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Fleisch zur Speise

Joh 6, 51-58

 

Bis auf den letzten Platz

ist sie besetzt, die Synagoge

von Kafarnaum und es ist

mäuschenstill unter

den Menschen.

 

Sie fragen sich, was wohl

jetzt noch kommen kann.

Und wer eigentlich dieser

Jesus ist.

 

Wer ist das, der mit

fünf kleinen Broten

und zwei Fischen 5000

Männer satt bekommen hat?

Und dabei sind noch zwölf

Körbe voll übrig geblieben!

 

Auch die Jünger fragen

sich: Wer ist er eigentlich?

Einer der bei tosendem

Sturm über dem Wasser

wandelt, ohne dass

auch nur seine Sandalen

nass werden …

Gleich die ersten beiden

Worte, die Jesus in den

Mund nimmt, haben es

in sich und geben die Antwort:

 

Jesus sagt: „Ich bin.“

Das kann im Moment

nicht mehr bedeuten,

als wenn sich ein Mensch

vorstellt und sagt:

„Also, ich bin der und der,

oder die und die …“

 

Doch aus dem Mund

Jesu bekommen diese

Worte einen besonderen

Klang. Wir erinnern uns:

 

Immer wieder setzt Jesus

mit diesen beiden Worten

neu an:

 

Ich bin – das Licht der Welt.

Ich bin – der gute Hirte.

Ich bin – die Tür zu den Schafen.

Ich bin – der wahre Weinstock.

 

Mag sein, dass einige

der Zuhörer Jesu sich

auch an die Stimme aus dem

brennenden Dornbusch

erinnern. Jahwe sagt

zu Mose:

„Ich bin der ich bin.“

 

Mit seinen Worten

stellt sich Jesus an die

Seite seines Vaters, der

aus dem brennenden

Busch zu Mose geredet

hat und unterstreicht

seine Herkunft und

Autorität.

 

„Ich bin.“

 

„Ich bin das lebendige

Brot, das vom Himmel

gekommen ist“, fährt

Jesus fort.

 

Brot, das verstehen

die Leute. Sie alle haben

noch den Geschmack

des Brotes von der

Brotvermehrung

im Mund. Und alle kennen

auch die Geschichte, wie

Gott in der Wüste das

Manna regnen ließ,

das Brot vom Himmel.

Und sie träumen schon lange,

dass endlich die Verheißung

der messianischen Zeit

wahr wird, einer Zeit,

in der es an Brot

niemals mehr

mangeln wird.

 

In die Erwartung

des Retter, des

Messias, des Herrn,

desjenigen, der Israel

erlösen wird hinein,

hallen die nächsten

Worte wie Hammerschläge.

Sie lösen Schock und

Schrecken und Enttäuschung

aus:

 

„Dieses Brot ist mein

Fleisch.“

 

Mehrmals wiederholt

Jesus dieses Wort.

„Ich bin das Fleisch,

so wie ich auch das

Brot bin.“

 

Spätestens jetzt geht

es für manche zu weit

und sie fangen an

nachzufragen:

 

„Wie kann er uns sein

Fleisch zu essen geben?“

Hat dieses Wort trotz

aller Mühen und deutenden

Versuche nicht einen Hauch

von Kannibalismus an sich?

Sind wir Christen etwa

Menschenfresser?

 

„Dieses Brot ist mein

Fleisch.“ Dieses Wort

ist ein Schlüsselwort

der Botschaft Jesu.

Daher sei die Frage

erlaubt:

 

Wie und was hat Jesus

damit gemeint?

 

Es hat für mich

den Anschein, als wolle

Jesus damit sagen:

 

„Schaut her, Leute,

ich bin kein virtuelles

Programm Gottes, das man

in der Bibel wie in einem

Computer aufrufen kann.

Ich bin keine Simulation

des Allmächtigen, die

der Vater auf die Erde

gebeamt hat.

Ich habe nicht nur 33 Jahre

lang das Menschsein gespielt,

wie der Hauptdarsteller

in Oberammergau.

Ich bin wirklich ein

Mensch wie ihr.

Ja, ich bin aus Fleisch

und Blut wie ihr.

 

Schaut euch nur die

Schwielen an meinen Händen an:

Die stammen von meiner Arbeit

in der Werkstatt in Nazareth.

Schaut euch meine Fußsohlen an:

Die harte Hornhaut kommt von

den langen Wanderungen.

Und schaut euch die Wunden an:

die haben die Nägel in mein

offenes Fleisch gerissen.

 

Ja, sie haben mich

in der Tat zerfleischt auf

der Schlachtbank des Kreuzes.

Und genau das habe ich

gemeint mit dem Fleisch

und dem Blut, von dem

ich heute spreche.

Ich habe es wirklich

hingegeben für euch:

mein wirkliches und

wahres Leben.

 

Im Alten Testament

benützt die Bibel ohne

Scheu die Worte „Fleisch“

und „Blut“ und meint

damit einfach den Menschen.

 

Bald nach der Erschaffung

des Menschen „merkt“ Gott,

dass Tiere keine richtigen

Partner für den Menschen

sind. Da erschafft er die Frau.

Und Adam begreift:

„Das endlich ist Bein von

meinem Bein und Fleisch

von meinem Fleisch.“

 

Das ist ein Satz,

der auf die Ebenbürtigkeit

der ersten Menschen

verweist.

Genau darum geht es

Jesus. Er ist einer von

uns geworden.

Wir gehören zusammen.

Er und ich.

Er und du.

Er und wir.

 

Die Rede von Fleisch und

Blut ist eine Sprache, die

die innigste Verbindung

und Zusammengehörigkeit

ausdrücken möchte.

 

Die innigste Verbindung

und Zusammengehörigkeit

zwischen Jesus und den

Menschen findet in der

Feier der Eucharistie

ihren Höhepunkt.

Hier ist Jesus gegenwärtig.

Hier ist er ganz da.

 

Jesus wollte nicht nur

33 Jahre lang für ein paar

wenige Menschen im kleinen,

fernen Palästina sichtbar

und greifbar sein. Er

wollte zu allen Zeiten

und bei allen Menschen

berührbar bleiben

und ihnen so nah.

Für uns heute in der

Scheibe Brot, die wir

zu seinem Gedächtnis

brechen und teilen

und essen.

 

Von diesem Brot

schreibt Joe Übermesser:

 

„Dies ist das Brot.

Mehr als Mehl und

Wasser zu einem Laib

gebacken.

Dies ist das Brot, in dem

alles enthalten ist,

was ein Leben ausmacht:

30 Jahre an der Hobelbank

und die Stunden bis nach

Golgotha.

 

Es ist schwer verdientes

Brot, das Jesus seinen Jüngern

reicht. Schwer verdient ist, was Jesus

reicht beim Abendmahl und

sagt: Nehmt und esst alle

davon.

 

Das ist mein Leib.

Brot für das Leben

der Welt.“

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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