thomas diener systemische-lösungsorientierte supervision und coaching geistliche begleitung gestalttherapeutische beratung
  thomas diener                                                                                                                                systemische-lösungsorientierte                                                                    supervision und coaching                                                                                                                                              geistliche begleitung                                                                    gestalttherapeutische beratung

Eingeladen zum Fest des Lebens

Mt 22,1-10

 

Der Anfang klingt wie ein

Märchen. Ein Fest soll stattfinden.

Nicht irgendein Fest. Eine Hochzeit.

Eine königliche Hochzeit. Gastgeber

ist der König selbst. Dieser lädt zur Hochzeit

seines Sohnes ein. Ausgewählte Gäste

sind geladen und werden erwartet.

 

Doch dieses Märchen endet nicht,

wie bei Märchen üblich, mit einem Happyend.

Aus dem verwunschen Frosch wird kein Prinz.

Die schöne Stieftochter findet nicht

die große Liebe und ehelicht

den König. Niemand wird

wachgeküsst, aus einem

Turm befreit und zum Leben

wieder erweckt.

 

Im Gegenteil. Am Ende steht die

große Enttäuschung und der Zorn

dessen, der zur Feier eingeladen

hat. Die große Heimzahlung.

Also doch kein Märchen.

Eher Drohbotschaft statt

Frohbotschaft?

 

Schauen wir genauer hin.

 

Spätestens in dem Moment,

wo die Geschichte ihre Wendung

nimmt und die eingeladenen Gäste

nicht auf die Einladung reagieren,

sich vielmehr gleichgültig ihr gegenüber

verhalten, wird klar, dass es sich hier

um ein sehr deutliches Wort Jesu

an seine Landleute handelt.

Um eine Lehrstunde, die

es in sich hat und jeden,

herausfordern muss.

 

Insbesondere die Ältesten

und die Hohenpriester.

Ihnen vor allem gilt

sein Wort.

 

Der König, der zur Feier einlädt,

ist Gott. Die Hochzeit, zu der er einlädt

ist die Hochzeit seines Sohnes.

Die Auserwählten, die an der

Feier teilnehmen sollen, stehen für

das Volk Israel.

Die Hochzeit selbst für die innigste Gemeinschaft zwischen Gott

und seinem Volk,

eine Gemeinschaft,

die Freude, die Leben,

die Zukunft verheißt.

 

Die Erfahrung ist die:

Nicht jeder nimmt das Angebot

zur Feier an. Viele reagieren darauf

mit Gleichgültigkeit und gehen ihren

ganz eigenen Vorhaben nach, völlig

unbeeindruckt von Gottes Ruf.

Zu guter Letzt misshandeln sie

die Boten des Königs. Sie

bringen sie um.

 

Das hat seine Konsequenzen.

Jene bleiben von der Freude

des Lebens ausgeschlossen.

Stattdessen ergeht die Einladung

an Menschen von der Straße.

Sie ruft Gott an seinen Tisch.

 

Der Maler Sieger Köder hat

diese Mahlgemeinschaft in einem

Bild dargestellt. Am Tisch versammelt

er Menschen unterschiedlicher

Nationalität, unterschiedlicher

Berufsgruppen,

Menschen, die am Rande der Gesellschaft

stehen, Menschen mit einem ziemlich

anrüchigen Hintergrund, Menschen

unterschiedlicher Religionen.

Am Kopfende sitzt Jesu.

Die Hände deuten es an.

Er reicht den Versammelten

das Brot des Lebens.

 

Das Mahl vereint die Gegensätze

und Widersprüche dieser

Welt. Das himmlische

Hochzeitsmahl, auf das das

heutige Evangelium anspielt,

umso mehr.

 

Gottes Angebot zur Feier des

Lebens schließt keinen aus.

In ihm das Leben zu finden,

betrifft nun nicht mehr

das Volk Israel allein,

vielmehr alle, die Gottes

Ruf und Einladung folgen

wollen.

 

Nein, das ist keine

Drohbotschaft. Vielmehr eine

Geschichte mit einem

Happyend, das alle

betreffen will.

 

In einem Lied

heißt es:

 

Aus den Dörfern und aus Städten,

von ganz nah und auch von fern,

mal gespannt, mal eher skeptisch,

manche zögernd, viele gern,

folgten sie den Spuren Jesu,

folgten sie dem, der sie rief

und sie wurden selbst zu Boten,

dass der Ruf wie Feuer lief.

