thomas diener systemische-lösungsorientierte supervision und coaching geistliche begleitung gestalttherapeutische beratung
thomas diener                                                             systemische-lösungsorientierte                                                             supervision und coaching                                                                                                                                       geistliche begleitung                                                             gestalttherapeutische beratung

Seht, das Kreuz!

Karfreitag

Christen auf der ganzen Welt

gedenken heute des Todes Jesu.

Sie erinnern sich daran, wie es dazu

gekommen ist und wie man Jesus,

dem Sohn Gottes, mitgespielt hat,

wie man gegen ihn vorgegangen

ist, gegen ihn intrigiert hat.

 

Im weiteren Verlauf

dieser Liturgie, werden wir

eingeladen, Jesus am Kreuz

entgegen zu gehen und den

Gekreuzigten durch eine

Verneigung oder einen Kniefall

zu ehren.

 

Das Kreuz führt uns

unverhüllt das Geheimnis seines

Leidens und seines Todes

vor Augen.

 

Während das Kreuz für

die Einen einen Skandal bedeutet,

ist es für uns Christen Ausdruck

der Hoffnung in einem Moment

größter Not.

 

„Wenn ich dieses Kreuz

nicht immer wieder in meine

Hand nehmen könnte;“ sagte

mir eine zu Tode erkrankte

Frau, „ich wüsste nicht, woher

mir Kraft zukommen würde,

mein Schicksal zu tragen.“

 

Manche streiten sich um

dieses Kreuz. Soll es nun

öffentlich aufgehängt werden

oder nicht?

 

Überschreitet das Kreuz

Grenzen des Persönlichen,

die Freiheit des Einzelnen

oder nicht?

 

Das ist nicht die Frage.

Zumindest heute nicht.

 

Die Frage könnte

möglicherweise

diese sein:

 

Was will uns ein Gott

bedeuten, der selbst nicht

davor zurückschreckt,

von Menschen ans Kreuz

genagelt zu werden

und so sein Ende

finden muss?

 

Die Antwort besteht

in einem einzigen Wort:

Alles.

 

Gott will uns alles

bedeuten. Gott will uns

alles sein. Dafür geht

er aufs Ganze, hinein

bis in den Tod.

 

War es nicht das, was

Jesus die Menschen immer

wieder gelehrt hat, dass

Gott ihnen alles bedeuten

möchte und für sie da sein

will?

 

„Gott“, so sagt Jesus

im Gleichnis, „Gott ist für

euch wie ein guter Hirte.

Gott sorgt sich um Euch.

Gott geht Euch nach, wenn

Ihr euch verloren habt.

Gott holt Euch zurück

auf die saftige Weide,

wo Ihr leben könnt.“

 

„Gott“, so sagt Jesus

im Gleichnis, „Gott, ist wie ein

guter Vater. Gott läuft

Euch entgegen. Gott umarmt

und küsst Euch, wenn Euer

Geist zerknirscht ist und Ihr

Euch bis in den Boden hinein

schämt.“

 

„Gott“, so sagt Jesus,

„Gott ist die Liebe. Er liebt Euch

ohne Vorleistungen, ohne

Wenn und Aber, mit einer

Liebe, wie sie Menschen

gar nicht erst möglich ist.“

 

Im ersten Johannesbrief

lese ich:

 

 „Die Liebe Gottes

wurde unter uns dadurch offenbart,

dass Gott seinen einzigen Sohn in die Welt

gesandt hat, damit wir durch ihn

leben.“

 

Und was tun die Menschen,

vornehmlich jene, denen

Jesus von Anfang an ein

Dorn im Auge gewesen ist?

 

Sie hängen

die Liebe an den Nagel.

Sie weißen die Liebe zurück.

Sie treten die Liebe mit Füßen.

Sie schlagen nah ihr

und spucken sie an.

Sie entstellen sie

und lachen sie aus.

 

„Was ist der Mensch,

dass du an ihn denkst“,

fragt der Beter eines

Psalms.

 

„Was ist der Mensch,

dass er Gott verstößt?“

frage ich mich.

 

Die Frage reicht weiter:

Sie wirft einen kritischen

Blick auch darauf, wie Menschen

miteinander umgehen.

 

Wir wissen:

Menschen bewirken Wunderbares.

Menschen zerstören Wunderbares.

Menschen lieben aus ganzem Herzen.

Menschen hassen aus ganzem Herzen.

 

„Was ist der Mensch,

dass er Gott verstößt?

Was ist der Mensch,

dass er andere Menschen

quält und malträtiert?“

 

Ich komme mit dieser

Frage an einen Punkt, an

dem ich selbst keine Antwort

weiß. Meine Antwort ist

sehr oft nur bloßes Entsetzen,

Furcht, Verzweiflung und

Angst vor der Besessenheit

von Menschen, die oft nur

noch blind um sich schlagen,

treten, missbrauchen,

schießen, morden.

 

Mit diesen unbeantworteten

Fragen finde ich mich heute unter

dem Kreuz wieder. Und ich lasse mir

erzählen, wie Jesus auf die

Angriffe seiner Umwelt reagiert

hat. Ein einziges Wort nur

kommt ihm dabei über die

Lippen: „Warum?“

 

Ich befürchte, dass auch ich

keine Antwort auf diese

Frage bekomme. Gott lässt

mich einfach so unter dem

Kreuz seines Sohnes stehen. –

 

Ob das möglicherweise

seine Antwort ist, das

Kreuz und damit all das,

was uns zum Kreuz werden

kann und das aus diesem

Leben einfach nicht

wegzudenken ist?

 

Im Kreuz sei Heil.

Im Kreuz sei Leben.

Heißt es.

 

Nein und nochmals nein.

Nur im Kreuz allein sind kein

Heil und kein Leben

zu finden.

 

Damit das Kreuz

für uns zum Zeichen

der Erlösung werden

kann, muss es besiegt

werden.

 

Das Zerstörende in dieser

Welt muss überwunden

werden. Genau davon erzählt

uns Ostern.

 

Die Liebe, die

sich am Kreuz angenagelt

findet, lässt sich nicht an

den Nagel hängen. Sie

lebt fort, auch über die

Erfahrung des Todes

hinaus. Und jeder, der

an diese Liebe glaubt

und sie lebt, auch.

 

Das lässt mich

zuversichtlich

im Anschluss das Kreuz

entgegennehmen, wissend

um die vielen anderen Kreuze,

die in dieser Welt von Menschenhand

errichtet werden und darum,

dass Christus ihre Macht

endgültig gebrochen hat.

 

„Seht das Holz des Kreuzes,

an dem das Heil der Welt

gehangen.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© Supervision-Coaching-Therapie-Geistliche Begleitung- Pfarrer Thomas Diener