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Umkehr und Glaube

3. Sonntag

Johannes sitzt im Gefängnis.

Es dauert nicht mehr lange,

da wird man seinen Kopf

Herodes auf einem

silbernen Tablett

übergeben.

 

Seine Zeit ist dann vorbei.

Der Vorläufer hat seine

Aufgabe erledigt.

Hinausgegangen war er,

um die Menschen auf den

Messias vorzubereiten:

 

„Bereitet dem Herrn den

Weg, ebnet ihm die Straßen.“

 

Unzählige waren zu ihm

an den Jordan gekommen,

um sich von ihm taufen zu lassen.

Auch Jesus.

 

Jetzt ist er an der Reihe.

Er, auf den alle gewartet hatten.

Das Lamm Gottes,

der Retter, der Messias,

der Herr.

 

Auch Jesus redet

von Umkehr.

Das Reich Gottes sei nah.

Die Zeit sei erfüllt.

Jetzt ginge es vor allem

um den Glauben an das

Evangelium, meint

er.

 

„Kehrt um und glaubt an

das Evangelium.“

 

Der Glaube ist entscheidend,

damit etwas passieren kann,

damit Gott am Menschen und

dieser Welt Großes vollbringen

kann. Ohne Glauben geht

gar nichts.

 

Ohne Glauben keine Wunder.

Ohne Glauben keine Heilung.

Ohne Glauben keine Vergebung.

Ohne Glauben keine Erlösung.

Ohne Glauben kein Reich Gottes.

Ja, nicht einmal Gott.

 

„Kehrt um und

glaubt an das Evangelium!“

 

Jesus lädt zuallererst

zum Glauben ein.

Immer wieder

sagt er den Menschen

auf den Kopf zu:

„Geh, nimm deine Bahre,

nimm deinen Stock, was

auch immer, dein Glaube

hat dir geholfen.“

 

Glauben Sie?

Glauben Sie wirklich?

Nein, nicht irgendwie

und auch nicht irgendwas.

Glauben Sie aus

ganzem Herzen,

von innen heraus und

aus tiefster Überzeugung -

glauben Sie, dass mit

Jesus eine neue Zeit

für uns Menschen angebrochen

ist; dass Gottes Reich tatsächlich

nah ist?

 

„Eine neue Zeit war angebrochen.

Die große neue Zeit des Gottvertrauens.“

sagt Franz Alt. „Danach trennte sich

Jesus von Johannes und ging seinen

eigenen Weg. Sein großes Anliegen

war, von nun an so von Gott zu sprechen,

dass es heilend wirkt und nicht mehr

verängstigend. Und genau so zeigte

er Wege zur Menschlichkeit – und

damit Wege zu Gott.“

 

Es gibt Menschen, die haben

dies geglaubt und erfahren.

Ihr Glaube und ihre Erfahrung

waren so groß und so stark,

dass sie alles stehen

und liegen ließen und ihrer

eigentlichen Bestimmung

gefolgt sind. Allen vorweg:

 

Simon,

Andreas,

Jakobus,

Johannes.

 

Eben noch standen sie

als Fischer in ihren Booten.

Jetzt hat er sie zu Menschenfischern

gemacht. Zu Boten der frohen

Botschaft, dass Gottes Reich

nicht nur nah, sondern

mitten unter den Menschen

ist. Wirklich. Tatsächlich.

Greifbar und zu erfahren.

 

Diesen Glauben stellen

heute viele Menschen in Frage.

Die Realitäten dieser Welt,

so scheint es, provozieren

einen tiefen inneren Zweifel

und überzeugen sie

eines anderen:

 

Dass Gott sich schon

längst über alle Berge

aus dem Staub gemacht hätte.

Die Welt, sie sei Gott-los

geworden, meinen sie.

 

Manchmal da scheint

es tatsächlich so zu sein

und zwar überall

dort, wo von den

Verheißungen

des Evangeliums

nichts zu erfahren

ist, rein gar nichts.

 

Stattdessen vieler Orten

Zerstörung, Anfeindungen

des Lebens, Hass,

Sinnlosigkeiten, Entwürdigung,

Tod und Gottesfinsternis.

Wo soll da Gott vorkommen?

 

„Ewiger, treuer Gott,

täglich schauen wir zu dir

auf und erwarten, dass du

uns siehst und hörst.

