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Wer willst du für mich sein, Jesus?

Mk 8,27-35

 

Haben Sie es selber

schon einmal bemerkt?

In regelmäßigen Abständen

wird uns das heutige Evangelium

zu Gehör gebracht und

damit die Nachfrage

nach dem, wer Jesus

für uns sei.

 

So als ob sich die einmal

von uns gegebene Antwort

stets verändern würde und

immer wieder neu von

uns bedacht werden

müsse.

 

Nun, ganz so abwegig

ist dies wohl nicht. Ganz

nach der jeweiligen Lebenssituation,

in der wir uns gerade befinden,

fallen die Antworten auf

die Frage Jesu aus.

 

„Als ich ihn kennenlernte“,

schreibt der Karmelit Reinhard

Körner, „war er der liebe Gott.

In unserer Wohnstube hing

ein Kreuz, da war er angenagelt.

In der Kirche hieß der liebe

Gott Christus oder Herr Jesus

Christus.

Von Weihnachten bis

Anfang Februar war er

das Jesuskind in der Krippe,

und in der Osterzeit stand

er als farbenfrohe Holzfigur

neben dem Altar, das

Auferstehungsbanner in

der Hand. (…)

Ich glaubte an ihn, wie

meine Eltern, wie der Pfarrer,

der Kaplan und wie wir

alle in der kleinen Kirchen-

gemeinde. Und ich wusste,

dass er uns sehr lieb hat.

Ich konnte ihm alles sagen,

was mich bedrückte.

Ich betete zu ihm,

dass er alle Menschen

beschützen möge,

und auf dem Weg zur

Schule, dass er meinen

Verstand erleuchte.

Jesus Christus, der liebe

Gott, war mein Beschützer

und mein Helfer in den

kindlichen Nöten.“

 

„Ihr aber, für wen

haltet ihr mich?“

 

Die Frage ist grundsätzlicher

Art. Sie stellt sich immer wieder

neu und anders. Sie stellt sich

jedem von uns. Sie sucht auch

die Antwort in unserem Leben.

 

Also gebe ich sie weiter,

an Sie alle: Für wen halten

Sie Jesus? Haben Sie Ihre

eigene, ganz persönliche

Antwort schon gefunden?

Eine Antwort, die auch

tatsächlich mit Ihrem

Leben zu tun hat

und mehr ist als die

Antwort, die der

Katechismus für

uns alle bereithält?

 

Meine Vermutung

ist die, dass es auf die

Frage Jesu, mindestens

so viele unterschiedliche

Antworten gibt, wie Menschen

in dieser Kirche sind.

 

Ist das verwunderlich?

Nein. Sicherlich nicht.

Sofern jeder Mensch

einzig ist in seinem

Denken und Fühlen,

so persönlich ist auch

die Antwort auf Jesu

Frage, wer er für

ihn sei.

 

Reinhard Körner

schreibt weiter:

 

„Die Fragen kamen

bald. Und mit den Fragen

Verunsicherungen. Die

erste war fundamental:

Gott, den gäbe es überhaupt

nicht, sagt uns der Dorfschullehrer

in der ersten Klasse. Er sei ja

nicht beweisbar. Das hörte

ich in den späteren Klassen

immer wieder.“

 

Der Glaube an Jesus

Christus, ruht nicht auf

einer einmal gegebenen

Antwort auf die Frage,

wer er für uns sei.

 

Einmal gegebene

Antworten können durchaus

erschüttert werden. Also

müssen sie immer wieder

neu gesucht werden.

 

Dazu fordert uns das

Leben heraus. Dazu fordert

uns Jesus selber heraus:

„Für wen hältst du mich?“

 

Was ich früher als

Kind von Jesus gehalten

habe, das kann heute

durchaus nicht mehr

stimmig sein, also mit

meinem Leben und den

gemachten Erfahrungen

übereinstimmen.

 

Alle Antworten auf die

Frage Jesu scheinen

vorläufig zu sein.

 

Das kann verunsichern.

Das eröffnet aber zugleich

die Chance, Jesus in einer

stets neuen Bedeutung

für mich und mein

augenblickliches Leben

zu entdecken.

 

„Für wen hältst

du mich?“ Wir könnten

den Spieß auch einfach

einmal herumdrehen

und Jesus die Frage

stellen:

 

„Jesus, wer willst

du für mich sein?“

 

Ich glaube, dass diese Frage

noch herausfordernder

sein kann, als die Frage Jesu,

wer er für mich sei.

 

Jetzt geht es nämlich

darum nur hinzuhören.

Auf sein Wort zu hören.

Seine Stimme in mir

wahrzunehmen und

zuzulassen.

 

Dabei kann es durchaus

geschehen, dass seine

Antwort ein ganz andere

als die meinige ist.

 

Probieren Sie es einmal.

Nehmen Sie sich Zeit,

suchen Sie die Stille

und stellen Sie ganz

bewusst Jesus die

Frage:

 

„Herr, wer willst

du im Augenblick, hier, wo

ich gerade stehe, mit all dem,

was mein Leben so ausmacht

und bestimmt, für mich sein?“

 

Und dann schweigen

Sie. Und dann horchen

Sie. Einfach nur hin.

Ohne große Worte

zu machen.

 

Reinhard Körner stellt

eine Veränderung in seiner

Christuswahrnehmung

und – beziehung fest.

Er schreibt:

 

„Dieser Jesus ließ

mich nicht mehr los.

Seine Art zu leben, mit

den Menschen umzugehen,

die Freiheit, die in allem

zu spüren ist, was er redete

und tat, und nicht zuletzt

die Art, wie er von Gott

sprach, an den er

so selbstverständlich

glaubte – all das berührte

mich und bewegte mich.

(…)

Jesus, der anfangs der

göttliche Beschützer und Helfer

für mich war, wurde mehr und

mehr zu meinem Lehrer,

zum Lebmeister, der mich

in seine Lebensschule nahm.

Bei ihm lernte ich erahnen,

was Menschsein bedeuten

kann und dass er Menschen

zu Menschen macht.“

 

Die Beziehung zu Jesus

ist stets eine lebendige

Beziehung, die zu jeder

Zeit eine neue Antwort

braucht.

Jesus fordert zu dieser

Antwort heraus, so wie

auch das Leben, so

lange es dauert, eine

Herausforderung für

uns Menschen darstellt

und stets nach neuen

Antworten verlangt.

 

Ich darf mir die Frage

von Jesus immer wieder

stellen lassen, für wen

ich ihn halte. Noch mehr

darf ich ihm aber die

Frage stellen, wer er

denn für mich sein

möchte.

 

Und schon befinden

wir uns in einem Gespräch

mit ihm, wie mit einem

guten Freund, der einfach

nur einzig für mich ist.

 

Auch diese Antwort

kann durchaus genügen:

Dass er einzig für mich

ist, ein Leben lang und

darüber hinaus und dass

er jenseits aller Antworten

um mich weiß.

 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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