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Abgeschnitten vom Leben

Mk 5,21-43

Da haben sie sich wohl getäuscht.

Jene Leute, die so laut schreien.

Jene Leute, die so laut weinen.

Jene Leute, die nicht aufhören wollen

mit dem Jammern.

 

Das Kind ist nicht tot.

Hatten sie sich tatsächlich

so täuschen können?

Anscheinend ja.

Jesus meint:

Es schläft nur!

 

Aber das will ihnen

nicht in den Kopf!

Das kann nicht sein.

Das ist unmöglich.

Das Mädchen ist tot!

Und sie lachen Jesus aus.

Dem wird es nun zu bunt.

Alle raus, hier!

 

Nur wenige bleiben bei ihm

und dem Mädchen.

Die Eltern. Die Jünger.

 

Dann geschieht das Unfassbare:

Talita kum!

Mädchen, ich sage dir, steh auf!

Das Mädchen steht auf,

so als wäre nie etwas gewesen,

und geht umher.

 

Jetzt schreien sie noch mehr,

die Leute.

Und sie geraten außer sich.

Sie sind entsetzt.

In der Tat,

das Mädchen war nicht tot.

Es lebt -

vielleicht mehr als je zuvor.

 

Es gibt ein Lied

von Marius Müller-Westernhagen:

 

Wenn dir jemand sagt,

du bist zu klein

und du hörst nur immer

lass das sein;

wenn dir jemand sagt,

du bist nicht schön,

kann die Lust aufs Leben

schon vergehn.

 

Steh auf.

Steh auf.

Steh endlich auf.

Steh auf.

 

Talta kum!

Mädchen, ich sage dir, steh auf!

 

Ich frage mich,

was diesem Mädchen die Lust

auf das Leben genommen haben mag;

was dieses Mädchen sich wie vom Leben

abgeschnitten vorkommen

und sich wie leblos und tot fühlen ließ?

 

Ich kenne die Antwort nicht.

Vermutungen will ich keine anstellen.

Aber ich kenne Menschen,

die sich in einer ähnlichen Lage befinden.

Menschen, die, von außen betrachtet, wie tot erscheinen.

Menschen, die sich selber, wie vom Leben abgetrennt vorkommen.

 

Ich sehe sie in unseren Straßen.

Ich sehe sie in den Geschäften.

Ich sehe sie hinter den Schaltern.

Ich sehe sie an den Fließbändern.

Ich sehe sie in unseren Gemeinden.

 

Und ich weiß,

wie gut es ihnen tut,

an der Hand genommen zu werden,

ein heilendes,

ein erlösendes,

ein sie wieder aufrichtendes Wort zu hören,

um wieder zum Stehen

kommen zu können,

um wieder langsam und allmählich

den Kontakt zum Leben finden zu können,

das ihnen wie aus ihren Händen geglitten

schien.

 

Wenn einer zu reden beginnt,

wo Fronten verhärtet sind,

das fängt der Friede an.

 

Wenn einer zu schweigen

beginnt, wo zu viele Worte

sind, da fängt der Friede an.

 

Wo einer zu denken beginnt,

wo offene Fragen sind,

da fängt der Friede an.

 

Wenn einer zu handeln

beginnt, wo viele Probleme

sind, da fängt der Friede an.

 

Wenn einer zu beten beginnt,

wo Menschen am Ende sind,

da fängt der Friede an.

 

Die Worte eines Liedes

von Ludger Edelkötter

betreffen nicht nur das

Leben eines Einzelnen.

Sie gelten auch für

die Herausforderungen

im Großen und vermögen

eine neue Richtung in

den vielen unbeantworteten

Fragen unseres Zusammenlebens

in dieser Welt zu zeigen.

 

Talta kum!

Mädchen, ich sage dir, steh auf!

 

Wir leben davon,

dass uns ein anderer anspricht,

dass uns ein anderer meint,

dass uns ein anderer ernstnimmt,

dass uns ein anderer annimmt,

dass wir uns einander annehmen

und uns umeinander kömmern.

 

Gott tut dies bedingungslos.

Das unterscheidet ihn von uns Menschen.

Und das richtet auf.

Unabhängig von dem,

was andere Menschen

über uns denken,

von uns meinen,

über uns sagen

und auch losgelöst von dem,

was wir selber

von uns annehmen wollen

oder nicht.

 

In der Tat,

so vieles kann uns die Lust

auf das Leben nehmen.

Manchmal sind es die Umstände.

Manchmal sind es die anderen.

Oftmals sind es wir selbst,

die wir uns im Wege stehen.

 

Jesus will uns Lust

aufs Leben machen.

Die Fülle des Lebens

hat er uns zugesagt.

Das gilt.

Das steht.

Davon geht er nicht ab.

 

Aber wir –

wir müssen aufstehen.

Endlich aufstehen,

nicht immer die anderen

verantwortlich machen wollen

für unser Schicksal,

für unsere Verletzungen,

für unsere Enttäuschungen,

für unsere Lähmungen,

dafür, dass es kein Vorankommen gibt

und anfangen eigenverantwortlich zu leben,

so wie es Gott gemeint hat,

als er uns schuf

und zum Leben rief.

 

Das wäre dann wie eine

Auferstehung mitten am Tag!

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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