,

die sich an der christlichen Religion stoßen?

So, wie Menschen sich an Stephanus stoßen?

Vielmehr doch macht man sich lustig über die,

die noch glauben.

 

Im schlimmsten Fall nimmt

man sie überhaupt nicht mehr wahr.

Das Christentum scheint obsolet zu sein.

Es steht außerhalb dieser Zeit.

Hier liegt eine der Herausforderungen

für das Christentum und die Kirche

in dieser Zeit.

 

Neben diesen verstörenden Worten

des heutigen Evangeliums, gibt es für

 mich eine andere Aussage,

die sich durch das Benannte zieht.

 

Es ist die Einladung zur Standhaftigkeit

in all den Widersprüchen, die das Leben bereithält.

„Wer aber bis zum Ende standhaft bleibt,

der wird gerettet.“

 

Wo finde ich einen festen

Stand inmitten der Höhen und Tiefen

dieses Lebens und dieser Welt?

Was hält mich in den Gegensätzlichkeiten

dieser Welt aufrecht?

Was ist die unverrückbare Konstante

in meinem Leben, die es mir erlaubt,

den Angriffen auf mein Leben

und auch meinen Glauben zu

widerstehen?

 

Bei diesen Fragen werde ich

unweigerlich an den Mann erinnert,

der sein Haus auf festen Felsen baut

und dem Wind, Sturm und Regen

nichts anhaben können, weil es

eben auf Felsen gebaut ist.

Jesus sagt im Gleichnis,

dass der Mann klug sei,

der auf sein Wort hört,

der sich daran festmacht.

 

An Weihnachten vernehmen wir,

dass Jesus selbst dieses Wort ist.

„Und das Wort ist Fleisch geworden“,

heißt es im Johannesprolog.

 

Festen Stand finde ich in ihm,

Christus. Er hält mich fest,

wenn um mich herum alles

ins Wanken gerät.

Er setzt mich nicht den Angriffen

dieser Welt aus, derart,

dass sie mich gänzlich

vernichten könnten.

Er will die Konstante in meinem Leben sein,

auf die ich mich berufen kann,

wenn alles zu einer Anfrage an

mich wird.

Er lädt mich dazu ein,

trotz allem, einem Stephanus gleich,

den Himmel offen zu sehen und

hieraus Kraft und Stärke, Hoffnung

und Zuversicht zu gewinnen.

 

Den geöffneten Himmel

über mir zu sehen bedeutet für mich,

auch inmitten dieser oftmals so

herausfordernden Welt,

Spuren des von Jesus verkündeten

Reiches Gottes zu erblicken.

 

Die Welt ist nicht nur schlecht

und in sich zerrissen und gespalten.

Es gibt nicht nur Finsternis.

Nein, in dieser Welt gibt es auch

viele lichtvolle Spuren. Zeichen,

die uns ahnen lassen, dass Gott mit uns ist;

dass er uns nicht allein lässt;

dass er gegenwärtig ist im

Wirken des Geistes, den Jesus

allen verheißt, die sich auf ihn

verlassen wollen.

Durch uns will er zum

Wirken kommen.

 

Ich bin davon überzeugt,

dass die christliche Religion

von Relevanz ist und bleibt.

Wir sind gesendet, um Menschen zu finden.

Wir sollen sie fragen, wer sie sind

und was in ihnen lebt.

Fragen, was sie denken

und worunter sie leiden.

Fragen und sie lieben.

Wir sollen nahe sein jedem,

der uns braucht.

Wir sind gesendet, um Gott

im Menschen zu finden.

 

Haben wir keine Vorbehalte,

hegen wir keine Vorurteile.

Begründen wir vielmehr Vertrauen

und Sicherheit, weil Gott uns nahe ist.

Machen wir die Menschen mit

Gott vertraut. Unser Leben sei

ein offenes Buch Gottes,

in dem alle lesen können wie

Er zu uns ist.

 

Jesu Worte stellen

uns auf einen Weg, einen Weg,

der sich durch diese Welt zieht,

so wie sie ist.

Möglicherweise macht dies Angst.

Angst, wie sie schon die großen

Propheten kannten.

 

Doch auch dies macht

das Evangelium klar:

Es geht nicht darum,

dass wir uns dieser Angst hingeben,

vielmehr dem Vertrauen, dass der

Geist unseres Gottes durch uns

handeln und reden wird,

uns allen zum Segen und

der Welt zum Heil.

 

 

 

www.Synodalerweg.de

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

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