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Engel, die ins Leben einbrechen - einfach so.

Adventsfenster -                                                        Die Verheißung der Geburt des Johannes

 

Müde und schweren Schrittes

macht er sich auf den Weg.

Er schleppt sich die Stufen des

Tempels empor. Heute

hat ihn das Los getroffen.

Heute ist er mit dem Dienst

im Tempel an der Reihe.

 

Zacharias ist nicht mehr

der Jüngste. Mehr als die Hälfte

seines Lebens steht er im Dienst

an seinem Gott und seinem

Volk. Priester ist er.

 

Er ist alt.

Die Erfahrungen des Lebens

zeichnen ihn aus.

Auch die Traurigkeit,

keine eigenen Kinder mit

seiner Frau bekommen

zu haben, legt sich schwer

auf seine Seele.

Doch dazu ist

es jetzt zu spät. Beide

sind zu alt dazu.

Jede Hoffnung in diese

Richtung wäre unrealistisch

und utopisch.

 

Begeben wir uns in Gedanken

einmal an die Seite des alten

Priesters. Fragen wir uns an

seiner Stelle: Was bringen wir mit

in den Tempel Gottes, dann

wenn wir uns zu Gott auf den

Weg machen?

 

Freude,

Sorge,

Glücksmomente,

Traurigkeiten,

Augenblicke der Dankbarkeit,

Enttäuschungen,

Sehnsüchte,

Hoffnungen …?

 

Wie stehen wir vor

unserem Gott? Wie nimmt

er uns wahr? Wie wollen

wir von ihm wahrgenommen

und damit auch angenommen

werden?

 

„Ich steh vor dir mit

leeren Händen, Herr,

fremd wir dein Name

sind mir deine Wege.

 

Seit Menschen leben,

rufen sie nach Gott, mein

Los ist Tod, hast du nicht

andern Segen?

 

Bist du der Gott, der Zukunft

mir verheißt? Ich möchte

glauben, komm mir doch

entgegen.

 

Von Zweifeln ist mein Leben

übermannt, mein Unvermögen hält

mich ganz gefangen. Hast du mit

Namen mich in deine Hand,

in dein Erbarmen fest mich

eingeschrieben?

 

Nimmst du mich auf in dein

gelobtes Land? Werd ich dich

noch mit neuen Augen sehen?

 

Sprich du das Wort, das tröstet

und befreit und das mich führt

in deinen großen Frieden.

 

Schließ auf das Land, das keine

Grenzen kennt, und lass mich

unter deinen Kindern leben.

 

Sei du mein Brot, so wahr du

lebst. Du bist mein Atem,

wenn ich zu dir bete.“

 

Noch einmal:

Was treibt uns zu Gott?

Welche Sehnsucht tragen wir

mit uns? Was lässt uns immer

wieder zu ihm kommen?

 

Für Huub Oosterhuis, der die

eben gehörten Worte

schrieb, sind es:

 

Leere,

Trostlosigkeit,

mangelnde Perspektive,

Grenzerfahrungen,

Unsicherheit,

Zweifel,

Bitte.

 

Wie stehe ich heute dar

vor Gott, jetzt in diesem

Augenblick?

 

Zacharias zieht sich hinter

den Vorhang zurück. Jetzt steht

er allein da mit seinem Gott.

Das Volk ist außen vor.

 

Rührt sich da etwas?

Was passiert gerade?

Auf der Seite des Altars

bemerkt er einen Engel.

 

Engel, die so plötzlich und

unvermittelt in das Leben

eines Menschen einbrechen,

lösen zunächst einfach nur

Furcht aus. Das ist bei Maria

so. Bei Zacharias ist es

nicht anders.

 

„Fürchte dich nicht!“

Der Engel beruhigt ihn.

 

Überlegen wir einmal:

Wann sind wir zum letzten

Mal einem Engel begegnet?

Keinem Engel in einem weißen

Gewand und auch nicht mit

einem leuchtenden Ring

um den Kopf.

 

Sind wir uns bewusst,

dass auch Menschen füreinander

zum Engel werden können?

„Du bist ein wahrer Engel!“

rufen wir hin und wieder

angerührt durch etwas

Wundersames aus.

 

Welche Menschen

sind mir in der zurückliegenden

Zeit zum Engel geworden?

