thomas diener systemische-lösungsorientierte supervision und coaching geistliche begleitung gestalttherapeutische beratung
thomas diener                                                             systemische-lösungsorientierte                                                             supervision und coaching                                                                                                                                       geistliche begleitung                                                             gestalttherapeutische beratung

resurrexit

Ostern

Jesus ist auferstanden.

Jesus ist von den Toten

auferstanden.

Jesus lebt!

 

Anlass zum Jubel.

Anlass zur Freude.

Anlass zum Glücklichsein.

 

Der feierliche Lobgesang

zu Beginn dieser Nacht

lädt uns dazu ein.

 

Die anderen, die Frauen

und die Männer am Grab,

sie sind zunächst verunsichert.

Sie können vieles von dem,

was sie dort erleben nicht

begreifen und verstehen.

Manche von ihnen

fürchten sich sogar vor

der Begegnung mit

dem Auferstandenen.

Wie sollte es auch

anders sein?

Verstehen lässt sich

die Auferstehung Jesu

keineswegs.

Doch daran glauben, das

geht schon. Glauben heißt,

nicht wissen und wissen

kann ich die Auferstehung

Jesu nicht. Doch darauf

vertrauen, allemal.

 

 

Wen dabei der Zweifel

überkommt, der steht nicht

allein. Der befindet sich

in bester Gesellschaft,

denn zweifeln tun die

Jünger auch.

 

Mittlerweile sind es

auch viele Christen,

die sich mit der Auferstehung

von den Toten nur noch schwertun.

Nicht einmal mehr als 34 % Christen

glauben einer Umfrage nach

an die Auferstehung.

 

Diesem Zustand versucht

die Schriftstellerin Rose Ausländer

gerecht zu werden, wenn sie in ihrem

Gedicht „die Auferstandenen“

nachfragt:

 

Wo sind die Auferstandenen

die ihren Tod

überwunden haben

das Leben liebkosen

sich anvertrauen dem Wind

 

Kein Engel verrät

ihre Spur

 

Das ist für mich immer

wieder die Frage:

 

Leben wir, was wir feiern? –

Dass Jesus auferstanden ist.

Leben wir, was wir glauben? –

Dass wir mit Christus leben

werden und der Tod auch uns

nichts mehr anhaben kann.

Leben wir, was wir erbitten? –

Nämlich aufzuerstehen

aus den vielen Dunkelheiten

des Lebens?

 

Oder lassen sich viele

unter uns nicht immer wieder,

allzu willig in das Dunkel

hineintreiben; in die vielen

kleinen Untergänge und Tode,

die das Leben für sie bereithält?

 

Aus ihnen hoffnungsvoll

und zuversichtlich aufzuerstehen,

und sich immer wieder

zu erheben, darauf käme

es an. Wo auch sonst, wenn nicht

inmitten bedrängender Fragen

und Erfahrungen, ist Auferstehung

gefragt?

 

Die Herausforderung des Christentums

besteht darin, ob es in der Lage ist,

inmitten des Alltags von Menschen

Perspektiven der Auferstehung

zu erschließen.

 

Alles hinge davon ab,

uns solcher Momente, in denen

wir uns, rückblickend auf unser

Leben, aus Dunkelheiten und

Finsternissen wieder ins Licht

erhoben haben, bewusst

zu werden.

 

Alles hinge aber auch

zugleich davon ab, nach vorne

zu blicken, und für jene

Momente ein Gespür zu entwickeln,

aus denen wir befreit hervorgehen

und uns zu einem neuen

Anfang erheben.

 

Die Zeichen neuen Lebens und

Auferstehens sind zahlreich:

 

„… wenn Feinde wieder miteinander reden,

Gegner sich die Hände reichen und Völker

wieder einen Weg zueinander suchen;

wenn der Wille zum Frieden den Streit beendet,

Verzeihung den Hass überwindet und Rache

der Vergebung weicht …“ heißt es in dem

Hochgebet der Versöhnung.

 

Der Glaube an die Auferstehung

besagt: das Leben steht auf aus

dem Tod. Dieser Glaube steht

im Widerspruch zu dem, was Menschen

zutiefst verletzt, was sie in die

Ohnmacht treibt und oft nur noch

verstummen lässt.

 

Der Glaube an die Auferstehung

besagt auch: in den Brüchen

des Lebens ist die verborgene und

heilende Präsenz Gottes zu finden.

 

Und dort, wo der Glaube an die

Auferstehung im Alltag Gestalt gewinnt

und verwirklicht wird, da wird er zur

Lebenskunst.

 

Wo Verzweiflung herrscht, fragt sie

nach tragfähigen Zeichen der Hoffnung.

