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Sundays für future

Beitrag in der Rheinpfalz am 28.6. 2019

 

 

 

Den Kirchen laufen die Leute weg. Die Mitgliederzahlen sinken drastisch. Bis 2060 in der Evangelischen Kirche auf rund 56 Prozent und in der katholischen Kirche auf rund 46 Prozent der heutigen Anzahl.

Eine Frage stellt sich mir in diesem Zusammenhang: Wie selbstverständlich gehen wir mit dem christlichen Glauben heute um, wo er immer weniger selbstverständlich ist und zunehmend aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängt wird? – Möglicherweise zu selbstverständlich, so selbstverständlich, dass man nicht bemerkt, wie er uns allmählich verloren geht und an Leben verliert. Ich mache mir Sorgen um den christlichen Glauben. Der Glaube darf nie allzu selbstverständlich begriffen werden. Er braucht der Pflege. Gewiss: Die Zeiten haben sich geändert. Während viele von uns noch in einem christlichen Milieu großgeworden sind, in dem Glaube tradiert und gelebt wurde, sind wir heute zu einem sehr großen Teil von Milieus umgeben, in denen das Christentum nicht mehr zum Wesentlichen des Lebens gehört. Den meisten Menschen fehlt ohne das Christentum nicht wirklich etwas.

Kann es sein, dass selbst die Kirche allzu selbstverständlich mit dem Christentum umgegangen ist?  Sie sich zu wenig und in angemessener Weise um das Christentum gekümmert hat?  

Mir kommen durchaus Parallelen in den Sinn. Ich denke an den Umgang mit Schöpfung und Umwelt. Mittlerweile protestieren Menschen weltweit und fordern einen anderen Umgang mit Schöpfung und Umwelt ein. „Fridays for future“, heißt die Kampagne, zu deren Zweck Kinder und Jugendliche die Schule schwänzen, um für Klimaschutz zu demonstrieren. Sie halten den Erwachsenen vor, dass sie nicht genug, ja nichts für die Zukunft der Erde und somit der folgenden Generationen tun.

„Vieles von dem, was am Christentum wichtig war und ist, wurde zu selbstverständlich genommen, als dass man sich darum gekümmert hätte, dass es lebendig bleibt“, sagt der Journalist Volker Resing. Seine Worte laden dazu ein, sich auch einmal mit einer anderen Zukunft zu beschäftigen, die mindestens genauso wichtig ist, wie die atmosphärische Klimazukunft: die Zukunft des Glaubensklimas, die Zukunft des Hoffnungsklimas, die Zukunft des Sinnklimas.

Wer sorgt sich um das Christentum? Wer geht dafür öffentlich demonstrierend auf die Straße? Wann wird es, ähnlich den „Freitagen für die Zukunft“, auch „Sonntage für die Zukunft“ geben?

„Sundays for future“ Das wäre ein echt innovativer Akt. Man stelle sich vor, Jugendliche schwänzten Samstagnacht die Disco und am Sonntagmorgen das lange Ausschlafen und strömten in Massen zum Gottesdienst. Man stelle sich vor, sie erkennen wie lebenserhaltend und schützenswert die christliches Glaubenspraxis zum Wohl der gesamten Menschheit ist. Man stelle sich vor, die Begeisterung dafür kennt keine Grenzen, und es bildeten sich Komitees, die sich um viele neue Greta Thunbergs scharen und die Alten anklagen, zu wenig für den Schutz des christlichen Klimas und für die Weitergabe des Glaubens zur Freude und zum Lebensglück kommender Generationen zu tun. Abermillionen Zehnjährige, Sechszehnjährige, Achtzehnjährige, Jüngere und Ältere lesen ihren Eltern die Leviten, weil sie sie um Gott betrogen haben. Sie verlangen zudem von den Verantwortlichen in den Leitungen der Kirchen Entscheidungen für eine Reform der Kirchen und des Glaubens. Das wäre eine Basisbewegung, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat. „Sundays for future.“ Alles nur ein wirrer Traum? Warum eigentlich nicht?

 

 

Anregung durch GiG

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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