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Dazwischen

7. Ostersonntag

Es ist ein Gedanke,

den ich in diesen Tagen

gelesen haben und der sehr

treffend die ganze Situation

auf den Punkt bringt, in

der viele augenblicklich

stehen:

 

„Wir hängen dazwischen.

Altes ist leer geworden,

es klingt hohl, bringt

nichts mehr zum Schwingen

in uns.

 

Worte,

Lieder,

Gesten,

Bewegungen,

Gedankengebäude,

sie betreffen und nicht mehr,

und darum sind wir nicht

betroffen.
Es geschieht etwas an

uns aber nicht in uns.

 

Wir warten.

Wir überlegen.

Wir sind unsicher.

Wir ahnen.

 

Das Neue ist noch

nicht da. Wir wissen,

dass es kommen wird,

weil wir das Alte verloren

haben.“ (U. Schaffer)

 

Wir hängen dazwischen.

Zwischen Alltag und

Ausnahmezustand.

Zwischen Normalität

und dem, was uns nicht

mehr als normal vorkommt,

vielmehr so unwirklich

erscheint.

 

Zwischen Lachen und

Weinen.

Zwischen Sicherheit und

Unsicherheit.

 

Zwischen Fortschritt

und Rückschlag.

Zwischen Liebe und

Hass.

 

Zwischen Umarmen

und Loslassen.

Zwischen Freude

und Trauer.

 

Zwischen Vergebung

und Schuld.

Zwischen Gut und

Böse.

 

Zwischen Frieden und

Krieg.

Zwischen Gewissheit

und Zweifel …

 

Wir hängen dazwischen.

Dazwischen immerzu.

Nicht nur jetzt in dieser

für viele herausfordernden

und vom gewohnten

Alltag weit entfernten

Situation.

 

Unser Leben

spielt sich ständig zwischen

diesen Gegensätzen

und Polen ab.

Einmal bewegt es sich

mehr auf diesen Pol

zu, ein anderes Mal

auf den Gegenpol.

 

Und manchmal stecken

wir mittendrinn.

Überwältigt.

Hilflos.

Unsicher.

Ängstlich.

 

Wo stecken Sie gerade?

Mehr hier, oder mehr

dort? Oder vielmehr

mittendrin?

Und was hilft Ihnen

durchzuhalten?

 

Möglicherweise der

Mut, sich den Veränderungen

des Lebens zu stellen.

 

Möglicherweise die

Bereitschaft dazu, Altes

und Leergewordenes

loszulassen und sich die

Lösungen von früher

nicht mehr zu erlauben.

 

Möglicherweise die

Neugierde am Leben überhaupt

und all dem, was es noch

an Möglichkeiten in sich

birgt.

 

Möglicherweise

das Vertrauen

und der Glaube,

dass alles weitergeht,

dass es einen Punkt gibt,

auf den wir zugehen,

zuströmen, dass es

eine Kraft gibt,

die unsere Entwicklung

steuert, in deren

Hand unser Schicksal

gut aufgehoben

ist.

 

Die Jünger Jesu

hängen dazwischen.

Zwischen Himmelfahrt

und Pfingsten.

Zwischen Loslassen

und Umarmen.

Zwischen Abschied

und Neubeginn.

Zwischen der Zeit mit

Jesus und der Zeit

mit dem Heiligen

Geist.

Zwischen Rückzug

und Aufbruch.

 

Und um nichts anderes

geht es Jesus, als dass sie

Gott und ihn erkennen.

Bei allem, den Blick

auf Gott nicht verlieren.

Ihm im Auge behalten.

 

„Das aber ist das ewige

Leben; dass sie dich, den

einzigen wahren Gott,

erkennen und den du

gesandt hast,

Jesus Christus.“

 

Erkennen auch in

dem Dazwischen.

In dem Hier und dem

Jetzt. Im Alltag und

in der Anomalität

menschlichen Daseins.

 

Wo erkenne ich Gottes

Gegenwart? Wo will er mir

nahe sein? Wo tritt er an

mich heran, spricht mir

Mut und Segen zu?

Wo erfüllt sich das

Wort von Himmelfahrt,

dass er bei mir ist,

alle Tage meines

Lebens?

 

„Das aber ist das ewige

Leben; dass sie dich, den

einzigen wahren Gott,

erkennen und den du

gesandt hast,

Jesus Christus.“

 

Ist es nicht ein

Unterschied ob ich

mit der Gewissheit,

dass Jesus meine Schritte

begleitet durch dieses

Dazwischen gehe, als

im ständigen Zweifel

daran?

 

„Mit meinem Gott

überspringe ich Mauern“,

heißt es in einem

Psalmwort.

 

Welche Mauern habe

ich selbst schon mit Gottes

Hilfe überspringen können?

Was hält mich im Augenblick

so gefangen und engt mich

so sehr ein?

Wie könnte es

mir heute noch gelingen,

diese Mauern zu

überspringen?

 

Das mögliche Stichwort

heißt „Aufbruch“. Die

Jünger stehen kurz davor,

obwohl sie im Augenblick

noch keine Ahnung davon

besitzen. Aufbruch in

Gottes Namen und

Jesu Geist.

 

„Komm, Heiliger Geist,

der Leben schafft, erfülle

uns mit deiner Kraft.“

 

Gottes Geist bewirkt

den Neuanfang in jedem

Dazwischen. Er schenkt

Kraft, Lachen, Sicherheit.

Er bewirkt Fortschritt,

Umarmen, Vergebung,

Frieden. Er befreit zur

Liebe und zum Leben.

 

Seine Wirkkraft hält

ein anderer Gedanke fest:

 

„Ich breche durch in diesen

weiten Raum.

Meine Augen sind Vögel,

die durch die Luft stürzen,

sich schwingend hoch halten,

still stehen im Wind unter

ihren Flügeln, abwinkeln,

wegfallen vom Wind,

mit dem Tod spielen,

um endlich das Leben,

das dichte, mitreißende

zu spüren.

 

Das bin ich.

He, wie ich fliege

in diesen weiten Raum

mit meinen Windgedanken,

die entgrenzt in den Geist

der Freiheit wirbeln,

Boten einer anderen

Helligkeit.

 

Hier hat die Verzweiflung

aufgehört. Unmöglichkeiten

werden zu Wundern, und wie

ein Puls wellt und fließt

das Leben durch die blühende

Luft.“

 

 

Seien Sie gesegnet

im Dazwischen mit dem

weiten Raum, den Gott

ihnen zur Verfügung stellt,

damit Sie ihre Flügel

ausbreiten und sich emporschwingen

können, immer wieder,

und immer mehr ihm, dem

Gott Ihres Lebens, entgegen.

 

 

 

Diese Ansprache ist auch auf YouTube zu sehen. Bitte geben Sie folgende Erkennung ein:

 

Thomas Diener, Pfarrer

 

www.Synodalerweg.de

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

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