Wo Resignation alle Kräfte zu lähmen

droht, schürt sie das Feuer der

Lebenskunst. Nicht in der Verzückung

des Jenseits, sondern in den Konflikten

der Gegenwart offenbart sich das Geheimnis

der Auferstehung. Sie ermutigt zum Leben,

dort, wo der Tod sprachlos macht

und den Atem verschlägt.

 

Wo sind die Auferstandenen,

die ihren Tod überwinden,

das Leben liebkosen und sich

dem Wind der Wandlung

anvertrauen?

 

Noch einmal mit eigenen

Worten nachgefragt:

Leben wir, was wir feiern? –

Dass Jesus auferstanden ist.

Leben wir, was wir glauben? –

Dass wir mit Christus leben

werden und der Tod auch uns

nichts mehr anhaben kann.

Leben wir, was wir erbitten? –

Nämlich aufzuerstehen

aus den vielen Dunkelheiten

des Lebens?

 

Wer an die Auferstehung glaubt

und sie als Lebenskunst praktizieren will,

muss seine Aufmerksamkeit gezielt

auf diesen Wendepunkt richten:

Das Wunder der Wandlung;

den Augenblick der Auferstehung.

 

Niemand muss so bleiben wie er ist.

Mit der Auferstehung vor Augen

können Menschen gewohnte

Verhaltensmuster aufbrechen,

ausgefahrene Straßen verlassen

und einen Neuanfang wagen.

 

Dort, wo der Glaube an die

Auferstehung im Alltag Gestalt gewinnt

und verwirklicht wird, da wird er zur

Lebenskunst.

 

Dabei ist zu beachten, dass Kunst

immer mit intensiver Präsenz

und Gegenwart zu tun hat.

Jede Kunst hat etwas Fragiles.

Wenn ein Künstler eine Schaffensperiode

hat, dann ist er jetzt Künstler. Ob

seine kreative Quelle in einem halben

Jahr schon versiegt ist, das ist ungewiss.

Aber davon darf sie sich nicht

erschrecken lassen, gerade dann

nicht, wenn er mit seiner Kreativität

ringt. Gerade dann sei es wichtig,

sich dem Leben in die Arme zu

werden, hebt das Gedicht

von Luzia Rehmann hervor:

 

Mich dem Leben in die Arme werfen

 

Wir sind auf der Suche

nach einer Kraft,

die uns aus den Häusern,

aus den zu engen Schuhen

und aus den Gräbern treibt.

 

Aufstehen und

mich dem Leben in die Arme werfen –

nicht erst am jüngsten Tag,

nicht erst, wenn es nichts mehr kostet

und niemanden mehr wehtut.

Sich ausstrecken nach allem,

was noch aussteht, und nicht

nur nach dem Zugebilligten.

Uns erwartet das Leben.

Wann, wenn nicht jetzt?

 

Und wenn der Glaube an

die Auferstehung in den Mühen

des Lebens dennoch entgleiten

will?

 

Marie Luise Kaschnitz

weiß hierauf eine mögliche

Antwort, die sie in einem

ihrer Gedichte

widergibt:

 

Liebe Sonne

Wir glauben an diese

Unsere große

Freiheit zu sterben

Häuser unsere

Einstürzen zu lassen

Weinberge unsere

Brach –

 

Wir glauben es zwänge

Uns niemand aufzuerstehen

Späterhin in das Licht

In die gewaltige

Anstrengung ewigen Lebens.

Wir glauben es stünde bei uns

Niemanden mehr zu lieben

Und hintreiben zu lassen endlich

Erkaltet in kalten Schwärmen.

Diesen unseren Stern.

 

Aber die unverminderte

Tägliche Zeugenschaft

Küssender Lippen

Liebe Sonne

Schöne Erde

Ewig ewig

Weiß es besser.

 

Und wenn der Glaube an

die Auferstehung in den Mühen

des Lebens entgleitet?

 

Die Schriftstellerin empfiehlt

den Blick auf Menschen, die sich

trotz aller Turbulenzen, die das

Liebesleben mit sich bringt,

dennoch lieben;

auf die Sonne, die

ihr Tagwerk nicht vergisst

und alltäglich Wachstum

ermöglicht;

auf die Schöpfung,

die trotz aller Verwundungen,

die die Menschheit ihr zufügt,

in allen Farben des Lebens erblüht.

 

Häuser einstürzen lassen,

Weinberge brachliegen lassen

und sich kaltherzig entscheiden,

nicht mehr zu lieben – das ist

menschenmöglich.

 

Aber die Zeuginnen und

Zeugen der Auferstehung

erzählen eine andere

Geschichte, jene

vom Leben und auch

der Liebe, denen der

Tod nichts anhaben

konnte.

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© Supervision-Coaching-Therapie-Geistliche Begleitung- Pfarrer Thomas Diener