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Innere Quellen

9. Sonntag

Zweifelsohne, jeder Mensch

braucht Zeiten der Ruhe

und der Entspannung.

Momente, in denen er sich

zurückziehen kann vom

Lärm des Alltags, von den

unzähligen Anforderungen

eines Tages und den Erwartungen,

die andere an ihn richten.

 

Ein solcher Rückzug ist

immer verbunden mit

der Rücksicht auf mich

selber.

 

Ich schone mich selbst,

gehe rücksichtsvoll mit

mir um, damit die innere

Quelle wieder fließen

kann.

 

Die frühen Mönche

haben solche Zeiten

des Rückzugs und der Stille

verglichen mit dem ruhig

werdenden Wasser.

 

In einer Geschichte heißt

es, dass drei Studierende

Mönche wurden. Jeder

von ihnen nahm sich ein

gutes Werk vor.

 

Der erste erwählte

dies: Er wollte Streitende

zum Frieden zurückführen,

nach dem Wort der Schrift:

Selig sind die Friedfertigen.

Der zweite wollte Kranke

besuchen. Der dritte ging

in die Wüste, um dort

in Ruhe zu leben.

 

Der erste, der sich um

die Streitenden mühte,

konnte doch nicht alle

heilen. Und von Verzagtheit

übermannt, ging er zum

zweiten, der den Kranken

diente, und fand auch

diesen in gedrückter

Stimmung.

Auch sein Vorhaben,

Kranken beizustehen,

konnte er nicht ganz

ausführen.

 

Beide kamen sie daher

überein, den dritten

aufzusuchen, der in die

Wüste gegangen war.

Sie erzählten ihm ihre

Nöte und baten ihn,

er möge ihnen aufrichtig

sagen, was er gewonnen

habe.

 

Er schwieg eine Weile,

dann goss er Wasser in ein

Gefäß und sagte ihnen, sie

sollten hineinschauen.

Das Wasser aber war noch

ganz unruhig.

 

Nach einiger Zeit ließ

er sie wieder hineinschauen

und sprach: „Betrachtet

nun, wie ruhig das Wasser

jetzt geworden ist.

Und sie schauten hinein

und erblickten ihr Angesicht

wie in einem Spiegel.

 

Darauf sagte er weiter:

„So geht es dem, der

unter den Menschen weilt:

Wegen der Unruhe und

Verwirrung kann er seine

Sünden nicht sehen.

Wer sich aber ruhig hält

und besonders in der

Einsamkeit, der wird

bald seine Fehler

einsehen.“

 

Viele von uns machen

heute ähnliche Erfahrungen

wie die drei jungen Mönche.

Sie möchten sich für

andere einsetzen und

anderen helfen. Aber sie

spüren, dass ihr Werk

nicht so gelingt, wie sie

es sich vorgenommen

haben.

 

Der Wille allein

genügt nicht, um die

eigenen Ideale zu verwirklichen.

Es braucht die Erfahrung

der inneren Ruhe, in der

wir uns so sehen können,

wie wir wirklich sind.

 

Wenn in der Stille

das Wasser unserer Seele

ruhig wird, dann können

wir daraus schöpfen.

Dann können wir das

Werk, das wir uns

vorgenommen haben

auch vollbringen.

 

Solange wir innerlich

aufgewühlt sind, können

wir die Energie nicht wahrnehmen,

die in uns strömt.

Es braucht die Ruhe, um

die Kraft zu entdecken,

die in uns liegt.

 

Viele vom Lärm und

der alltäglichen Anspannung

geplagte Menschen suchen

heute nach Auszeiten und

Oasen der Ruhe.

Sie sehnen sich danach,

vom Lärm des Alltags

und seinen Zwängen

wegzukommen.

 

Ein Gedicht von

Rainer Maria Rilke

fasst diese Sehnsucht

einmal so zusammen:

 

Wenn es nur einmal

so ganz stille wäre.

Wenn das Zufällige und

Ungefähre verstummte

und das nachbarliche

Lachen, wenn das Geräusch,

das meine Sinne machen,

mich nicht so sehr verhinderte

am Wachen.

 

Dann könnte ich in einem

tausendfachen Gedanken

bis an deinen Rand dich

denken und dich besitzen

(nur ein Lächeln lang),

um dich an alles Leben

zu verschenken wie

einen Dank.

 

In der Stille kommt

der Mensch in Berührung

mit sich selbst. Er gelangt zu

den inneren Quellen,

die sein Leben speisen

und gewinnt wieder

einen neuen Zugang

zu seinem Leben und

den Kontexten, in

denen sich sein

Leben abspielt.

 

Zugegeben,

der Schritt in die Stille

und die Ruhe ist nicht

immer leicht. Viele

scheuen diesen Weg

und nehmen lieber

den eigenen seelischen

Zusammenbruch,

„Burn out“,

in Kauf.

 

Wenn ich mich dagegen

auf den Ort der Stille in mir

einlasse, dann wächst in

mir das Gefühl von Freiheit

und Vertrauen. Ich kämpfe

dann nicht gegen andere,

sondern ich genieße die

Freiheit.

 

Es gibt in jedem Leben

diesen Raum, über den niemand

Macht hat, der Raum, in dem

Gott in mir wohnt. Dort, wo

Gott in mir wohnt, komme

ich auch in Berührung mit

meinem wahren Selbst.

Dort bin ich ganz

ich selbst. Dort ist

mein Selbst

geschützt.

 

Zudem:

Der Raum, in dem

Gott in mit wohnt,

ist zugleich der Raum

der Freude.

 

Auf den Sonntag

zu achten und diesen

Tag heilig zu halten,

wie es im Buch Deuteronomium

zu lesen ist, bedeutet, sich

ohne schlechtes Gewissen

diese Zeiten und Räume

der Ruhe und Stille

zu genehmigen, immer

wieder, und das so

Erfahrene an das Leben

zurückzuschenken

wie einen großen

Dank.

 

 

 

 

 

 

(nach einer Idee von A. Grün)

 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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