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Gott in allen Dingen

Lk 21-11

 

In Kana findet

eine Hochzeit statt.

Das ganze Dorf ist von

diesem Ereignis betroffen

und feiert mit, sieben Tage lang.

 

Ausgelassenheit und Freude

sind angesagt. Spaß bei Tanz,

Gesang und Gespräch.

 

Doch über die Feier

legt sich ein dunkler Schatten.

Die Krüge sind plötzlich leer.

Der Wein ist alle.

600 Liter Wein

wurden ausgetrunken

bis auf den letzten

Tropfen.

 

Noch bevor

die ganze Feier zu kippen droht,

mischt sich die Mutter Jesu ein:

Sie haben keinen Wein mehr.

Am Ende sind sechs

Wasserkrüge mit dem

besten Wein gefüllt

und die Feier kann

fröhlich fortgesetzt

werden.

 

In ganz

unterschiedliche Richtungen

lädt uns diese Geschichte

zum Nachdenken ein:

 

Das Hochzeitsfest

erinnert an das himmlische Hochzeitsmahl

zu dem Gott den Menschen einlädt

und zu der Freude in Fülle,

die Gott dem Menschen

verheißt.

 

Die leeren Krüge

verweisen auf die Not,

in die ein Mensch geraten kann

und aus der ihn Gott befreien will.

 

Beide Gedanken ließen

sich vertiefen.

 

Die Worte Dietrich Bonhoeffers

weisen in eine andere Richtung.

 

 

In dem, was wir erkennen,

sollen wir Gott finden,

nicht aber in dem,

was wir nicht erkennen;

nicht in den ungelösten,

sondern in den gelösten Fragen

will Gott von uns begriffen werden ...

nicht erst an den Grenzen unserer Möglichkeiten,

sondern mitten im Leben muss Gott erkannt werden;

im Leben und nicht erst im Sterben;

in Gesundheit und Kraft und

nicht erst im Leiden,

im Handeln und nicht erst in der Sünde

will Gott erkannt werden.

 

Mit anderen Worten:

 

Gott ist nicht einfach

nur derjenige,

an den wir uns wenden,

wenn wir an unseren

eigenen Grenzen angelangt sind,

an ihnen zu scheitern drohen

und uns nicht mehr zu helfen wissen,

wenn uns der Wein ausgegangen ist.

Bonhoeffer sagt es selbst so:

 

 

Gott ist nicht der Lückenbüßer

unserer unvollkommenen Erkenntnis,

noch ist er nur die Quelle

letzter Antworten für persönliche

oder menschliche Probleme.

 

Doch gerade in

diesem Zusammenhang

ist er für viele Menschen

von existentieller Bedeutung.

 

Was würden wir tun,

wenn wir uns in unserer Not nicht

an Gott wenden dürften?

Was würden wir tun,

wenn wir nicht darauf vertrauen dürften,

dass Gott uns gerade dann beisteht,

wenn wir uns selbst so haltlos vorkommen

und keinen Ausweg mehr in unserem Leben erkennen können?

Was würden wir tun,

wenn wir das, was schwer

auf unseren Schultern liegt,

nicht Gott selbst anempfehlen

dürften?

 

Heißt es nicht an anderer Stelle

des Evangeliums so:

 

Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt

und schwere Lasten zu tragen habt,

ich werde euch Ruhe verschaffen.

 

Es zeichnet unseren Gott aus,

dass er uns in unserer Not

nicht allein lässt.

Es zeichnet ihn aus,

dass er um unsere Wege weiß

und um unser kleines und

gefährdetes Leben.

Es zeichnet ihn aus,

dass er sich unserer annimmt

und dies oftmals noch

bevor wir ihn darum bitten.

 

Es zeichnet unseren Gott aber auch aus,

dass er uns nicht nur dann nahe sein will,

wenn wir zerschlagen am Boden niederliegen,

sondern dass er der Mittelpunkt

unserer ganzen Existenz sein will.

 

Dass er uns nahe sein will

nicht nur in den ungelösten Fragen,

die uns das Leben zu lösen aufgibt,

sondern auch dann,

wenn uns nichts bedrückt

und nichts unser Herz

schwer machen will.

 

Dass er uns nahe sein will

nicht nur an den Grenzen unserer Möglichkeiten,

dann, wenn wir selbst nicht mehr weiter wissen

und uns verloren haben, sondern auch dann,

wenn wir uns vollkommen frei fühlen,

zufrieden und froh.

 

Dass er uns nahe sein will

nicht nur im Leiden und im Sterben,

dann wenn uns alle Hoffnung

und Zuversicht zu schwinden drohen,

sondern auch mitten im Leben,

in unserer Gesundheit

und in der in unseren Andern

pulsierenden Kraft und Stärke.

 

Mitten im Leben will

Gott erkannt werden.

Mitten in den Wirklichkeiten,

die unser Leben ausmachen.

 

Das sind nicht nur die Wirklichkeiten,

mit denen wir uns in unserem Leben schwer tun,

die uns an diesem Leben und manchmal auch an unserem Gott in die Irre gehen lassen wollen.

Gott will ebenso erkannt werden in der Freude,

in der Zufriedenheit, im Glücklichsein.

 

Die Tatsache,

dass es uns gut geht,

dass wir nichts zu klagen haben,

dass wir uns einfach des Lebens

erfreuen können

hat etwas mit Gott zu tun

und der Gnade, die er uns

schenkt.

 

Manche Menschen

flüchten sich ausschließlich

nur dann zu Gott, wenn sie selbst

nicht mehr weiter wissen,

wenn sie selbst keine Erklärungen

und Antworten auf die Fragen

des Lebens mehr haben,

wenn sie sprachlos sind ob des Schicksals,

das wieder einmal so

unbarmherzig

zugeschlagen hat.

 

Das ist nicht verwerflich

und auch nicht falsch.

Gott ist tatsächlich

unsere Zuflucht.

 

Aber gibt es nicht ebenso viele

glückliche Anlässe in unserem Leben,

Gott bei uns zu wissen -

in der Arbeit,

in den Beziehungen zu den Mitmenschen,

in der Liebe von Mann und Frau,

im Vergnügen und in der Freude,

im Lächeln eines Kindes?

 

Wenn Gott tatsächlich

ein Gott des Lebens für uns ist,

dann ist er uns auch nahe in den Momenten,

in denen wir oftmals, blind vor Glück,

kein Auge mehr für seine

Gegenwart haben wollen.

 

In dem, was wir erkennen,

sollen wir Gott finden,

nicht aber in dem, was wir nicht erkennen;

nicht in den ungelösten, sondern in den gelösten Fragen will Gott von uns begriffen werden ...

nicht erst an den Grenzen unserer Möglichkeiten,

sondern mitten im Leben muss Gott erkannt werden;

im Leben und nicht erst im Sterben;

in Gesundheit und Kraft und nicht erst im Leiden,

im Handeln und nicht erst in der Sünde

will Gott erkannt werden.

 

Alles hinge demnach davon ab,

uns mit Gott nicht nur in den weniger

glücklichen Stunden unseres Lebens

verbunden zu wissen,

sondern uns auch dann

mit ihm zu verbinden,

wenn wir einzig und allein

nur noch Grund

zur Freude haben

und zum Dank.

 

Ich wünsche uns viele Anlässe

zum Glücklichsein:

gelöste Fragen,

Leben, Gesundheit und Kraft

und ein offenes Auge

für die Gegenwart unseres Gottes

auf der Hochzeit unseres

eigenen Lebens.

 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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