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Auf Gott hin loslassen

Mk 10,17-30

Eine Frage vorweg:

Hören Sie das Frohmachende

aus den eben gehörten Zeilen

heraus? Denn das sollen

sie ja sein, diese Zeilen,

eine frohe Botschaft

für alle, die sie hören.

 

Zugegeben,

ich habe da zunächst

meine Schwierigkeiten, dieses

Evangelium als eine frohe

Botschaft zu hören und

anzunehmen.

 

Zu schwer wiegen die

Worte auf mir. Und auch

die Bilder, die sie vor

meinem inneren Auge

wachrufen.

 

Ich bleibe schon bei der

Begegnung zwischen dem jungen

Mann und Jesus hängen.

 

Ein Mann fragt Jesus,

was er denn tun muss,

um das ewige Leben

zu erlangen.

 

Er scheint irgendwie zu

spüren, dass das, was er bislang

getan hat, ihn nicht wirklich nach

vorne bringt. Seine Sehnsucht

nach Sinn und Leben

erfüllt sich dadurch

nicht.

 

„Was muss ich tun?“

Jesus verweist ihn auf

die Gebote. Doch das scheint

dem Mann nicht auszureichen.

„Das tue ich schon längst“,

meint er, „aber ich spüre,

dass dies nicht reicht.

sag mir also, was ich

tun muss.“

 

In der Tat, der Glaube

an Gott ist mehr als die Erfüllung

von Gesetzen und Geboten.

Der Glaube an Gott setzt

eine lebendige Beziehung zwischen

ihm und den Menschen voraus

und betrifft den Menschen

in seiner ganzen Existenz.

 

Darauf geht Jesus

ein, wenn er zu dem Mann

sagt: „Geh, verkaufe alles,

was du hast, gib das Geld

den Armen und du wirst

einen bleibenden Schatz

im Himmel haben;

dann komm und folge

mir nach!“

 

An diesem Punkt verschlägt

es dem Mann die Sprache.

Traurigkeit legt sich auf

seine Seele und er geht

weg.

 

Was ist schiefgelaufen?

Woran ist der Mann gescheitert?

 

Die Forderung, alles zu verkaufen

und den Armen zu geben, ist die

Einladung Jesu an den Menschen,

nicht bei sich selbst stehen zu bleiben.

Vielmehr, aus sich selbst herauszugehen,

sich loszulassen, auf Gott hin loszulassen

und von ihm all das zu erhoffen,

wovon der Mensch bislang

geglaubt hat, dass er es selbst

fertigbringen müsste.

 

Die Erfüllung der Gebote

ist das eine, die wesentliche

Hingabe an Gott ist das andere.

Sie geht tiefer. Sie fordert ganz.

Doch soweit war der Mann

noch nicht gekommen.

 

Wo stehe ich?

Wie lebe ich meinen

Glauben?

Erschöpft er sich

im Besuch des sonntäglichen

Gottesdienstes, in der

Verrichtung einst erlernter Gebete

oder reicht er tiefer? Ich meine damit:

Berührt er mich in meinem Inneren?

Setzt er Regungen frei?

Bringt er mich in Kontakt

mit Gott und den anderen

Menschen?

 

Noch einmal:

Der Glaube an Gott

fordert immer ganz.

Es gibt keine Halbheiten.

Der Glaube an Gott

lädt mich ein, loszulassen

und auf ihn zu vertrauen,

in allem, was ist und

geschieht, in meinem Leben

und dem Leben der anderen

auch.

Der Glaube an Gott

lebt im Letzten nicht

von Äußerlichkeiten,

sondern von der inneren

Haltung der Liebe zu

ihm und allem, was

ist, auch zu meinem

Gegenüber.

 

War es das, was der

junge Mann verstehen

lernen musste und zu

begreifen hatte?

 

Die Jünger jedenfalls

bekommen es mit der

Angst zu tun: „Wer kann

dann noch gerettet werden?“

Ihre Frage ist berechtigt.

 

Eigentlich doch niemand,

zu mindestens die allermeisten

nicht. Oder?

 

Ich glaube nicht,

dass ich persönlich immer treu

und brav die Gebote erfüllt

hätte. Meine eigene Unzulänglichkeit

ist mir durchaus bewusst.

 

Darin scheint mir

der junge Mann ein

weites Stück voraus zu

sein.

 

Und seien wir einmal

ehrlich zu uns selbst:

Keiner hier ist so,

wie er sollte, wie er könnte,

wie er wollte. Oder?

Wir scheitern sehr oft

an uns selbst, an unseren

ganz eigenen Grenzen.

 

„Eher geht ein Kamel

durch ein Nadelöhr …“

 

Das lässt mich zunächst

erschrecken, für mich

selbst und für die vielen

anderen auch, die sich täglich

darum bemühen als gute

Christen zu leben und dabei

auch immer wieder an

ihre Grenzen kommen.

 

Die Furcht bliebe fest

in meinem Nacken sitzen,

wenn neben all den Worten

und den Bildern, die sie

wachrufen, nicht dieses

trostvolle und zusprechende

Wort stünde:

 

„Für Gott ist alles möglich.“

 

Das lässt aufatmen.

Gott öffnet Möglichkeiten

für uns, damit unser Leben

gelingen und bereits

heute ein Stück der Ewigkeit

in sich tragen kann, die

uns verheißen ist.

 

Sich für diese Möglichkeiten

Gottes mit uns und unserem

Leben zu öffnen, dazu

lädt uns das heute

Evangelium ein.

 

Gottes Möglichkeiten mit

uns und unserem Leben

sind immer größer als

die ganz eigenen.

 

Um das zu erfahren,

bedarf es dieses einen

Schrittes, dass wir uns

auf ihn hin loslassen,

mit all dem, was wir

sind und haben.

Nicht mit halben

Herzen. Wesentlich

vielmehr, aus Liebe

zu ihm und zum

anderen.

 

Was muss ich tun?

 

Immer brav

gewesen sein

genügt nicht

 

vor dem Schritt

durch das Nadelöhr

steht das Wort

loslassen

 

vor dem Hundertfachen

steht sogar

das Wort Verfolgung

 

hinter allem

aber steht

für Entschlossene:

ein Schatz im Himmel

und einer

der uns liebt

Jesus             Charis Doepgen

 

Amen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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