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Geht Ihnen Weihnachten           unter die Haut?

 

 

Von Häutung zu Häutung

 

Wir leben von

Häutung zu Häutung

durch Jahre, die sich entfalten.

Unsere trennende Haut wird

immer dünner. In Momenten

sind wir gar hautlos

im Durchgang

zum Licht.

 

                                    Ulrich Schaffer

 

Mit einer Oberfläche

von eineinhalb bis zwei

Quadratmetern ist die Haut das

größte Organ des Menschen.

Es erfüllt eine Menge,

teilweise lebenswichtiger

Funktionen.

 

Unsere Haut ist ein

Schutzschild, ein Stimmungs-

anzeiger, ein Sinnesorgan.

Sie regelt die Temperatur

und die Feuchtigkeit.

Rund zwei Milliarden

Hautzellen schützen den

menschlichen Körper

vor Krankheitserregern,

UV-Strahlen, Austrocknen,

Hitze und Kälte.

Millionen Nervenzellen

in der Haut ermöglichen

zudem einen feinen Tastsinn.

 

Berührungen der Haut

können glücklich machen!

Zärtlichkeiten tun der Haut gut.

 

Manchmal bestehen wir

über und über nur aus Haut,

die berührt werden will.

Das ist unsere schmerzhafte

Berufung, der wie uns widmen,

als wäre jeder Tag der letzte.

 

                                    Ulrich Schaffer

 

Zugegeben in mancher

Haut möchte ich nicht

stecken.

Ich kenne dickhäutige

Menschen und ebenso

dünnhäutige.

Manches geht viel

zu sehr unter die Haut.

Anderes prallt daran

einfach ab.

 

Es gibt Tage,

an denen fühle ich mich

wohl in meiner Haut.

Und Augenblicke, in denen

ich am liebsten aus

meiner Haut fahren

möchte.

 

An Weihnachten

fährt Gott aus seiner

Haut. Er wird Haut.

Geht über in Fleisch

und Blut. Wird Mensch

und schlüpft in

unsere Haut.

 

Das sollte uns

unter die Haut gehen!

Geht Ihnen Weihnachten

unter die Haut?

 

Diese Tage sind besetzt

mit vielen unterschiedlichen

Emotionen. Dabei kann uns

einiges unter die

Haut gehen.

 

Und sicherlich gibt es in

diesen Tagen auch

Momente, in denen

wir das Ein oder Andere

hinunterschlucken,

weil wir nicht

aus der Haut fahren

wollen - nicht

an Weihnachten.

 

Weihnachten

will nicht nur unter

die Haut gehen.

Die Menschwerdung

Gottes will uns in der

Tiefe unserer Seele

anrühren.

 

 

Lassen wir uns

die Botschaft dieser

Nacht, die die Hirten

auf den Weg gebracht

hat, selbst unter

die Haut gehen und

noch ein wenig

tiefer?

 

Das setze voraus,

dass wir das dicke Fell,

das uns im Laufe des

Lebens gewachsen ist

und mit dem wir gelernt

haben, uns immer wieder

zur Wehr setzen und uns andere

von der Pelle zu halten,

ablegen, dünnhäutig werden

für das Wunderbare,

das durch die Geburt

Jesu geschehen ist.

 

Weihnachten lädt uns

dazu ein, dünnhäutig zu werden

in einer Welt, die immer

dickhäutiger wird.

 

Die bestimmt wird

durch so viele Gegensätze,

die mittlerweile einfach

nicht mehr auszugleichen

sind.

 

Durch Spannungen, durch

Verschiedenheiten, durch

Trennungen und Abgrenzungen,

die einfach, so scheint es,

nicht mehr zu überwinden

sind.

 

Der Umgang unter

Menschen gestaltet sich

schwieriger als je zuvor.

Die Sprache der Menschen,

die Worte, die sie aneinander

richten, haben sich

verändert. Der Ton ist

nicht nur rauer, vielmehr

auch unversöhnlicher

und aggressiver

geworden.

 

Viele stellen das fest.

Viele stoßen sich daran.

Viele sind entsetzt.

Viele sind verletzt.

 

Da bleibt einem gar

nichts anderes übrig als

sich eine dicke Haut

zuzulegen, damit uns

vieles eben nicht

mehr berührt.

 

Doch die Gleichgültigkeit

ist unser gefährlichster

Feind und eine Elefantenhaut passt

eben nun einmal nicht zu Weihnachten.

 

Gott rechnet mit unserer

Dünnhäutigkeit.

Mehr noch. Er bleibt

darauf angewiesen,

dass wir uns seine

Menschwerdung

unter die Haut

gehen lassen.

 

Und diese verändert

bekanntlich

alles:

Der Theologe Karl Rahner

deutet die Veränderung auf

diese Weise:

 

Weihnacht sagt:

Alle Zeit ist schon umfasst

von der Ewigkeit, die selber

Zeit wurde.

Alle Tränen sind im Innersten

schon versiegt, weil Gott

selbst sie mitgeweint hat

und schon aus seinen

Augen wischte.

Alle Hoffnung ist eigentlich

schon Besitz, weil Gott

schon von der Welt besessen

ist. Die Nacht der Welt

ist schon hell geworden.

 

Dünnhäutig zu werden

in einer Welt, die immer

dickhäutiger wird,

das bleibt eine Herausforderung

und ein Wagnis. Ein Risiko

alle mal. Gott ist dieses

Risiko eingegangen.

 

In dem er in unsere

Haut geschlüpft ist, hat er

sich zugleich verwundbar

gemacht. Wehrlos liegt

das Kind in der Krippe,

vollkommen ausgeliefert.

Wehrlos hängt Jesus

auch am Kreuz!

 

Beides geht unter

die Haut! Kann uns nicht

gleichgültig lassen. Will uns

öffnen und einladen,

an Gottes Liebe,

die uns heute offenbart

wird, mit Haut und Haaren

zu glauben.

 

Auch die Liebe geht

unter die Haut. Sie reicht

noch tiefer. Sie vermag

Menschen von innen

her zu verändern und

überwindet die Sperren,

die wir von Mensch zu

Mensch gesetzt haben.

Sie befreit zum Leben.

 

Wir leben von

Häutung zu Häutung

durch Jahre, die sich entfalten.

Unsere trennende Haut wird

immer dünner. In Momenten

sind wir gar hautlos

im Durchgang

zum Licht.

 

Weihnachten ist ein

solcher Moment, der uns

einlädt, hautlos zu werden,

damit das Licht aus dem Stall

durch die Nacht hinüberleuchten

kann in die Tiefe unseres

Herzens und durch uns

in die Dunkelheiten

dieser Welt.

 

www.Synodalerweg.de

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

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