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Wenn die Hirten uneins sind

4. Sonntag in der Osterzeit


 

Weltgebetstag.

Weltgebetstag für geistliche Berufe.

Worum geht´s?

 

Zunächst darum:

 

Dass es immer weniger

Priester in unserem Land gibt.

Dass immer mehr Gemeinden ohne einen Priester auszukommen haben.

Dass sich immer mehr Pfarreien einen Priester teilen müssen.

 

Es geht auch darum,

dass wir gegen diese Situation

„anbeten“ sollen, dass wir geistliche Berufungen in unseren Gemeinden entdecken sollen,

dass wir jungen Menschen Wege in die Nachfolge Jesu zeigen sollen.

 

Weil die augenblickliche Situation

unerträglich ist.

Für die Gemeinden.

Für die Priester.

Für die Hauptamtlichen.

Für die Kirche.

 

Weil die augenblickliche Situation

alles auf den Kopf stellt.

Die Gemeinden.

Die Kirche.

Sichergeglaubte Strukturen.

 

Weil es nicht so bleiben kann.

Weil es nicht so bleiben darf,

wenn wir unsere Kirche nicht vollends

an die Wand fahren wollen.

 

Weltgebetstag.

Weltgebetstag für geistliche Berufe.

Natürlich kommen wir

in unserer Kirche auch immer wieder an einen Punkt, an dem wir selber nicht mehr weiterwissen und nur noch Beten

helfen kann.

 

Anscheinend sind wir an diesem Punkt angekommen. Eine Gebetsinitiative

unserer Diözese „Samuel“

macht es deutlich.

Um geistliche und kirchliche

Berufungen soll gebetet werden.

Ja, das Beten kann helfen.

Ganz gewiss dürfen wir Gott

unsere Anliegen und Sorgen entgegenhalten,

auch die Sorge um unsere Kirche,

auch die Sorge um die abnehmende Zahl

der Priester und geistliche Berufungen

allgemein in unserem Land.

 

Aber mit dem Beten allein

ist und bleibt es nicht getan.

Vor allem dann nicht,

wenn der Eindruck vorherrscht,

dass man selber noch nicht alles

Kirchenmögliche

getan hat, was getan

werden könnte.

 

Die Frage ist erlaubt:

 

Haben wir in unserer

Kirche tatsächlich alles uns Mögliche getan,

damit geistliche Berufungen entstehen können

und Menschen eine solche Berufung als eine für sie mögliche Herausforderung entdecken und annehmen können?

 

Haben wir tatsächlich schon die Voraussetzungen geschaffen,

die es heutzutage jungen

Menschen erlauben,

sich für das Priestertum

zu entscheiden?

 

Sie merken, dass wir mit dieser Frage

an einem sehr sensiblen Punkt angelangen.

Es geht um die grundsätzlichen Zulassungsbedingungen

zum Priestertum.

 

Natürlich kann

man alles theologisch erklären und fundieren, die Ehelosigkeit, die anscheinend für das Priestertum so konstituierend und entscheidend ist und auch die Tatsache, dass ausschließlich Männern der Beruf des Priesters vorbehalten bleiben soll.

 

Ob dies Jesus tatsächlich je so verstanden haben wollte, diese Frage will man bis heute nicht wirklich beantworten.

 

Es ist so, wie es ist.

Keine Diskussionen!

Betet lieber!

Weltgebetstag.

Weltgebetstag für geistliche Berufe.

 

Aber man kann nicht alles wegbeten.

Schon gar nicht die pastoralen und soziologischen,

die gesellschaftlichen Wirklichkeiten eben,

in die wir als Kirche hineingestellt sind

und auf die wir zu reagieren haben.

 

Und dies nicht, weil wir nicht anders könnten

und uns nichts anderes übrigbleiben würde,

sondern weil wir der Überzeugung sind,

dass es tatsächlich auch anders geht

und auch dies theologisch fundiert,

nicht menschenverachtend,

sondern die Würde

des Menschen ernstnehmend,

auch von jungen Menschen,

die sich mit ganzem Herzen

dem Priestertum verschreiben möchten

oder bereits verschrieben haben.

 

Zugegeben,

bei all dem, was ich sage,

bricht auch eine persönliche Enttäuschung

über meine Kirche und deren Vertreter

hervor. Es ist die Enttäuschung darüber,

 

·         wie man seitens Verantwortlicher

mit der Kirche,

mit ihren Priestern,

mit den vielen hauptamtlichen Frauen und Männern

und den Pfarreien

umgeht;

·         wie man Berufungen im Keime erstickt

und bislang motivierte und engagierte Priester demotiviert, entmutigt und entkräftet;

·         wie man Pfarreien im Stich lässt,

ihnen das Herz aus der Brust

reißt, indem man ihnen zumutet

auf die zentrale Feier ihres Glaubens

und das gemeindebildende Element

der Eucharistie zu verzichten;

·         wie man der Kirche zunehmend den Lebensatem nimmt, weil man nicht den Mut findet, sich einer grundlegenden Veränderung zu stellen

und der Kirche ein neues Gesicht zu geben.