 

Und so kamen sie in Scharen,

brachten ihre Kinder mit, ihre

Kranken, auch die Alten, selbst

die Lahmen hielten Schritt.

Von der Straße, aus der Gosse

kamen Menschen ohne Zahl

und sie hungerten nach Liebe

und nach Gottes Freudenmahl.

 

Und dort lernten sie zu teilen

Brot und Wein und Geld und

Zeit; und dort lernten sie zu heilen,

Kranke, Wunden, Schmerz und

Leid; und dort lernten sie zu beten,

dass dein Wille Gott geschehe,

und sie lernen so zu leben,

dass das Leben nicht vergehe.

 

Aus den Dörfern und aus Städten,

von ganz nah und auch von fern,

mal gespannt, mal eher skeptisch,

manche zögernd, viele gern,

folgen wir den Spuren Jesu,

folgen dem, der uns rief

und wir werden selbst zu Boten,

dass der Ruf wie Feuer lief.

 

Eingeladen zum Fest des

Glaubens. Eingeladen zum Fest

des Glaubens.

 

Es bleibt für viele die große

Befürchtung, dass etliche in den

zurückliegenden Monaten und

nach dem Ende der Pandemie

dieser Einladung nicht mehr

folgen werden, dass sie

den Anschluss an die Kirche,

den Anschluss an die Gemeinschaft

der Gläubigen vor Ort, den Anschluss

an Gott verloren hätten.

 

Weil sie

spüren, dass es sich auch

ganz ohne all das leben

lässt. Ohne Feier, ohne

Gemeinschaft, ohne Kirche,

auch ohne Gott!

 

Mag sein.

Unrealistisch wäre dies

keineswegs. Es wird offenbar,

was schon lange versteckt

besteht und Wirklichkeit ist,

dass Kirche, dass Glauben,

dass Gott an Relevanz für

viele Menschen verloren

haben. Corona bringt es

ans Tageslicht.

 

Vor diesem Hintergrund

sind Jesu Worte mehr

als nur alarmierend. Sie rütteln

auf. Sie machen wach. Sie

rufen zur Entscheidung

auf. „Kommst du zum Fest

des Lebens oder bleibst du

ihm fern?“

 

Was hat sich seit der Pandemie

in Ihrem ganz eigenen Glaubensleben

verändert? Wir wirkt sich diese Zeit

der Krise und der damit einhergehenden

Herausforderung auf Ihre Beziehung

zu Gott, die Gemeinde vor Ort,

die Kirche im Ganzen aus?

Was ist anders geworden?

Oder hat sich möglichweise

gar nichts verändert?

 

Gerhard Lohfink interpretiert

das heutige Evangelium so:

 

„Das Gleichnis ist ein bewegender

und drängender Versuch Jesu, diejenigen

in Israel, die seine Botschaft ablehnen,

doch zur Umkehr und zur Annahme

des Evangeliums zu bewegen.

Das Gleichnis will schockieren

und erschrecken, es will warnen,

will Blindheit aufdecken, will

zur Umkehr führen. Doch es

spricht kein endzeitliches

Urteil aus. Vor allem aber:

Heute geht das Gleichnis

an uns, die Christen, die wir

tausend Gründe haben,

das angebotene Festmahl

zu missachten.“

 

Können

wir auf sein Mahl

wirklich verzichten?

Auf die Gemeinschaft

mit ihm, unserem Gott?

Ich glaube kaum,

denn jeder von uns braucht die

Gemeinschaft. Gott hat den

Menschen nicht dazu geschaffen,

dass er allein sein Mahl einnimmt,

sei es zu Hause oder hier in

der Kirche! Wir Menschen

leben in und von der

Gemeinschaft.

 

Herr, lass uns einsehen

und begreifen, dass wir deine

Gemeinschaft brauchen, dass wir

die Gemeinschaft der Menschen

brauchen, die mit uns den Weg

zu dir hin gehen.

Lass uns verstehen, dass dein

Mahl ein Zeichen deiner Güte

und Liebe uns und allen Menschen

gegenüber ist.

 

Gott segne uns mit

der Kraft zu ihm zu gehen. Er segne

uns mit der Freude, bei ihm zu sein.

Er segne uns mit der Erfahrung, dass

wir in ihm alles finden, was wir erstreben

und erhoffen. 

 

 

www.Synodalerweg.de

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© Supervision-Coaching-Therapie-Geistliche Begleitung- Pfarrer Thomas Diener