Doch deine Liebe

ist längst bei uns und

deine Vorsehung

begleitet unseren Weg

zu jeder Zeit.“

 

Diese Worte laden

uns ein, sich nicht irre

machen zu lassen

von den vielen Dingen

in dieser Welt, die

so gar nichts mit

Gottes Reich gemeinsam

haben, und die in einem

groben Widerspruch

zu Gottes Absichten

mit uns Menschen

stehen.

 

Gott ist nah.

Gott bleibt nah.

Auf diesen Glauben

kommt es an.

Ganz gleich, was

kommt.

 

„Kehrt um und glaubt

an das Evangelium.“

 

Die frohe Botschaft, ist die:

 

Gerade in den Momenten

und Augenblicken, in denen

wir Gott fern von uns meinen,

ist er uns am nächsten.

Mit dieser Spannung

und diesem scheinbaren

Widerspruch müssen

wir leben.

 

Wer sonst könnte uns

über die zahllosen Unebenheiten

unseres Lebens hinwegtragen?

Wer sonst ließe uns in den

Herausforderungen unseren

Lebens bestehen?

Wer sonst holte uns heraus

aus den tiefen Abgründen

unseres Lebens und stellte

uns wieder auf weiten

Raum?

Wer sonst machte unsere

Finsternis hell?

 

„Ich will dich loben,

mein Gott! Denn du hast

wunderbar gehandelt an dem,

der Staub ist.

Und an dem, der aus Lehm

geformt ist, hast du dich

sehr groß gezeigt …

Ich will deine Gnade

besingen und deine Macht

rühmen den ganzen Tag.“

 

Dieses Gebet aus den

Höhlen von Qumran

lässt keinen Zweifel

daran:

Gott hinterlässt

seine eindeutigen Spuren

im Leben des Menschen

und dieser Welt.

Er bleibt nicht außen vor.

Er ist nicht wegzudenken.

Schon gar nicht läuft

er vor dem ganzen Wust

dieses Lebens und dieser

Welt davon.

 

Jesus legt uns nah,

für diese Wahrheit

Zeugnis abzulegen und immer

und zuerst dort,

wo Umstände

und Menschen sie

im Keime ersticken

möchten und

verneinen.

 

„Denn du hast uns bestellt

zu Zeugen in der Welt …“

so singen wir aus dem Gotteslob.

Meinen wir es ernst damit?

 

Die Jünger haben diese

Aufgabe sehr ernstgenommen.

Für diese Wahrheit sind sie

in ein anderes Leben aufgebrochen.

Vom Fischer zum Menschenfischer.

Hinein in die Nachfolge Jesu.

 

Wie sehr vermag

uns die Botschaft von

der Nähe Gottes noch

zu bewegen und zu tragen?

 

Vor allem: Wie viel

Kraft besitzt sie, unserer

Leben von Grund auf neu

zu denken und falls

erforderlich wieder neu

zu ordnen? Auf Gott

hin auszurichten?

 

In der Kapelle

des Heinrich-Pesch-Hauses

in Ludwigshafen hängt

hinter dem Altar an der Wand

vor einem hell beleuchteten Hintergrund

eine Christusfigur. Jedoch nicht, wie

man vielleicht meinen möchte,

am Kreuz.

Diese Figur hat überhaupt

keine Arme und Hände. Beide Oberarme

sind in der Hälfte abgetrennt.

Zugegeben:

Eine Darstellung, an die

ich mich zunächst gewöhnen

musste.

 

An die Nähe des Reiches

Gottes zu glauben, bedeutet

für mich, daran zu glauben,

dass Gott mir unwiderrufbar

in Christus nahegekommen

ist.

 

Umzukehren und in der Nachfolge

dieses Mannes aus Nazareth zu stehen

bedeutet für mich, ihm meine Arme und

Hände zu überlassen, mich selber ihm 

anheimzugeben, damit ich für ihn

die Dinge heute tue, die er an

den Menschen tun würde.

 

Hier, an dieser Stelle schließt

sich dann wieder der Kreis

und es stellt sich die Frage nach dem

eigenen Glauben neu.

 

"Wie sehr glaubst Du,

dass Gott Dir nahe ist

und wie sehr lebst Du diesen

Glauben, so, dass er Dir

zur Stärkung und

anderen Menschen

als Zeugnis dienen

kann?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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