 

Dabei gibt das Evangelium von heute

die über Sein oder nicht Sein von Kirche

entscheidende Richtung an.

 

Jesus bezieht das Bild vom guten Hirten

zunächst auf sich selber.

Er ist der Hirte.

Er kümmert sich um seine Herde.

Er lässt ihr zukommen,

was sie zum Leben braucht.

Er schreckt nicht davor zurück

auch sein eigenes Leben

für das Leben seiner Herde hinzugeben.

 

Aber heute,

heute hat seine Kirche,

dieses Amt des Hirten inne.

 

Sie soll sich um die Menschen kümmern.

Sie soll den Menschen zukommen lassen,

was sie zum Leben brauchen.

Sie soll den Menschen Gott zukommen lassen

und damit die Erfahrung, dass sich der Mensch

geborgen und aufgehoben wissen darf

in seiner Güte und Barmherzigkeit,

in seinem Wohlwollen und seinem Erbarmen

und dass Gott das Leben des Menschen will,

unverstellt und frei,

erlöst von all dem,

was ihn niederdrückt

und gefangen hält.

 

Und wenn ich tatsächlich spüre,

dass es hierzu nicht nur an Menschen,

an Priestern, fehlt,

die sich dieser besonderen Aufgabe annehmen,

sondern dass diese Aufgabe

zugleich eine auch eine grundsätzliche Wandlung

der Strukturen notwendig macht,

dann ist es eine Pflicht,

sich dieser Wandlung zu stellen

nicht alles beim Alten zu belassen

und der Kirche Christi ein neues Profil

zu geben.

 

Doch was ist, wenn sich in diesem Punkt

die Hirten untereinander selber

nicht einig sind?

 

Innerhalb der deutschen Bischofskonferenz

ist ein Streit entbrannt, ob evangelische

Partner in einer konfessionsverschiedenen

Ehe, die katholische Eucharistie empfangen

dürfen, sofern sie das Verständnis teilen.

Eine Zweidrittelmehrheit der Bischöfe hatte

amtlich eine „Öffnung“ beschlossen.

 

Nun aber haben – gegen den Vorsitzenden

der deutschen und der bayrischen Bischofkonferenz, Marx, unter der

Federführung des Kölner Kardinals

Woelki einen Brief nach Rom

geschrieben, um eine

Klärung „von oben“

zu erhalten.

 

Sie vermuten nämlich,

dass die Bischofskonferenz

ihre Kompetenz überschritten

habe und gegen die Glaubenslehre

und gegen die Einheit der

Kirche verstoße.

 

Wieder einmal stellt

sich mit Hans Küng die Frage

der Wahrhaftigkeit.

Wer neue Wege der christlichen

Glaubensidentität blockiert,

muss sich nicht wundern,

wenn die Menschen mit

einer derartigen Kirche

nichts mehr anfangen wollen.

 

Es geht nicht darum,

der Welt und den Menschen

nach dem Mund zu reden,

es jedem recht machen zu wollen

und unsere eigene Identität zu verraten

und das, was wir vor Gott und für ihn

in dieser Welt sein sollen, zu verstecken.

 

·         Es geht darum, die Zeichen der Zeit zu erkennen

und sich dabei zu fragen,

wie das Evangelium Christi

in unsere Zeit hinein übersetzt werden kann.

·         Es geht darum,

die innere Überzeugung ins Wort zu bringen,

dass es so nicht mehr weitergehen kann,

dass Beten allein nicht hilft,

sondern dass Taten folgen müssen,

die den Mut zum Loslassen voraussetzen,

vor allem aber Vertrauen

und einen festen Glauben,

dass tatsächlich Neues entstehen kann,

wenn man es denn wirklich will.

 

Erkennen Sie indem,

was ich sage und ins Wort bringe,

meine ganz persönliche Betroffenheit,

meine ganz persönliche Enttäuschung,

aber auch meinen festen Willen,

an dem Platz, an dem ich stehe,

eine Wandlung möglich zu machen.

Selbst dann, wenn diese nur unsere

Gemeinden vor Ort betreffen sollte.

 

Entnehmen Sie für sich aus dem,

was ich sage und ins Wort bringe,

die Einladung zum Gebet

für die Kirche

und für ihre Verantwortlichen,

für den Papst und für die Bischöfe und ihre Berater und zum Mittun hier vor Ort,

in unserer Pfarrei und in unseren

Gemeinden.

 

Alles andere kommt von selber.

Besser gesagt:

Alles andere kommt von Gott!

Für ihn ist ja bekanntlich

nichts unmöglich.

Es stimmt hoffnungsvoll,

so war in einem Kommentar

zur augenblicklichen Auseinandersetzung

unter den deutschen Bischöfen zu lesen,

dass der Streit zwischen verschiedenen

Strömungen auf lehramtlicher

Ebene offen ausgetragen wird.

 

Schön und gut.

Aber wen interessiert das

noch?

 

Die Gleichgültigkeit

und das Desinteresse,

an dem, was mit uns als

Christen und Gemeinden und

um uns herum passiert,

die Verstockung des Herzens

ist auch für die Kirche

der größte Feind.

 

Stellen wir uns miteinander

den Herausforderungen!

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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