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"Alles beginnt mit der Sehnsucht."

Lk 11,1-13

„Alles beginnt

mit der Sehnsucht“,

sagt die jüdische

Schriftstellerin

Nelly Sachs.

 

„Alles beginnt mit

der Sehnsucht“, - auch das

Beten von Menschen.

Diese Sehnsucht lässt

sich durchaus näher

beschreiben.

 

Ein Lied in unserem

Gotteslob bringt

die Sehnsucht auf

den Punkt, die dem

Beten vorausgeht:

 

„Da wohnt ein Sehnen

tief in uns, o Gott, nach

dir, dich zu sehn, dir nah

zu sein. Es ist ein Sehnen,

ist ein Durst nach Glück,

nach Liebe, wie nur du

sie gibst.“ GL 828

 

Der Heilige Ignatius

lädt den Beter vor dem

Beten dazu ein, Kontakt

mit sich selbst, dem eigenen

Suchen aufzunehmen.

Er solle sich fragen, was er

ersehnt und diesen

Wunsch betend

ausdrücken.

 

Vielleicht eine der schönsten

und zugleich überraschendsten

Aussagen, weil sie aus einem

Interview mit Michael

Gorbatschow stammt,

lautet:

 

„Beim Beten geht es

um das Bewusstwerden

eines inneren Seelenzustandes,

bei dem sich der Mensch seiner

Liebe zu Gott und der Liebe

Gottes zu ihm erfreut.“

 

 

Es gibt viele Erfahrungen

mit dem eigenen Beten

und viele Bücher dazu.

Doch vielleicht ist eine

der wichtigsten Aussagen

zum Beten die des

heiligen Paulus:

 

„Wir wissen nicht,

wie wir beten sollen,

aber der Geist betet in uns

mit unaussprechlichem

Seufzen.“ (Röm 8,26)

 

Sollte Beten heißen:

sich selbst dem leisen Gebetsstrom

des Heiligen Geistes in sich zu

überlassen und so beten zu

lernen?

 

Jesus betet an einem Ort.

Im Anschluss an sein Gebet

treten die Jünger an ihn heran.

Sie bitten ihn: „Herr, lehre uns

beten.“

 

 

Wie schaut die Geschichte

Ihres eigenen Betens aus?

Was sind Ihre ersten Erinnerungen

an das Beten?

Wie hat sich Ihr Beten

weiterentwickelt?

Welche Gebete sprechen

Sie besonders an?

Was sind Schwierigkeiten

Ihres Betens?

Was hilft Ihnen zum und

beim Beten?

 

Der „Papst des Lächelns“,

der Papst der 33 Tage, der Papst,

der Gott „Mutter“ nannte,

Papst Johannes Paul I.,

erklärte einmal mit

einem einfachen

Beispiel Weisen

und Stufen des

Betens.

 

Ausgangspunkt seiner

Überlegungen ist der

Geburtstag seines Vaters.

 

„Das kleinste Kind kommt

mit einem Blumenstrauß

und einem auswendig gelernten

Gedicht. Der älteste Sohn hält

eine Rede, in der er ausdrückt,

was der Vater ihm und seiner

Familie bedeutet. Die Tochter

hat nur einen Blumenstrauß

und bringt beim Überreichen

kaum ein Wort heraus.

Seine Frau schließlich

schaut ihn nur liebevoll

ein paar Augenblicke an

und umarmt und küsst

ihn.“

 

Dies, so Johannes Paul I.,

seien die Stufen und Weisen

des Betens:

 

Es gibt das mündliche

Gebet, das sich an Gesten,

an gelernten Gebeten

ausrichtet.

Die zweite Weise ist

die Meditation, die Besinnung

meint und aus Besinnlichkeit

kommt.

Eine dritte Weise ist das

affektive Gebet, das stark von

inneren Empfindungen

geprägt ist.

Die vierte Weise ist schließlich

die des einfachen Betens.

Sie ist stilles, ganz aus der

Herzmitte kommendes

Verweilen in der Gegenwart

Gottes.

 

Es gibt viele Namen

und viele verschiedene

Gebetsweisen. Immer jedoch

geht es beim Beten um

Beziehung. Die Beziehung

zu Gott. Es geht um einen

Gottes-kontakt.

