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Geliebt lieben *

6. Sonntag in der Osterzeit

 

Einmal angenommen,

da kommt einer zu Ihnen

und sagt:

 

„Nun erklär mir doch mal,

worum es in eurem Glauben

eigentlich geht?

Aber sag es so, dass ich

es verstehen kann …,

und rede nicht lange herum,

sag das Wichtigste, sag es kurz

und bündig!“

 

Was würden Sie ihm antworten?

 

Und angenommen, Sie würden

sich dann selbst fragen, was

am christlichen Glauben das

Wichtigste ist, vor allem was

das Praktische betrifft,

also die christliche Art, mit

dem Leben umzugehen –

denn das ist es, was Ihr

Zeitgenosse wissen will.

 

Wie würden sie es auf den

Punkt bringen, für sich selbst

und dann auch für ihn?

 

 

Was macht die christliche

Art, das Leben zu leben,

im Kern eigentlich aus?

 

Das Evangelium auf den Punkt

bringen, das hat Tradition

im Christentum.

 

Im ersten Johannesbrief

heißt es z.B. kurz und bündig:

Gott ist Liebe.

 

Gerade angesichts der Vielfalt

der Daseinsdeutungen und Spiritualitäten,

aber auch angesichts der Probleme,

in denen die Kirche der Gegenwart

steckt, kommen wir ohne

eine Besinnung auf den Kern

nicht mehr aus.

 

Etwas auf den Punkt bringen,

mit kurzen und möglichst

verständlichen Worten,

das schafft Klarheit.

Und wenn man den Kern

vor Augen hat, hat man

auch den Schlüssel zum

Ganzen gefunden.

 

Eine Kurzformel, die das

Unterscheidend- und

Entscheidend-Christliche

zum Ausdruck bringt ist die:

 

Geliebt lieben.

 

Nichts anderes sagt

das heutige Evangelium.

„Liebet einander, wie

ich euch geliebt habe.“

 

Geliebt lieben.

 

Der Mensch – jeder Mensch –

ist für Gott liebenswert;

einfach nur deshalb, weil

er ein Mensch ist.

 

Persönlich vernommen

heißt das:

 

Du, Paul oder Paula,

was immer andere von dir halten

und was immer du selbst von

dir denkst – von Gott bist

du geliebt!

 

Der Gott, dem sich alles

Dasein verdankt, liebt

seine Schöpfung.

Also auch dich und mich.

Einfach so.

 

Durch das, was Jesus

gesagt hat und wie er

unter Menschen gelebt hat,

zeigt er uns bis heute,

dass wir immer noch

nicht groß genug

von Gott denken,

wenn wir meinen,

dass seine Liebe von

unserer Leistung abhinge,

dass wir uns seine Liebe

und Zuneigung erst einmal

zu verdienen hätten.

 

Gott, sagt Jesus, „lässt

seine Sonne aufgehen über

Bösen und Guten, und er

lässt es regnen über Gerechte

und Ungerechte – weil er uns

liebt, wirklich liebt.

 

Gottes Liebe ist absolut,

er liebt uns wirklich, völlig

vorleistungsfrei. Das Evangelium

sagt es so: „Nicht ihr habt

mich erwählt, sondern ich

habe euch erwählt …“

Wie gesagt,

einfach so! Ohne wenn

und aber.

 

So geheimnisvoll uns Gott

auch immer bleiben wird, er

kann nur ein rundum liebender

Gott sein. Jede Vorstellung, die

hinter dieser Botschaft Jesu

zurückbleibt, ist anachronistisch,

ja unseres Gottes unwürdig.

Und nicht zuletzt für uns

Menschen fatal.

 

„Die Liebe Gottes wurde

unter uns dadurch offenbart,

dass Gott seinen einzigen

Sohn in die Welt gesandt hat,

damit wir durch ihn leben.“

 

So inniglich von Gott geliebt

zu werden, ist jedoch alles

andere als ein Ruhekissen.

Gottes Liebe ist auch kein

Freibrief, tun und lassen

zu können, was einem gerade

passt.

 

Wer so denkt, hat nicht

verstanden, was Liebe

meint. Denn die Liebe

will beantwortet sein.

 

Liebe, so sie denn angenommen

wird und wirklich angenommen

ist, drängt dazu, auch selbst

zu lieben.

Sich als geliebt erfahren,

weckt die eigene Liebesfähigkeit

auf.

 

„Wir wollen einander lieben,

denn die Liebe ist aus Gott

und jeder, der liebt, stammt von

Gott und erkennt Gott.

Wer nicht liebt, hat Gott nicht

erkannt; denn Gott ist die

Liebe“

 

Der Theologe

Eugen Biser sagt:

 

„Das Herz Gottes ist Liebe –

und nichts außer dem. Das aber

ist kein Gott, der alles hinnimmt

und auf sich beruhen lässt,

sondern der Gott der denkbar größten

Herausforderung, der vom

Menschen erwartet, was er ihm

gibt: Liebe aus ganzem Herzen,

ganzem Gemüt, ganzer Geistes-

und Wesenskraft.“

 

„Das trage ich euch auf“,

sagt Jesus zu seinen Jüngern:

Liebt einander.“

 

Gott die Liebe zu glauben,

die er zu mir hat, mich

geliebt wissen von Gott,

das ist das eine.

Und lieben, die eigene

Liebesfähigkeit zu aktivieren,

die er in mich hineingelegt hat,

das ist das andere.

Beides gehört zusammen:

 

Doch das eine bedingt

das andere nicht: Weder

müssen wir lieben, um von

Gott geliebt zu werden,

noch werden wir von ihm

geliebt, um lieben zu müssen.

Die Botschaft Jesu stellt

weder Bedingungen, noch

ist sie ein moralisierender

oder gar mit göttlichen

Sanktionen drohender

Imperativ. Sie ist vielmehr

eine Offenbarung:

 

Sie öffnet uns die Augen

für die Wirklichkeit. Sie zeigt

uns, wer der Mensch – jeder

Mensch – in Wahrheit ist:

ein von Gott Geliebter,

der zu lieben fähig ist.

 

Einmal angenommen,

da kommt einer zu Ihnen

und sagt:

 

„Nun erklär mir doch mal,

worum es in eurem Glauben

eigentlich geht?

Aber sag es so, dass ich

es verstehen kann …,

und rede nicht lange herum,

sag das Wichtigste, sag es kurz

und bündig!“

 

Was würden Sie ihm antworten?

 

Und angenommen, Sie würden

sich dann selbst fragen, was

am christlichen Glauben das

Wichtigste ist, vor allem was

das Praktische betrifft,

also die christliche Art, mit

dem Leben umzugehen –

denn das ist es, was Ihr

Zeitgenosse wissen will.

 

Wie würden sie es auf den

Punkt bringen, für sich selbst

und dann auch für ihn?

 

Geliebt lieben:

Das ist auf den Punkt

gebracht, der Kern der

christlichen Art, das Leben

zu leben.

Es ist der Kern der

christlichen Art, Mensch

zu sein -  und es immer

mehr zu werden.

 

 

 

 

 

* nach einer Idee von Reinhard Körner

 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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