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Das Wort von der Liebe

Röm 14,7-9

Es gibt Worte,

die setzen Maßstäbe.

Sie reden in unsere Zeit

hinein und beanspruchen

Gültigkeit weit über

sie hinaus.

 

Sie lassen bereits

jetzt schon ein Stück

Ewigkeit inmitten

der Erfahrungen von

Endlichkeit und Begrenzung

aufleuchten, und wie es

denn sein könnte, wenn

wir sie uns zu Herzen

gehen ließen.

 

Das Wort von der Liebe

setzt einen Maßstab, wenn

nicht sogar den Maßstab

für ein gelingendes, zufriedenes

und glückliches Leben.

 

Der Apostel Paulus meint,

dass wir einander immer

die Liebe schulden.

Er meint auch, dass das

„Einander Lieben“ die grundlegende

und auch die bleibende

Aufgabe eines Christen sei.

Alle anderen Gebote,

fänden in dem einen

Gebot der Liebe ihre

Vollendung.

 

Lied der Liebe,

so lautet ein Gedicht von

Hermann Coenen.

 

Du bist einsam und ich auch.

Du hast Sehnsucht, so wie ich.

Und wir warten, ob ein anderer

kommt, hocken da in unserem

Schneckenhaus. Und es ändert

sich so gar nichts auf der Welt

und für uns. Denn es fehlt die Liebe.

 

Ich möchte mich vor

einer Verallgemeinerung

hüten. Doch ich stimme den

Worten des Schriftstellers

durchaus zu, wenn er bemerkt,

dass es in unserer Welt und

unter uns Menschen immer

weniger Platz gibt für die

Liebe.

 

Ich nehme wahr,

dass das Verhalten vieler

Menschen zunehmend aggressiver

wird. Verletzender. Unverschämter.

Frecher. Dreister. Unversöhnlicher.

Grenzüberschreitender.

 

Während andere immer mehr

im Dunkel der Einsamkeit

verlorengehen und hungern

nach Annahme, Anerkennung

und Wertschätzung und dass

sie endlich einer wahrnehme

in ihrer Dunkelheit.

 

Und ich frage mich bei all diesen

Beobachtungen, wo bleibt

dabei die Liebe?

 

Herman Coenen fährt in

seinem Gedicht fort:

 

Erst wenn einer Liebe

schenkt, nicht mit Worten,

in der Tat, wenn er fragt:

Was fehlt dem anderen bloß?

Wenn er fragt: Was kann ich

für dich tun? Wenn er

ungefragt das tut, was

er tun kann, ja, erst

dann beginnt das Lied

der Liebe.

 

Eine Mutter liebt ihr Kind.

Ein Pärchen küsst sich auf der Bank.

Der kranke Mann bekommt sehr

oft Besuch. Zwei alte Freunde gehen

durch dick und dünn. Eine Frau

hält aus bei ihrem Mann,

obwohl er trinkt …

Das ist das Lied der Liebe.

 

Wer spendet Geld für die

Mission? Wer adoptiert ein

fremdes Kind? Wer leistet Dienst

im Altersheim? Wer spendiert

dem Türken noch ein Bier?

Wer hat ein Herz für die

„Kinder vom Bahnhof Zoo“

hier bei uns?

So fragt das Lied der Liebe.

 

Da ist einer, der hört zu.

Da ist ein anderer, der packt

an. Da ist ein Dritter, der hat

Zeit für mich. Ein anderer nimmt

mich leise ins Gebet. Viele Stimmen

zu der einen Melodie …

So klingt das Lied der Liebe.

 

Die Liebe kennt viele

Töne. Sie besitzt viele Facetten.

Die Weisen, wie sie sich unter

Menschen zeigt, können so

verschieden sein.

 

Paulus definiert sie

als Güte, Demut, Milde

und Geduld. Sie sei langmütig.

Ereifere sich nicht, prahle

nicht und blähe sich nicht

auf. Schon gar handle sie

ungehörig, suche nicht

ihren Vorteil, ließe sich

nicht zum Zorn reizen

und trüge das Böse

nicht nach.

