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Erfülltes Herz

LK 6,39-45

 

„Wovon das Herz überfließt,

davon spricht sein Mund.“

 

Es ist dieser kleine Vers,

der meine Aufmerksamkeit auf

sich lenkt. Er lädt mich ein,

weiterzudenken. Achtsam

zu sein für die Menschen in

meiner Umgebung, achtsam

auch mir selbst gegenüber.

 

Wovon fließt mein Herz über?

Was erfüllt es? Mit was ist es

durchdrungen?

 

Haben Sie selbst eine Ahnung

davon, was ihr Herz erfüllt?

 

Den Worten zufolge ist es

ein Einfaches, zu entdecken,

wovon das Herz überfließt.

Wir müssten nur unseren

eigenen Worten Beachtung schenken,

all dem, was wir so sagen einen

ganzen lieben Tag lang; welche

Themen unser Reden beeinflussen

und welche es nicht tun.

 

Und wenn wir erahnen möchten,

wovon das Herz eines anderen

Menschen angefüllt ist, dann

sollten wir einmal genau auf

seine Worte achten, auf die Themen,

die er mit Vorliebe anschneidet,

auf die Dinge, die in seinen

Worten nicht vorkommen.

 

Es gibt Menschen, deren

Herz angefüllt ist mit Dankbarkeit.

Sie wissen und sie haben es auch

so erfahren, dass ihnen in ihrem

Leben sehr vieles geschenkt

ist. Und sie empfinden dies

nicht als selbstverständlich.

 

Wovon werden diese Menschen

sprechen? Welchen Blick werden

sie auf das Leben und die anderen

Menschen haben? Woran spürt

man ihnen diese Dankbarkeit

an?

 

Es gibt Menschen, deren Herz

ist angefüllt mit Neid und Missgunst.

Mit Argwohn blicken sie auf andere.

Sie missgönnen anderen ihr Glück.

 

Wovon werden diese Menschen

sprechen? Welchen Blick werden

sie auf das Leben und die anderen

Menschen haben? Woran spürt

man ihnen den Neid und die

Missgunst an?

 

Es gibt Menschen, deren Herz

ist übervoll mit Freude angefüllt.

Einer echten und tiefen Freude.

Selbst an den kleinsten Kleinigkeiten

haben sie ihre Freude. Sowie am

Leben überhaupt.

 

Wovon werden diese Menschen

sprechen? Welchen Blick werden

sie auf das Leben und die anderen

Menschen haben? Woran spürt

man ihnen diese innere Freude

an?

 

Es gibt Menschen, in deren Herzen

überwiegend schlechte und böse

Gedanken sind. Mit der entsprechenden

Einstellung gehen sie an das Leben

und an die Menschen heran.

 

Wovon werden diese Menschen

sprechen? Welchen Blick werden

sie auf das Leben und die anderen

Menschen haben? Woran spürt

man ihnen diese Boshaftigkeit

an?

 

Es gibt Menschen, deren Herzensgrund

besteht aus lauter Vertrauen und Glauben,

aus Hoffnung und Zuversicht, aus

Lebensbejahung und Optimismus.

Offen und beherzt wenden sie

sich dem Leben und den Menschen

zu.

 

Wovon werden diese Menschen

sprechen? Welchen Blick werden

sie auf das Leben und die anderen

Menschen haben? Woran spürt

man ihnen diese positive

Herzenshaltung an?

 

Ich bin sicher, Sie alle

kennen solche Menschen.

Und sie wissen auch ganz

genau, wie sie auf Sie wirken.

Auf Sie und das Umfeld in

dem sich diese Menschen

bewegen.

 

Manche von ihnen rauben

uns die Energie. Am Ende

einer Begegnung mit ihnen

fühlen wir uns ausgelaugt

und leer. Wir spüren,

dass uns die Begegnung

mit ihnen nicht gut

getan hat.

 

Andere von ihnen

bereichern uns, stecken

uns an mit Energie

und Leben. Wir fühlen

uns beschenkt. Wir spüren,

dass uns die Begegnung

mit ihnen gut tut und

freuen uns bereits

auf das nächste Mal.

