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Das waren noch Zeiten

Mk 6,7 ff

 

Das waren noch Zeiten!

 

Menschen haben sich von der

Botschaft des Evangeliums ansprechen

lassen, und nicht nur das, sie haben

sich zum Glauben bekehrt

und die Taufe empfangen.

Und Kranke ließen sich Trost

zusprechen und wieder

aufrichten.

Mit Vollmacht und Begeisterung

mischten sich die Jünger Jesu unter

die Menschen und taten,

was er ihnen aufgetragen

hatte.

 

Und heute?

Was hat die Kirche

den Menschen noch zu sagen?

Was hat die Kirche den

Menschen noch zu geben?

 

Klaus Rüdiger Mai,

Dramaturg, Regisseur

und Schriftsteller fragt:

„Geht der Kirche der

Glaube aus?“ und stellt

zugleich fest:

 

„Nie war Kirche notwendiger

als heute, nie war sie weniger

vorhanden.“

 

Seine These ist die:

„Die Kirche hat sich verloren.

Sie verpasst den Aufbruch,

der angesichts der Entchristlichung

dringend erforderlich ist.“

 

Die Tendenz ist diese:

Die Kirche zieht sich zunehmend

mit dem Kostbarsten, was sie

Menschen zu geben hat,

aus der Gesellschaft zurück,

dem Glauben.

 

Sie versteht es nicht mehr,

auf die dringenden Fragen

der Menschen in einer adäquaten

Weise zu antworten und dies so zu tun,

dass Menschen aufhorchen, hinhören

und das Angebot des Glaubens

verstehen und annehmen können

und mit Lust und Freude

versuchen, es in ihrem

Leben umzusetzen.

 

Zudem, es scheint, dass die

Kirche auf Fragen eingeht,

auf die Menschen schon längst

eine eigene Antwort gefunden

haben. Jüngster Beweis:

Die Frage nach der gemeinsamen

Teilnahme konfessionsverbindender

Ehen an der Eucharistie.

 

Ein geradezu grotesker

Akt, der sich da vollzog.

Ein Schauspiel, das viele

Außenstehende einfach nicht mehr

ernstnehmen können

und daher eher mit Mitleid

gegenüber einer starren

Institution reagieren als

mit Verständnis.

 

Oder wie sonst lässt es

sich erklären, dass von Empörung

der Christgläubigen wenig zu

spüren gewesen war?

 

Als ich die Entscheidung

Roms zu dieser Frage und der

sehr bezeichnenden Auseinandersetzung

unter den deutschen Bischöfen hörte,

war meine persönliche Reaktion darauf zunächst

Wut und Zorn. Doch dann machte

sich eine unendlich große Traurigkeit

in mir breit. „Wieder einmal

ein Schritt in die falsche

Richtung. Wie so oft!“,

dachte ich bei mir und:

„Wie lange soll das noch

so weitergehen?“

 

War es nicht Jesu Ansinnen,

dass alle eins sein sollten,

so wie er mit Gott, dem

Vater eins ist?

Was hat man daran nicht

verstanden?

 

Umso mutiger finde

ich den Vorstoß unseres

Bischofs. Er lädt ein, sich

nicht irritieren zu lassen,

immer wieder das miteinander

Verbindende zu suchen

und der ganz eigenen

und persönliche Gewissenentscheidung

jeder Art von Bevormundung den

Vorrang zu geben.

 

Meine ganz eigene Frage ist die:

Wie kann eine Kirche,

die in sich so zerspalten ist

und uneins, Bestand auf

Dauer haben?

Macht Jesus seine Jünger

nicht gerade darauf

aufmerksam, dass eben

kein Reich Bestand haben kann,

das in sich zerstritten

und gespalten ist?

 

Was haben unsere

Bischöfe, daran nicht

verstanden?

Was haben wir in unseren

Gemeinden daran nicht

verstanden?

Und was hindert uns daran,

eine neue Sprache zu finden,

neue Formen von Glauben,

eine noch nie dagewesene

Weise Gemeinde und

Kirche zu leben?

 

Da tröstet es nicht,

dass die Kirche nur

eine vorläufige Größe

in dieser Welt darstellt!

Zuversichtlich dagegen

stimmen kann, dass

Gottes Reich dennoch

entstehen wird.

Ob mit oder ohne

uns.

 

Doch halt!

Gerade auf Menschen

wie uns will Jesus bauen

und sich verlassen können!

Er will uns in seinen Dienst

nehmen. Heute sind wir es,

die er hinausschickt.

 

Dabei haben auch wir

in einem übertragenen Sinn

zumeist nicht mehr

als einen Stab in der Hand,

sprich, uns selber und

unseren eigenen Kleinglauben,

vor allem aber jene Verheißung,

die uns Christus mit auf

den Weg gibt und die wir

keinem vorenthalten

sollten:

 

Dass wir gesegnet sind

mit dem Segen des Geistes Gottes;

dass wir mit Christus in Verbindung

stehen;

dass wir alle Erwählte Gottes sind

und dazu bestimmt Kinder Gottes

zu werden;

dass wir Erlöste und Gerettete

sind. (vgl. Eph 1,3-4)

 

„Nie war Kirche notwendiger

als heute, nie war sie weniger

vorhanden.“

 

Worauf warten wir noch?

Wann fangen wir endlich

wieder an, uns unter die

Menschen zu mischen;

jeder einzelne von uns

mit seinem bisschen

Glauben, der aber,

wenn wir bereit sind,

miteinander loszugehen,

eine ganze Welt

zu verwandeln

vermag?

 

Nein, liebe Gemeinde,

das ist nicht blauäugig

von mir gedacht.

Das ist die Zusage, die

Christus uns gibt.

Auf den Glauben daran

käme es an und dass

wir endlich nach vorne

gehen.

 

Beherzt und mutig,

bereit den Menschen

Rede und Antwort zu

stehen. Jedem, der

nach unserem

Glauben fragt.

 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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