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Weizenkorn

5. Fastensonntag

Was soll ich sagen?

Vater rette mich aus dieser

Stunde?

 

Was sonst, wenn nicht

das? Wäre das nicht das

Naheliegendste?

„Hol mich da raus!

Wende es ab!

Lass es nicht zu!“

 

Und entspräche das

nicht auch unserem aller Beten,

wenn wir uns in unsicheren,

unser Leben in Gefahr bringenden

Situationen befinden?

 

„Nimm die Sorgen weg!

Lass die Krise vorüber gehen!

Bereite meinem Suchen ein Ende!

Vertreibe die Traurigkeit!

Komm mir endlich entgegen

und nimm das Schwere

von mir!“

 

Ja, das wäre das, was

naheliegt. Doch wir kennen

das Leben und das ist kein

Wunschkonzert. Das setzt

uns mehr als einmal sehr hart zu,

geradezu unmenschlich

zu und bringt uns oftmals

auch bis an die Grenze

der Verzweiflung.

 

Und wir kennen Gott.

Der scheint uns manchmal

sehr weit entfernt zu sein.

Auch wenn er uns niemals

im Stich lässt, immer wieder

gibt es Augenblicke,

die diese Zusage der Nähe Gottes

in Frage stellen wollen und uns

eines anderen überreden

möchten.

 

Zudem: Gott scheint nicht

immer nach unseren Vorstellungen

in unser Leben eingreifen zu

wollen. Wie sonst ist es zu verstehen,

dass er gerade dann, wenn wir

ihn am Notwendigsten haben,

nicht zur Stelle scheint und das

Schlimmste verhindert?

 

Menschliche Not,

Naturkatastrophen,

Hunger,

Krankheit,

Sterben,

Tod.

 

Deshalb bin ich in diese

Stunde gekommen.

 

Auf den ersten Blick hin

gesehen drücken diese Worte

einen Vorwurf aus:

Du, Gott, bist daran schuld,

dass es so weit kommen musste.

Du, Gott, hast nicht eingegriffen und

dagegengehandelt.

Du, Gott, allein trägst die Verantwortung

dafür, dass ich jetzt da bin,

wo ich bin.

 

Manchmal müssen wir

uns auch unserem Gott gegenüber

Luft machen. Da muss raus,

was gesagt werden muss und

uns auf der Seele brennt,

selbst dann, wenn es nur

noch Vorwürfe an Gott

sind.

 

Doch bei allem Verständnis,

Jesu Worte sind kein Vorwurf.

Es hat den Anschein, dass

Jesus laut denkt und sich

alles noch einmal vor

Augen führt, vor allem,

wozu er in diese Welt

gekommen ist.

 

„Wenn das Weizenkorn

nicht in die Erde fällt und stirbt,

bleibt es allein; wenn es aber

stirbt, bringt es reiche Frucht.

Wer an seinem Leben hängt,

verliert es; wer aber sein Leben

in dieser Welt gering achtet,

wird es bewahren bis ins

ewige Leben.“  Joh 12, 20 ff

 

Stimmt das nicht auch für

unser eigenes Leben?

Wie viele Tote mussten wir

schon in diesem Leben

sterben?

Wie oft hat Gott diese

Tote schon geschehen lassen?

Welche Früchte konnten

daraus entstehen?

 

Wozu all dies?

Ich weiß es nicht.

Ich weiß nur, dass

es keinen anderen Weg

gibt, um zur Vollendung

zu gelangen, um die Frucht

des Ewigen ernten

zu können.

Warum all dies?

Ich weiß es nicht.

Ich weiß nur, dass

Gott in allem und durch

alles verherrlicht wird.

 

Verherrlichung meint:

Gott kann sich alles

zu eigen machen und daraus

Gutes entstehen lassen

und dies zu seiner Ehre

und zum Heil von uns

Menschen, auch den

Tod des Menschen

kann er sich zu diensten

nehmen.

 

Wir bewegen uns auf

unseren Ursprung zu,

durch jedes neue Loslassen

und jedes neue Umarmen

und Wieder-Loslassen-müssen,

bis wir endlich dort angekommen

sind, wo Gott uns haben will,

bei sich. Ganz.

 

Nach Ignatius und den Hinweisen,

die er in seinem Exerzitienbuch

gibt, sollen wir daher

„Gesundheit nicht

mehr verlangen als Krankheit,

Reichtum nicht mehr als Armut,

Ehre nicht mehr als Schmach,

langes Leben, nicht mehr als

kurzes und folgerichtig so

in allen übrigen Dingen.

Einzig das sollen wir ersehnen

und erwählen, was mehr zu dem

Ziel führt, auf das wir geschaffen

sind.“

 

Das sei die Versuchung des Menschen,

meint der Jesuit Peter Köster,

„gefangen zu bleiben in der Sorge

um sich und nicht mehr offen

zu sein, für Gottes Lebensabsichten

mit ihm.“

 

Nichts kann uns wirklich daran

hindern, unser von Gott

vorherbestimmtes

Ziel zu erreichen:

 

„Denn ich bin gewiss:

Weder Tod noch Leben,

weder Engel noch Mächte,

weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges,

weder Gewalten der Höhe oder Tiefe

noch irgendeine andere Kreatur

können uns scheiden von der Liebe Gottes,

die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“

schreibt Paulus an die Römer. (Röm 8,28)

 

Damit wir es nicht falsch

aufnehmen. Es geht nicht darum,

dass Gott den Tod des Menschen

will und zuvor all die Not und

die Krisen, die einen Menschen

überfallen können.

Und es geht auch nicht

darum, dass sich der Mensch

ganz gezielt den Erfahrungen

des Kreuzes hingeben

soll.

Das hat Christus

nie gesagt und auch

nicht gewollt, wenn er

von Nachfolge spricht

und davon, dass der

Mensch sein Kreuz auf

sich nehmen soll.

 

Doch Gott kann das Unvermeidliche

des Kreuzes in seinen Dienst nehmen

und daraus Neues entstehen lassen,

auferstandenes Leben in seiner

ganzen nur erdenkbaren Fülle.

 

Vater, verherrliche deinen

Namen.

 

So kann Jesus nur antworten,

weil er verstanden hat, dass es

das ureigenste Anliegen des

Vaters ist, ihn nicht verlorengehen

zu lassen, sondern ihn aus dem

Tod zu erretten und ihm neues

Leben zu schenken.

 

Schlussendlich ist das

der Grund, warum er sich in seinem

Sterben ganz auf Gott hin loslassen

konnte mit den Worten:

„Vater, in deine Hände

lege ich meinen Geist!“

 

Die Verherrlichung Gottes

durch uns findet ihren Höhepunkt,

darin, dass wir uns ihm ganz

überlassen, damit er auch

an uns Großes vollbringen

kann.

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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