thomas diener systemische-lösungsorientierte supervision und coaching geistliche begleitung gestalttherapeutische beratung
thomas diener                                                             systemische-lösungsorientierte                                                             supervision und coaching                                                                                                                                       geistliche begleitung                                                             gestalttherapeutische beratung

Nicht machen - geschehen lassen

4. Advent

Menschen sind Macher.

Zumindest verstehen sich viele

unter ihnen als solche.

Sie sind stolz, wenn sie

etwas bewirken können,

wenn sie Einfluss nehmen

können, wenn sie die Dinge

bestimmen können,

wenn sie alles selbst fest

und sicher in ihrer Hand

haben können.

 

Wer nichts bewirkt,

wer keinen Einfluss hat,

wer die Dinge nicht bestimmen

kann, wer sein Leben nicht

in Griff hat, der steht ganz

schnell in der zweiten

Reihe.

 

Das Gegenteil von „machen“

ist „geschehen lassen“.

 

Das fällt vielen schwer.

Diese Einstellung hat

im Wesentlichen etwas

mit dem Urvertrauen zu tun,

das ein Mensch besitzt oder

auch nicht.

 

Wie viel in dieser Welt

können wir tatsächlich

selbst bestimmen und

bewegen und machen?

Entscheidendes wird uns

vorgegeben.

 

Dass wir sind,

das konnten

wir nicht machen.

Das war eines anderen

Idee.

Das Ansinnen unseres

Gottes, der wollte,

dass es uns gibt.

Einfach so!

 

Menschen sind Macher.

Das Leben können sie

nicht machen.

Ja, sie wollen es gerne

bestimmen.

Es nach ihren Vorstellungen

beeinflussen und auch

über den Anfang

und das Ende des Lebens

wollen sie frei entscheiden

können.

 

Doch das Leben

ist nicht zu machen.

Es bleibt geschenkt.

 

Auch Gott können wir nicht

machen. Zugeben: Viele

machen sich ihren eigenen Gott.

Sie gebärden sich wie Gott.

Sie spielen sich auf wie Gott.

Gotteskomplex nennt man

dieses krankhafte Verhalten.

 

Doch Gott kommt

von sich aus auf uns zu.

Gott tritt von sich aus

in das Leben ein.

Ohne anzuklopfen,

ohne zu fragen.

 

Die Begegnung mit ihm

ist ein Geschenk. Ein

Gottesgeschenk.

Wir sind eingeladen,

es anzunehmen und

in der Begegnung mit

ihm, die Wandlung unseres

Lebens zu erfahren,

Befreiung und Erlösung

und Heil.

 

Eine hat es begriffen.

Von Anfang an. Maria.

 

„Siehe ich bin die Magd des

Herrn; mir geschehe nach

deinem Wort.“

 

Zugegeben. Sie hatte Angst.

Sie fürchtete sich vor diesem

göttlichen Übergriff.

 

Es ist und bleibt immer

ein Wagnis, Gott

mit sich machen zu lassen.

Ihn an sich geschehen

zu lassen und mit ihm

das, was man nicht

einblicken und überblicken

kann.

 

Nicht viel anders

ergeht es Elisabet.

Von sich aus hätte sie

das Leben in ihrem

Bauch nicht machen

können. Sie und ihr

Mann waren biologisch

gesehen dazu gar nicht

mehr in der Lage gewesen.

 

Mit Maria und ihrer

Cousine wird auch unser

Vertrauen auf die Probe gestellt.

Unser Gottvertrauen

und die Fähigkeit, ihn an uns

wirken zu lassen

und nicht immer alles

selbst machen zu wollen.

 

Gott sei Dank

können wir dieses Eingreifen

Gottes in unser Leben und

diese Welt nicht  

machen.

Dann wäre er kein Gott

mehr, wenn er so verfügbar

wäre, dass Menschen

mit ihm machen und anstellen

könnten, was sie gerade

wollen.

Wir können Gott

nicht manipulieren. Doch

wir dürfen damit rechnen,

dass er in unser Leben

kommt, vielleicht nicht so,

wie wir es denken.

Genau damit tun sich

etliche schwer.

 

Wesentlich wäre,

dass wir dann geschehen

lassen, was er an uns

tun und durch uns

tun will.

 

Wenn Gott uns etwas

zu sagen hätte, würden

wir es hören?

Wenn Gott uns etwas zu

zeigen hätte, würden

wir es sehen?

Wenn Gott an uns und

durch uns handeln möchte,

würden wir es spüren?

 

Genau darauf käme

es an. Nicht, sich zu fragen,

was ich will, sondern was

er von mir möchte.

 

Das würde bedeuten,

dass wir eine ganz andere

Perspektive einnehmen

müssten. Weniger von uns

ausgehend denken und handeln

dürfen, als mehr von

Gott ausgehend denken und

handeln sollten.

 

Das wäre ganz wesentlich

auch dann, wenn wir uns Gedanken

um die Zukunft unserer Gemeinde

und Kirche und Welt machen.

 

„Herr, was willst du,

dass ich tue“, fragt der

Heilige Franziskus in seinem

Gebet immer wieder.

 

Vor Gottes

sind wir keine Macher.

Vor ihm und mit ihm

bleiben wir immer

Beschenkte.

Begnadete.

 

Auch an Weihnachten.

Gerade an Weihnachten.

 

Amen.

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© Supervision-Coaching-Therapie-Geistliche Begleitung- Pfarrer Thomas Diener