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Im Tempel ist der Teufel los

3. Fastensonntag

Hätten Sie dies von Jesus

erwartet, dass er sich derart

dreist aufführt? Was treibt

ihn nur um? Was ist in ihn

gefahren?

 

„Der Eifer für Gottes Haus

verzehrt mich.“  An diesen Ausspruch

Jesu meinen die Jünger sich zu erinnern.

Jetzt bekommen diese Worte ihren konkreten

Sitz im Leben.

 

Jesu Eifer zeigt sich

in den umgeworfenen Tischen

und Ständen im Tempel,

an den Münzen, die verstreut

über den Tempelboden liegen,

den umgestoßenen Käfigen

mit den Opfertieren,

an den barschen Worten,

die Jesus für die Händler

findet.

 

„Das Haus Gottes ist keine

Markthalle und keine Räuberhöhle.

Schafft alles raus, was der Verherrlichung

Gottes und dem Heil des Menschen

nicht zuträglich ist.“

 

Jesus ist nicht

wiederzuerkennen,

wenn es um die

Sache Gottes

geht und darum,

Menschen auf das

Wesentliche und

Eigentliche ihres

Lebens aufmerksam

zu machen.

Auf die Wahrheit.

 

Gottes Gnade,

seine Zuneigung und

Nähe können nicht durch

Geschäftemacherei

und Schlachtopfer beeinflusst

werden.

So ein Gott wäre handelbar

und manipulierbar.

Mag sein, dass manche der Auffassung

sind, dass ein Gott das sei, aber dann

ist es nicht der christliche Gott.

Dieser nämlich hat nicht das Äußerliche

im Blick, sondern schaut

auf die Regungen des

Herzens eines Menschen.

Hierzu verhält er sich.

Gott ist nicht käuflich, ebenso wie

seine Gnade nicht verkäuflich ist.

Eine Versuchung, der bekanntlich

auch unsere Kirche nicht

widerstehen konnte.

 

Der Konflikt ist durch

Jesu Verhalten vorprogrammiert.

Die anderen, wollen, dass er

sein Tun legitimiert:

 

„Lass uns Zeichen sehen,

die uns zeigen, dass du

dir das Recht herausnehmen

darfst, mit uns so umzugehen.“

 

Dieses Ansinnen der Juden

bringt das weitere Gespräch

auf eine andere Ebene.

Plötzlich ist nicht mehr

vom Tempel als der Ort

und das Bauwerk die

Rede, sondern von

Jesus selber:

 

„Reißt diesen Tempel

nieder, in drei Tagen

werde ich ihn wieder

aufrichten.“

 

Das ist die Legitimation

Jesu für sein Tun und sein

Benehmen, für seine harten

Worte und seine Dreistigkeit:

Seine Auferstehung von den Toten

am dritten Tag.

 

Hierin zeigt sich

Gottes Macht

und Jesu Anspruch.

Die Auferstehung Jesu heiligt

sein Tun, legitimiert sein Reden;

zeichnet ihn wahrhaft aus als

Gottes Sohn und eben

nicht als politisch Oppositionellen;

nicht als Gotteslästerer.

nicht als Aufwiegler.

nicht als Feind des Kaisers,

wie es die Führer der Religion

und des Staates anderen

sehr gerne glauben machen

wollen.

 

Erst viel später, nach

seiner Auferstehung,

wird bei seinen Jüngern der

Groschen fallen, dann,

wenn sie sich an diese

Szene im Tempel und

an Jesu Worte zurückerinnern.

Jetzt dagegen scheinen Jesu Worte

nicht nur für die Juden

unbegreiflich zu sein,

sondern auch noch

für sie.

 

Später, sehr viel später,

im Buch der Offenbarung

des Johannes, heißt es mit

dem Blick auf die heilige

Stadt Jerusalem:

„Einen Tempel sah ich nicht

in der Stadt. Denn der Herr, ihr

Gott, ist ihr Tempel.“

 

Lukas schreibt in der Apostelgeschichte

über diesen Gott, der Tempel ist:

„Sie sollten Gott suchen,

ob sie ihn ertasten und finden könnten;

denn keinem von uns ist er fern.

Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns

und sind wir, … Wir sind von seiner Art.“

(Apg 17,27)

 

Das ist Jesu Ansinnen:

Der Mensch soll sich seinen

Gott nicht erkaufen, vielmehr

soll er begreifen, dass dieser

Gott ihm schon längst nahegekommen

ist und dass der Mensch sich von Anfang seines

Lebens an, schon immer in Gottes

Gegenwart und Nähe und Gnade bewegt,

in seiner Liebe eben.

 

Das Treiben im Tempel

jedoch, rückt diese Wahrheit

in den Hintergrund, indem

es auf andere Dinge setzt:

Auf Geld und Handel,

auf Gewinn und Verdienst,

auf den ganz eigenen Profit.

All das aber verstellt den Weg

in das Geheimnis,

das Gott ist –

das auch der

Mensch ist.

 

„Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns

und sind wir, … Wir sind von seiner Art.“

(Apg 17,27)

 

Der Tempel meint Jesu Leib.

Der Tempel ist Gott.

Der Tempel ist der Mensch

selber, du und ich sind Tempel;

Wohnort Gottes.

 

„Oder wisst ihr nicht,

dass euer Leib ein Tempel des

Heiligen Geistes ist, der in euch

wohnt und den ihr von Gott habt?“

fragt Paulus seine Gemeinde

in Korinth. (1 Kor 1,6-9)

 

Sie merken, dass wir uns

von dem eigentlichen Konfliktpunkt

des Evangeliums, wie er sich zwischen

den Juden und Jesus ergeben hat,

schön längst fortbewegt haben.

Wir sind durch die vorausgehenden

Gedanken auf einer ganz anderen

Ebene angekommen. Dort,

wo es um unseren Gott

und um uns selber

geht und um Fragen

wie diese:

 

Als wen begreifen wir Gott?

Als wen begreifen wir uns?

Wie vermag dieses Wissen

unser Leben zu verändern,

zu bereichern, neu zu

schaffen?

 

Jesus ging es immer

um diese Beziehung Gottes

zum Menschen und die des

Menschen zu seinem Gott.

Jesus ging es darum,

dass der Mensch sich,

als ein von Gott geliebtes

Wesen begreift und selber

so zu sich zu stehen lernt,

wie Gott zu ihm steht,

bedingungslos und ohne

Wenn und Aber.

Jesus ging es darum,

dass der Mensch in dieser

Beziehung zu seinem Gott

all das findet, was sein Leben

als angenommen und sinnvoll

begreifen lässt, lebenswert.

Und um das Miteinander

von Menschen ging es ihm,

Darum, dass einer im

anderen seinen Bruder

oder seine Schwester

erkennt,

als den Tempel erkennt,

in dem Gott Wohnung

genommen

hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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