Die Liebe freue sich nicht

über das Unrecht, sondern

an der Wahrheit. Sie ertrüge

alles, hoffe alles, hielt

allem stand. Und:

Sie höre niemals

auf.

 

Erst wenn einer Liebe

schenkt, nicht mit Worten,

in der Tat, wenn er fragt:

Was fehlt dem anderen bloß?

Wenn er fragt: Was kann ich

für dich tun? Wenn er

ungefragt das tut, was

er tun kann, ja, erst

dann beginnt das Lied

der Liebe.

 

Jesus trägt seinen Jüngern auf,

einander zu lieben, wie er sie

geliebt hat. Seine Liebe zu den

Menschen war nicht nur

frommes Gerede. Jesu Liebe

zu den Menschen zeigt sich

in seinem Tun an ihnen.

 

Er kommt den Menschen

nah oder lässt sie an sich

herankommen.

Er fragt nach, was er

dem Blinden vor den Stadttoren

Jerichos tun kann und macht

ihn wieder sehend.

Er weint mit den Traurigen,

freut sich mit den Lachenden,

tanzt mit den Beschwingten

und Ausgelassenen.

Er verzeiht den in Schuld

Verstrickten. Schenkt

Leben den Totkranken.

Leben auch über

den Tod hinaus.

 

Edith Bader ist eine

Holocaustüberlebende.

Vor Zuhörern erzählt sie

ihre Geschichte. Man sieht sie

als sechsjähriges Mädchen,

wie sie mit einem kleinen

Rucksack, in dem ihre drei

Lieblingspuppen stecken,

mit ihren Eltern am

25. Juli 1942 in Weeze

in einen Wagon stiegt, der sie

ins Konzentrationslager

Theresienstadt

bringen wird.

 

„Was ich gesehen habe,

war grausam. Aber es war

normal, dass Tote in dem

Raum lagen, in dem ich

schlief“, erzählt sie.

 

„Wir alle müssen drauf

achten, dass so etwas nie wieder

vorkommt. Wehret den Anfängen.

Es gibt wieder Menschen, die

unvernünftig sind, und dann

geschieht erneut großes

Leid“, warnt sie.

 

Man müsse Achtung

vor jedem Menschen haben und

auch Verständnis dafür, was Menschen

in ihrer Not tun, fügt

sie an.

 

„Solange ich kann, werde

ich von dieser Zeit erzählen.“

Wichtig ist ihr, dass nicht

Hass die Treibfeder für

ihren Einsatz sei.

 

Edith Bader starb 2019.

Ihr bekanntes Buch trägt den

bezeichnenden Titel:

„Nicht zu hassen,

mit zu lieben bin ich

da.“

 

„Niemandem bleibt etwas

schuldig, außer der gegenseitigen

Liebe! Wer den anderen liebt,

hat das Gesetz erfüllt. Die Liebe

tut dem Nächsten nichts

Böses. Also ist die Liebe

die Erfüllung des Gesetzes.“

Die Worte der heutigen

Lesung klingen in meinem

Herzen nach.

 

Es gibt Worte,

die setzen Maßstäbe.

Sie reden in unsere Zeit

hinein und beanspruchen

Gültigkeit weit über

sie hinaus.

 

Sie lassen bereits

jetzt schon ein Stück

Ewigkeit inmitten

der Erfahrungen von

Endlichkeit und Begrenzung

aufleuchten, und wie es

denn sein könnte, wenn

wir sie uns zu Herzen

gehen ließen.

 

Nicht zu hassen,

mit zu lieben sind

wir da. Das ist der Maßstab,

an dem wir unser Leben

messen lassen müssen.

Als Menschen, als Christen,

als Kirche allemal.

 

Gott segne uns mit

seiner Liebe. Er befreie uns

dazu, einander Liebe zu

schenken, wie er sie uns

in Jesus Christus geschenkt

hat. Er bereite dem Hass

in dieser Welt und in

unseren Herzen ein Ende

und erfülle uns mit

Frieden und Glück.

 

 

www.Synodalerweg.de

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

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