 

„Vergesst nicht die Gastfreundschaft“,

sagt der Hebräerbrief, „denn viele

haben, ohne es zu wissen, Engel

beherbergt.“ Heb 13,2

 

„Zacharias, früchte dich nicht!“ - 

Na, du hast vielleicht

gut reden. Wie sollen mir nicht

die Knie zittern und das Herz

bis zum Hals schlagen,

bei so einem Wort:

 

„Dein Gebet ist erhört worden.

Deine Frau Elisabet wird dir einen Sohn

gebären, dem sollst du den Namen

Johannes geben.“

 

„Willst du dich über

mich lustig machen?

Mit so etwas macht

man keinen Spaß! Du Engel, du,

du treibst es ganz schön auf

die Spitze. Reicht es denn nicht,

dass ich als Mann mein Leben

lang dieser Schmach ausgesetzt

gewesen bin, kinderlos zu bleiben.

Halt dich zurück!“

 

Der Engel lässt nicht locker.

„Große Freude wird dich

erfüllen und auch andere werden

sich mit dir freuen und über die

Geburt deines Kindes. Und zudem:

Gott hat einen Plan mit deinem

Kind.“

 

Überlegen Sie einmal.

Gab es in Ihrem eigenen Leben

schon einmal diese Augenblicke,

von denen Sie sagen, dass sie

unglaublich gewesen sind,

unglaublich und am Ende dennoch

möglich und wahr, weil für Gott nichts

unmöglich ist?

Was kam in Ihrem Leben bisher

einem Wunder gleich?

 

Zacharias hat da so

seine Zweifel. Zu offensichtlich

ist all das, was dagegenspricht.

„Ich bin alt und meine Frau

ist es auch. Da ist nichts mehr

zu machen.“

 

Diese Haltung hat Konsequenzen.

Dem alten Mann verschlägt es

die Sprache. Nein, nicht nur für

den berühmten Schreckmoment.

Stumm soll er bleiben, bis das Kind

zur Welt kommt.

 

Wie sehr vertraue ich selbst

den Verheißungen Gottes an mich

und mein Leben und an das Leben

all derer, die mir lieb und teuer

sind?

 

Bin ich realistisch genug,

um mich auf Gott verlassen

zu können? „Für Gott ist nichts

unmöglich“, heißt es bei

dem Eintreten des Engels bei

Maria. Wie sehr prägt mich

dieses Wort in meinem eigenen

Leben?

 

Gab es einmal diesen

Moment, in dem ich mich von

Gott eines anderen belehren

lassen durfte, z.B. dass es doch

nicht so ausweglos war, wie

ich es selbst meinte?

Und wie war das, als

die Wirklichkeit Gottes

in mein Leben einbrach

und dadurch Neues, noch

nie Geahntes, längst verloren

Geglaubtes entstand?

 

„Und das Volk, das im

Dunkel lebt, sieht ein neues

Licht. Über denen, die im

Land der Finsternis wohnen,

geht ein Licht auf“, heißt

es bei Jesaja.

 

Wann ist mir in meinem

Leben bereits ein Licht

aufgegangen, angezündet

von Gott selbst, der der Welt

sein Licht, Christus, geschenkt

hat?

 

Wir können

viel selbst bestimmen,

was unser Leben betrifft,

aber eben nicht alles.

 

Wir können nicht darüber

bestimmen, wann und wie

Gottes Engel uns erreichen

wird.

 

Eine grundlegende Offenheit

und Achtsamkeit dem Leben

und den Spuren Gottes gegenüber

ist daher gefragt.

 

Ganz am Ende kommt

Elisabeth in den Blick.

Wie verheißen bekommt

sie ein Kind.

 

“Der Herr hat mir geholfen.

Er hat gnädig auf mich geschaut.”

 

Ich lade Sie ein, sich auch

an die Seite dieser Frau zu stellen.

Ich lade Sie ein, sich zu fragen:

Wann haben Sie das letzte Mal

Gottes Hilfe erfahren? Wie

war Ihnen dabei

zumute gewesen?

 

Hören Sie nie damit auf,

Unmögliches für möglich zu

halten und mit Gott in Ihrem

Leben zu rechnen. Denn:

 

„Gott hat uns längst einen Engel gesandt,
uns durch das Leben zu führen.
Und dieser Engel hält unsere Hand,
wo wir auch sind können wir´s spüren.
Unser Engel bringt in Dunkelheit uns Licht.
Unser Engel sagt uns: „fürchtet euch nicht!“
Ihr seid bei Gott aufgehoben!“

                                                           Musical Daniel

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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