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Erwecke deine Kirche

Lk 6,27 ff

Das ist das Revolutionäre

an der ganzen Botschaft Jesu,

dass er den Menschen dazu

auffordert die Dinge zu tun,

die der Mensch von sich aus niemals

selbstverständlich tun würde.

 

So hatte man es Menschen

zunächst gelehrt und so hatten sie es

von Anfang an begriffen:

 

Hass Deine Feinde.

Schlag den nieder,

der dich zuerst

geschlagen hat.

Lass Dir nichts weggenehmen.

Besteh auf Deinem Recht und

setze es durch.

Sei zu denen gut, die auch

zu dir gut sind.

 

Doch es sollte noch

schlimmer kommen:

 

Für ihre

ganz eigenen Belange

nahmen Menschen selbst Gott

in Anspruch und scheuten

sich nicht davor, ihn

vor den Wagen ihrer

ganz eigenen Absichten

zu spannen.

 

So missbrauchten Menschen

nicht nur andere Menschen.

Sie missbrauchten auch

ihren eigenen

Gott.

 

Das Alte Testament

erzählt davon auf über

vielen hunderten von

Seiten.

 

Nein, sagt Jesus,

das ist der falsche Weg.

Und selbst dann, wenn dieser

Weg von vielen gegangen

wird, so schlage du ihn

nicht ein. Nimm einen

anderen.

Verhalte dich anders

und wenn es sein muss,

schwimm gegen den

Strom. Denn:

 

„Ein neues Gebot gebe

ich euch: Wie ich euch

geliebt habe, so sollt

auch ihr einander lieben.“

 

Liebt eure Feinde.

Tut denen Gutes, die euch hassen.

Segnet die, die euch verfluchen.

Haltet dem die Wange hin,

der euch schlagen will.

Gebt ohne Absicht.

 

Eine aufrichtige Liebe

zu Gott, meint Jesus,

äußert sich auch in der

Liebe gegenüber dem

Nächsten. Die Liebe drängt

danach, sich zu teilen

und sich zu verschenken.

 

Das ist das Revolutionäre

an der ganzen Botschaft Jesu,

dass er den Menschen dazu

auffordert die Dinge zu tun,

die der Mensch von sich aus niemals

selbstverständlich tun würde.

 

Damals nicht.

Und heute?

 

In welcher Gesellschaft

leben wir heute?

Welche Maßstäbe setzen

die Menschen,

mit denen wir zu tun haben?

Was sind die Werte, die

uns unsere Gesellschaft und ihre

Einrichtungen, auch die Kirchen,

lehren und für die sie

stehen?

 

Nein, ich will diese Fragen

nicht wirklich vertiefen, weil

ich mich vor den Antworten

fürchte. Weil ich fürchte,

dass es in vielen Bereichen

so ganz anders ist,

als wir uns dies

so gerne vormachen,

nicht nur in unserer Kirche,

aber gerade doch auch hier

und zwar an dem Ort und in einem

System, wo Jesu Einladung,

die Liebe zu leben, immer wieder

angenommen werden sollte.

 

Vieles erscheint

so verlogen und bösartig.

Es geht um die Macht

des Stärkeren. Es geht um

Erfolg und Einfluss. Er geht

um Gewinn und Geld.

Es geht um ganz eigene

Interessen.

Auch in der Kirche.

 

Die zahllosen Missbrauchsskandale

in unseren eigenen Reihen decken

diese Grundhaltungen zunehmend

auf. Das ist beschämend und

verletzend und demütigend.

Das macht auch wütend.

Es zerstört zudem bei vielen

noch das bisschen

vorhandene Glauben

an einen Gott, der

so vieles so anders

gewollt hat und

will.

 

Viele Bemühungen von Menschen

zielen ausschließlich daraufhin ab,

sich selbst vor Schaden zu bewahren.

Sie zielen daraufhin ab, das Ich,

das ganz eigene, in den

Vordergrund zu stellen.

 

Und so verbringen viele

ihre Zeit damit, den ganz eigenen

Kopf in dem Wandel dieser Zeit

und den Herausforderungen

dieser Welt über Wasser

zu halten.

Sie weichen jedoch

dem Blick der anderen

aus und auch den ganz

wesentlichen Entscheidungen,

die mit dem Menschen und

seiner Existenz verbunden und

zu treffen sind.

Auch in der Kirche.

 

Namhafte Theologen 

Und Katholiken in Führungspositionen

riefen in den vergangenen Wochen

zu einem tiefgreifenden Wandel

in der Kirche auf. Wieder einmal.