 

Doch es soll uns nicht

so sehr darum gehen,

den Splitter im Auge

der anderen hervorzuheben.

Die Frage richtet sich in

erster Linie immer an

uns selbst:

Wovon fließt mein eigenes

Herz über? Was erfüllt es?

Mit was ist es durchdrungen?

Denn wovon unser Herz

überfließt, davon spricht

auch unser Mund.

 

Sie spüren es.

Es geht um Selbsterkenntnis.

Es geht um die

Wahrnehmung der eigenen Person.

Und es geht auch um etwas,

was ich gerne als Herzenshygiene

oder Herzenskultur bezeichnen

möchte.

 

Wie achtsam nehmen wir

unser Herz wahr, das, was

in ihm steckt? Und wie können

wir unserem Herzen Gutes

tun?

 

Seit dem 4. Jahrhundert

gibt es das sogenannte

Herzensgebet.

 

Man sagt sich, so oft es

möglich ist, vor:

„Herr, Jesus Christus,

Sohn Gottes, erbarme

dich meiner.“

 

Dabei verbindet

man das Wort,

mit dem Atemrhythmus.

Beim Einatmen sagt man:

„Herr Jesus Christus“

und beim Ausatmen:

„Sohn Gottes, erbarme dich

meiner.“

 

Man kann das Wort

auch abkürzen, etwa beim

Einatmen: „Jesus“, und beim

Ausatmen: „erbarme dich meiner“

sprechen.

 

Dabei geht es nicht darum

über das Gebet nachzudenken.

Vielmehr soll der Geist Jesu

immer mehr in einen Menschen

eindringen.

 

Man soll sich beim Einatmen

vorstellen, wie Jesus in das Herz

einströmt und es mit Wärme

und Liebe erfüllt.

Beim Ausatmen soll man sich

dann vorstellen, wie die Liebe

Jesu den ganzen Leib durchdringt,

vor allem auch in die dunklen

und unbewussten Bereiche

meines Leibes und meiner

Seele einfließt und sie

erhellt und verwandelt.

 

Ich will Sie einmal zu

dieser Übung einladen …

 

Anselm Grün schreibt

zu dieser auch heute noch

viel praktizierten Mediation,

zu der das Herzensgebet einlädt:

 

„Für mich ist das Herzensgebet

der Weg, auf dem ich Jesus als

meinen Freunde erahne und ab

und zu auch erfahren darf.

Ich stelle mir vor, wie Jesus

in meinem Herzen wohnt

und mit ihm die Freude.

Und ich weiß, dass mit Jesus

eine Freude in mir ist, die

mir niemand nehmen kann.

Jeden Morgen, wenn ich

meditiere, komme ich in Berührung

mit einer Quelle der Freude,

die auch durch Konflikte

des Alltags nicht erstickt

werden kann.

Es ist meine Aufgabe, diese

innere Freude auch in die alltäglichen

Besprechungen und Begegnungen

hineinzutragen.

Aber ich spüre auch, dass ich

die Freude in mir schützen muss.

Denn allzu leicht wird sie

wieder verdeckt vom Ärger

über dieses oder jenes

Missgeschick.

Die Freude braucht

Achtsamkeit, damit sie nicht

erstickt unter den negativen

Emotionen, denen ich in

vielen Gesprächen

ausgesetzt bin.“

 

„Wovon das Herz überfließt,

davon spricht sein Mund.“

 

Wovon fließt Ihr Herz über?

Was erfüllt es? Mit was ist es

durchdrungen?

 

Die Frage ist die:

Lasse ich mich von den

destruktiven Gefühlen

meiner Umwelt und des

anderen anstecken, oder

gelingt es mir, die Freude,

die mir Christus und der Glaube

schenken,

in mir durchzuhalten

und dem anderen

einen Funken davon

zu vermitteln?

 

„Wovon das Herz überfließt,

davon spricht sein Mund.“

 

Achten Sie auf

Ihr Herz und seine

Regungen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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