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Vierzig Tage mit ...

1. Fastensonntag

Fasten –

was verbinden Sie

mit diesem Wort?

 

Viele unter uns haben

für die vor ihnen liegenden

Tage bis zum Osterfest ihr

ganz eigenes Fastenprogramm

erstellt.

 

Auch die beiden

großen Kirchen laden

in den kommenden Wochen

zum Fasten ein.

 

„Sieben Wochen ohne – Lügen“

lautet das Motto der evangelischen

Kirche in dieser Zeit.

 

Die katholische Kirche

stellt sie unter das Motto:

„Mach was draus, sei Zukunft.“

Misereor, das große Hilfswerk

der katholischen Christen,

nimmt mit seiner Fastenaktion

in diesem Jahr Jugendliche

in San Salvador in den Blick

und bekundet in zahlreichen

Fastenaktionen seine

Solidarität mit ihnen.

 

Die Motive zum Fasten

sind im Alten und Neuen Testament

sehr vielfältig:

das Gottesvolk Israel fastet

einen ganzen Tag lang,

um sich für eine schwierige Aufgabe

zu rüsten (vgl. Ri 20,26).

König Ahab „fastete und

wandelte umher“,

um Vergebung für einen

Fehltritt zu erhalten (1 Kön 21,27).

 

Das Fasten kann auch Ausdruck

der Trauer oder einer

nationalen Notlage sein.

Es kann aber auch Zeichen

geistlicher Ergriffenheit sein,

wenn etwa Mose nach

der Gottesbegegnung am Sinai

vierzig Tage und vierzig Nächte

lang nichts essen und

nichts trinken will (Ex 34,28).

 

Für viele unter uns

bedeutet „fasten“ verzichten,

etwas zu lassen, ganz bewusst

Dinge nicht zu tun.

Die Motivation hierzu

ist unterschiedlich.

 

Die einen möchten

einfach nur abnehmen.

Andere stellen sich mit dem

Fasten der Verschwendungssucht

unserer Zeit entgegen.

Wieder andere wollen

innerlich leer werden,

wozu das äußere Fasten

eine Unterstützung sein soll.

 

Sie möchten sich diese Leere

füllen lassen mit Wesentlichem.

Klöster bieten in dieser Zeit

das Heilfasten an.

Dabei geht es um mehr

als nur darum, für eine gewisse

Zeit keine Nahrung zu sich

zu nehmen.

Es geht um die Beziehung

zu sich selbst,

zum Mitmenschen,

zur Umwelt und zu Gott.

 

Kann es sein,

dass das Fasten für viele

auch einen negativen Beigeschmack hat,

gerade deshalb, weil es dabei

um Verzicht geht?

 

Ein geistlicher Begleiter

riet seinem Gesprächspartner,

in den vierzig Tagen vor Ostern

sein Leben bewusst unter das Motto:

„Vierzig Tage ohne“ zu stellen.

 

Sein Gegenüber sollte

selbst entscheiden,

ohne was er denn diese vierzig Tage

auskommen wolle.

Doch er merkte, dass dieser

Vorschlag für ihn und seine

augenblickliche Lebenssituation

nicht stimmig war.

Innere Regungen auf

diesen Vorschlag hin machten

ihn darauf aufmerksam.

Am Ende des Gespräches

fand sich das für ihn

stimmige Motto:

„Vierzig Tage mit.“

 

Fasten muss

nicht zwangsläufig etwas

mit Verzicht zu tun haben.

Es kann beim Fasten auch

darum gehen, Dinge,

die ansonsten im Alltag viel

zu kurz kommen,

aber dennoch entscheidend

und wesentlich für das Leben

eines Menschen sind,

einfach einmal bewusst zu tun

und sie sich zu gestatten.

 

Was kommt in Ihrem

eigenen Leben zu kurz,

wo es doch so wesentlich

und wichtig für Sie wäre

und ihr inneres Gleichgewicht,

die Beziehung zu anderen Menschen,

die Beziehung zur Schöpfung,

die Beziehung zu Gott?

 

„Ich möchte die vor mir

liegende Zeit einmal ganz

bewusst mit mehr Zuversicht leben.

Vieles in meinem Leben sehe

ich so schwarz und wenig

aussichtsreich.

Ich will bewusst auf

die Menschen und die Dinge

in meinem Alltag achten,

die in mir die Hoffnung

stärken können.“

 

Diese Idee aus

einer Gesprächsrunde

ist eine ganz persönliche Antwort

eines Teilnehmers auf den Vorschlag:

„Vierzig Tage mit.“ –

Was wäre Ihre

ganz eigene Antwort?

 

Um eine ganz

eigene Antwort auf die Frage zu finden,

ist es wichtig, achtsam zu sein,

sich selbst gegenüber,

den anderen Menschen gegenüber;

achtsam zu sein auch

für die Gegenwart Gottes

im eigenen Leben.

Möglicherweise wäre

genau dies für den ein oder

anderen die Antwort:

„Ich möchte dem Leben,

den Menschen und Gott

mit mehr Achtsamkeit

begegnen.“

 

Mit der Achtsamkeit würde

auch die Wertschätzung steigen.

Man finge an zu merken,

dass es nicht immerfort so

weitergehen kann,

wie es gerade geht.

 

Es entwickle sich ein

breitetes Bewusstsein dafür,

dass es mit dem Grundsatz

„immer weiter, immer größer,

immer mehr“ nicht mehr lange

gut gehen kann. Im Großen nicht

und auch nicht in ganz

eigenen Lebensbereichen.

 

Wie immer auch

Ihre Antwort ausfallen mag:

Gestatten Sie sich das Fasten

auch einmal in diesem Sinn:

Fasten – vierzig Tage mit.

 

Ich wünsche Ihnen,

dass Sie dabei ihrer ganz

eigenen Sehnsucht auf die Spur

kommen und mit ihr dem Leben,

wie es Gott für Sie persönlich

gedacht hat,

einen Schritt näher.

 

Ein frohes Fasten!

 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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