 

In einem offenen Brief

an den Vorsitzenden der DBK,

Kardinal Marx, schreiben sie,

an alle Bischöfe gerichtet:

 

"Binden Sie sich selbst durch echte

Gewaltenteilung - das passt besser

zur Demut Christi und in den 

Rahmen der für Sie alle geltenden

Gesetze.

 

Bauen Sie die Überhöhungen

des Weiheamtes ab und öffnen

Sie es für Frauen.

Stellen Sie den Diözesanpriestern

die Wahl ihrer Lebensform frei,

damit der Zölibat wieder glaubwürdig

auf das Himmelreich verweisen kann."

 

Außerdem fordern sie

einen "Neustart mit der Sexualmoral",

einschließlich einer "verständigen

und gerechten Bewertung 

von Homosexualität."

 

Die Unterzeichner des Briefes

bitten Kardinal Marx, in Rom

den "wichtigsten Ertrag" der von

den deutschen Bischöfen beauftragten

Missbrauchsstudie zur Sprache zu bringen:

"Missbrauch in unserer Kirche

hat auch systemische Gründe",

meinen die Unterzeichner.

 

Das ist das Revolutionäre

an der ganzen Botschaft Jesu,

dass er den Menschen dazu

auffordert die Dinge zu tun,

die der Mensch von sich aus niemals

selbstverständlich tun würde.

 

Zwei Wochen ist es her,

da verfolgte ich im Fernsehen

eine Gespräch zwischen

dem Erzbischof von Wien,

Christoph Kardinal Schönborn

und einer ehemaligen

Ordensfrau, eine vom

Missbrauch betroffene

Frau, die mittlerweile

verheiratet ist und

eine Familie hat.

 

Das Gespräch verlief

in einer für das Medium

Fernsehen außergewöhnlichen

Atmosphäre.

Offen, wertschätzend,

anerkennend, empathisch,

miteinander ringend und

suchend. Ich war sehr

berührt von diesem

Gespräch und zugleich

zutiefst beschämt

über seine Inhalte.

 

Was mir das Zusammensein

dieser beiden Menschen gezeigt hat ist,

dass Dialog funktionieren kann.

Dass Menschen zueinander finden

können, trotz aller Verletzungen,

die man ihnen zugefügt hat.

Dass man zwar nicht immer

um eine adäquate Antwort

weiß, dass jedoch schon

die bloße Bereitschaft,

dem anderen Zeit und Aufmerksamkeit

zu schenken, heilend

sein kann.

Dass niemand davon entbunden

ist, den ersten Schritt auf den

anderen zuzutun.

Dass es mit Gottes Hilfe

gelingen kann, Mauern

einzubrechen und

Verbindungen von

Mensch zu Mensch

entstehen zu lassen.

 

Das ist das Revolutionäre

an der ganzen Botschaft Jesu,

dass er den Menschen dazu

auffordert die Dinge zu tun,

die der Mensch von sich aus niemals

selbstverständlich tun würde.

 

Haben wir Mut, das von vielen

nicht mehr als selbstverständlich

Geachtete zu tun.

Haben wir Mut,

zu anderen Maßstäben und Werten,

die das Angesicht des Menschen

und das Angesicht dieser Welt

verändern können.

Haben wir Mut, in unserer

Kirche mit den Maßstäben

des Evangeliums, es sind

Gottes Maßstäbe,

zu messen.

 

Denn das ist das Gebot,

das Jesus gerade seiner Kirche

ans Herz gelegt hat:

 

Einander zu lieben,

wie er uns geliebt hat.

Denn nach dem Maß mit dem

wir messen, wird uns zugemessen

werden.

 

Der Katholikenrat unserer

Diözese sagt in seiner jüngsten

und sehr lesenswerten Stellungnahme

zum Thema sexueller Missbrauch

in der katholischen Kirche und

den Folgen:

 

 „Es braucht eine Dialog-

und Konfliktkultur auf allen Ebenen

kirchlichen Lebens, in der auf Augenhöhe,

wertschätzend, transparent und offen

gemeinsam um die Zukunft der Kirche

gerungen wird.

Nur so kann verloren gegangenes

Vertrauen zurückgewonnen werden,

das notwendig ist, um unserem Auftrag

als Christinnen und Christen in der Welt

von heute gerecht zu werden.“

 

In diesem Sinne möchte

ich bitten:

 

Herr, erwecke deine Kirche

und fange bei mir an.

Herr, baue deine Gemeinde

auf und fange bei mir an.

Herr, bringe deine Liebe

und Wahrheit zu allen

Menschen und fange

bei mir an.

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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