 

Beten bedeutet

mit Gott in Kontakt treten,

mit ihm im Kontakt

stehen und auch bleiben.

So verstanden kann

das ganze Leben zu

einem Gebet werden.

Der Mensch selbst

wird damit zu einem

Gebet, sofern er in

Beziehung zu Gott

steht.

 

Ein Leben, das sich

von Gott getragen weiß,

sich Gottes Anwesenheit

bewusst ist und versucht,

auf Gottes Willen zu hören,

ist Gebet.

 

Für die Französin

Simone Weil,

die ganz bewusst ein

distanziertes Verhältnis

zur Kirche hatte, war das

Vater unser ein wichtiges

Gebet. Sie glaubte, dass

ein einziges, regelmäßig

in großer Aufmerksamkeit

gebetetes Vater unser

einen Menschen verwandele

und in Gott hinein führe.

 

 

Jesus lehrt seine Jünger

dieses Gebet zu sprechen.

Es geht in diesem Gebet

um alles.

 

Um Gottes Willen.

Das Überleben des Menschen.

Die Vergebung von Schuld,

sowohl der eigenen wie

auch derer, die an uns

schuldig geworden

sind. Es geht um

Frieden und Freiheit.

Um die tiefen Sehnsüchte, die

einen Menschen betreffen

können, um die Bewahrung

vor dem Bösen.

 

Und es geht

um die innigste Beziehung

zwischen Gott, der dem

Menschen alles werden will

und den Menschen, der

dazu eingeladen ist, sein

Suchen auf Gott hin

auszurichten.

 

Jesus verdeutlicht

die Beziehung zwischen

Gott und Mensch im Anschluss

an das Gebet, das er seine

Jünger zu beten lehrt.

 

Er sagt:

Gott ist wie ein Freund.

Zu ihm kannst du jederzeit

kommen, mit ihm kannst du

über alles sprechen, seiner

darfst du dir sicher sein.

 

Durch sein eigenes Leben

und Beten lädt uns

Jesus ein, selbst immer wieder bei Gott

anzuklopfen, ihn zu bitten,

in dem festen Vertrauen,

dass er uns nicht vor

der Tür stehen lassen

wird, uns vielmehr

öffnet und uns das

reicht, das unsere

Sehnsucht nach

Heil und Ganzheit

stillt.

 

„Alles beginnt mit

der Sehnsucht“, sagt

Nelly Sachs. Auch unserem

Beten geht die Sehnsucht

voraus.

 

Wonach sehnen Sie sich?

Was ist Ihr ganz eigenes

Verlangen?

Worum möchten Sie

Gott bitten?

 

Wie immer Ihr

eigenes Beten aussehen

mag. Lassen Sie sich darauf

ein, Beten auszuprobieren.

Finden Sie Ihre ganz

eigene Weise, mit Gott

in Kontakt zu treten und

mit ihm in Kontakt

zu bleiben.

 

Haben Sie keine Scheu

in Ihrem Beten aufdringlich

zu werden. Die Aufdringlichkeit

ist durchaus eine Sprache

des Gebets.

 

Wir haben uns in unseren

Gottesdiensten viel zu sehr

an eine Gebetssprache gewöhnt,

die allzu feierlich und abgehoben

wirkt. Dagegen mag es Gott

konkret. So konkret, wie

das Leben eben ist.

 

Ja, Beten hat mit

dem Leben zu tun.

Auch dann, wenn zum Inhalt

des Betens möglicherweise

das Gebet selbst wird:

 

Herr, ich weiß nicht,

worum ich bitten soll.

Du allein kennst meine

Bedürfnisse, die mir verborgen

sind.

Ich wage es nicht, um Leid

oder Trost zu bitten; erniedrige

oder erhöhe mich. Nach deiner

Barmherzigkeit tue für mich,

was für mich richtig ist.

Schweigend verehre ich

deinen Willen, ohne ihn zu

kennen.

Dir überlasse ich mich.

Dir gebe ich mich ganz.

Keinen anderen Wunsch

will ich haben, als deinen

Willen zu erfüllen.

Lehre mich beten,

und bete du selbst

in mir.           (aus: 100 Gebete, die das Leben verändern)

 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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