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Am Mitmenschen führt kein Weg vorbei!

Mt 25,31-46

 

Die Corona-Pandemie

hat unsere Welt, wie wir

sie bislang kannten, völlig

aus den Angeln gehoben.

Sie wird zu einer wirtschaftlichen,

sozialen, ethischen und auch politischen

Herausforderung.

 

Wer genau

wahrnimmt, hinschaut

und auch ernstnimmt, kann

diese Tatsache nicht leugnen.

Schließlich greift die Pandemie

in unser aller Leben auf eine

noch nie dagewesene Weise

ein, legt uns zuvor noch

nicht gekannte Grenzen

auf, die das Leben

von Menschen,

unser Leben,

sichern sollen.

 

Jede Krise bietet jedoch

auch die Chance, wesentliche,

zu unserem Leben gehörende

Dinge, Einstellungen und Strukturen

zu überdenken, dazu zu lernen,

neue Ansätze zu wagen.

 

Aus der augenblicklichen

Krise kann eine

neue Sensibilität für

Zukunftsfragen

entstehen.

 

Sie macht deutlich,

was Globalisierung bedeutet,

wie sie auf uns einwirkt, und

wie sehr Menschen auf der

ganzen Welt füreinander

verantwortlich sind.

 

Eine Frage, die sich uns

allen stellt ist die: Wollen

wir aus den Erfahrungen lernen?

Wollen wir uns entsprechend

der gemachten Erfahrungen

verändern?

 

Es geht darum, Konsequenzen

zu ziehen, Weichen zu stellen.

 

In ihrer diesjährigen Themenwoche

stellt sich die ARD der Frage:

Wie wollen wir leben?

 

Sie stellt diese Frage jedem

ihrer Zuschauer und Zuhörer und

lädt dazu ein, sich aktiv zu beteiligen

und ihre Ideen zu Nachhaltigkeit,

ihre Lebensentwürfe und

Zukunftskonzepte

einzubringen.

 

Wie wollen wir leben?

Worauf soll es uns ankommen?

Was ist tatsächlich wichtig und

wesentlich, fundamental?

 

Auch für uns Christen stellen

sich diese Fragen. Sie fordern

uns heraus. Sie fordern uns in

unserem Glauben heraus und

dazu, hinzusehen und zu

begreifen, welche

Antworten das Evangelium

auf sie gibt.

 

Wie wollen wir leben?

Worauf soll es uns ankommen?

Was ist tatsächlich wichtig und

wesentlich, fundamental?

 

Ein junger Mann kommt

zu Jesus. Er stellt ihm die

Frage: Was muss ich tun,

um das ewige Leben

zu gewinnen?

 

Jesus verweist ihn auf

die Gebote, die er einhalten

soll. Keines dieser Gebote

ist ihm fremd, jedes versucht

er in seinem Leben zu

befolgen.

 

Jesus entdeckt, dass ihm

zu all dem noch eines fehlt:

„Geh, verkaufe, was du

hast, gib es den Armen

und du wirst einen

Schatz im Himmel

haben, dann komm

und folge mir nach.“

(Mk 10,17ff)

 

Wie wollen wir leben?

Worauf soll es uns ankommen?

Was ist tatsächlich wichtig und

wesentlich, fundamental?

 

Das Einhalten der Gebote

allein reicht nicht aus.

Das ist zu wenig.

Zu minimal.

Jesus lädt den jungen

Mann dazu ein, die

Armen in den Blick

zu nehmen, sich den

Menschen zuzuwenden,

insbesondere jener,

die seiner Hilfe bedürfen.

 

Käme es nicht auch heute darauf

an, uns für eine neue Mitmenschlichkeit

sensibilisieren zu lassen, also für den Menschen

neben uns?

Dem Egoismus abzusagen,

die Eigennützigkeit hinten an zu stellen

und stattdessen die Wertschätzung des anderen

und die Achtung gegenüber

dem anderen wieder

neu zu erlernen?

Meister Eckhart meint:

„Die wichtigste Stunde ist

immer die Gegenwart, der

bedeutendste Mensch immer

der, der dir gerade gegenübersteht,

und das notwendigste Werk ist

immer die Liebe.“

 

Wie sehr es auf den Augenblick,

den Menschen und die Liebe ankommt,

hat uns auch die zurückliegende

Zeit vor Augen gehalten. Vor allem

waren es die Menschen,

die anderen in ihrer Not und

Verzweiflung beigestanden

haben, sie unterstützt und

versorgt haben, materiell

oder durch gute Worte,

aufbauende Gesten

der Verbundenheit,

durch Gebet.

 

Und wie wesentlich

und konstituierend der

andere Mensch für unser

Leben in dieser Welt ist,

das wissen vor allem doch

jene zu erzählen, die sich

in den zurückliegenden

Monaten so schrecklich

verlassen und einsam

gefühlt haben.

 

Am Ende wird uns

allen die Frage nach der

Liebe gestellt werden.

Oder die, wie sie das

heutige Evangelium stellt:

Was hast du deinem Bruder

oder deiner Schwester

aus Liebe getan?

Was hast du ihnen

vorenthalten?

 

Henry Nouwen,

Theologe und Verfasser

etlicher spiritueller Werke,

sagt:

 

„Das Wiederkommen Christi

ist sein Wiederkommen zum Gericht.

Die Frage, deren Schall

dann den Himmel und die Erde

durchdringen wird, wird jene Frage sein,

für die wir immer taub zu sein pflegen.

 

Unser Leben, so wie wir es leben,

scheint von lauter Fragen auszugehen,

die am Schluss nicht gestellt werden.

Es sieht alles so aus, als bereiteten

wir uns auf die Schlussfrage vor:

"Wie viel hast du Zeit deines

Lebens verdient?"

Oder: "Mit wie vielen Menschen

warst du gut Freund?" oder

"Wie hoch hinaus hast du es

auf der Karriereleiter geschafft?"

oder: "Wie groß war dein Einfluss

auf andere Menschen?"

Aber keine dieser Fragen

wird je jemand zu hören bekommen.

Die Frage, die uns allen gestellt wird,

ist die Frage, auf die wir am

schlechtesten vorbereitet sind.

Sie lautet:

 

"Was hast du für die

geringsten meiner Brüder

und Schwestern getan?"

 

Solang es Menschen gibt,

die geringer sind als wir,

in welcher Weise oder Form auch immer,

wird uns die Frage des Endgerichts nie loslassen.

Solang es Fremde, Hungrige, Nackte,

Kranke gibt; Gefangene, Flüchtlinge und Sklaven;

Menschen mit körperlichen, geistigen

oder emotionalen Behinderungen;

Menschen ohne Arbeit, Obdach

oder ein Stück Land –

so lange bleibt die beängstigende

Frage vom Gerichtsthron

her im Raum:

 

"Was hast du für die geringsten

meiner Brüder und Schwestern getan?"

Diese Frage lässt das Kommen Christi

zu einem immer gegenwärtigen

Ereignis werden.“ (Henry Nouwen)

 

Wie wollen wir leben?

Worauf soll es uns ankommen?

Was ist tatsächlich wichtig und

wesentlich, fundamental?

 

Es sollte uns aufeinander

ankommen, das scheint Jesus

wichtig, wesentlich und

fundamental zu sein,

zumindest hängt davon

unser Leben ab, ob wir

es gewinnen oder

verlieren.

 

Ich weiß, damit sind

nicht alle drängenden Fragen,

die sich uns in dieser Zeit

stellen und wie sie die ARD

in dieser Themenwoche gestellt

hat, beantwortet, doch

wir hätten einen entscheidenden

Neubeginn gewagt, einen ersten

Schritt.

 

Es ist ein entscheidender

Schritt, weil ich meine, dass

sich alle anderen Fragen

von daher beantworten

lassen. Kein Weg und keine

Antwort führen an unserem

Nächsten vorbei.

 

Gott segne uns mit dem

Blick für die entscheidenden

Dinge unseres Lebens.

Er öffne unsere Herzen

für die Menschen um uns,

ihre Fragen, ihre Nöte,

ihre Sorgen.

Er schenke uns den Mut,

die Begegnung mit ihnen

zu suchen und in dieser Begegnung

ihn selbst zu finden und ihm

nahzukommen, als unserem

Bruder, Freund und Herrn.

 

www.Synodalerweg.de

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

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