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Neid

Mt 20,1-16a

„Oder bist du neidisch,

weil ich zu anderen gütig bin?

 

Neid zerfrisst die Seele

eines Menschen. Neid macht

einen Menschen unzufrieden

mit sich selber, seinem eigenen

Leben und, Neid zerstört die

Beziehung zu anderen.

 

Neid entsteht sehr oft,

indem sich Menschen mit

anderen Menschen vergleichen

und dabei feststellen, dass es

das Leben mit einem anderen

vermeintlich besser meint,

als mit einem selber.

 

Die Wurzel des Neids

ist der Vergleich des ganz

Eigenen mit dem, was ein

anderer hat, kann und

ist.

 

Die Wurzel des Neids

ist auch die permanente

Unzufriedenheit mit dem

eigenen Leben und seinen

Bedingungen.

 

Auch die Unfähigkeit,

die mangelnde Bereitschaft,

sich seinem eigenen Leben zu stellen,

es kritisch und aufmerksam

zu betrachten, kann Neid

entstehen lassen.

Dass dabei der Neid

das Verhältnis zu anderen

erheblich belastet,

dessen sind sich die wenigsten

bewusst.

Wie oft übertragen

Menschen ihre Unzufriedenheit

mit dem eigenen Leben

auf andere?

Von Projektionen spricht

die Psychologie.

 

Es ist unangenehm,

auf einen neidischen Menschen

zu stoßen und seine Missgunst

zu verspüren.

 

Vielfach sind es Menschen,

die in der Öffentlichkeit

stehen, die zu Opfern von

neidvollen Menschen

werden. Oder aber

auch der Nachbar von

nebenan oder

gegenüber.

 

Neid macht

das Leben kaputt, zerstört

es langsam und allmählich.

Neid lässt einen Menschen

zu einem verbitterten

Wesen werden,

das sich immerzu

benachteiligt fühlt

und das versucht den anderen,

kleiner zu machen oder

ihn gar in der Öffentlichkeit

zu verunglimpfen und

zu verleumden, nur um

sich ein kleines bisschen

besser zu fühlen.

 

Dem Leben tut Neid

nicht gut! Dem Menschen

erst recht nicht.

Neid kann

auch körperliche Schäden

hervorrufen.

 

„Neid entsteht

aus Schwäche, Kleinmut,

mangelndem Selbstvertrauen,

selbstempfundener Unterlegenheit

und überspanntem Ehrgeiz,

deswegen verbirgt der Neider,

seinen unschönen Charakterzug

schamhaft. Er lehnt

lauthals ab es dem

Beneideten gleichzutun.

Geht es ihm an den Kragen,

genießt der Neider

stille Schadenfreude.“

                                               Götz Aly, Historiker und Journalist

 

„Neidisch sind nur jene Menschen,

 … die das Glück anderer nicht

akzeptieren können“,

lautet ein Gedanke.

 

Der Schriftsteller Bruce Marshall

schildert in seinem Roman

„Keiner kommt zu kurz“

das Leben eines französischen

Priesters, Abbé Gaston.

 

Dieses Leben ist nicht

großartig. Der Mann macht

keine Karriere. Er hat keine

großen Erfolge vorzuweisen.

Er verliert die Menschen,

die er liebt und die ihm

am meisten bedeuten.

 

Doch am Ende des Buchs,

als Gaston alt und fast blind

ist, heißt es dann doch:

 

„Die Geheimnisse des Herrn!

Wie unvollkommen verstand er

sie! Eins von ihnen aber glaubte

er nun allmählich zu verstehen,

nämlich dieses, warum alle

Arbeiter im Weinberg, ob die

die Hitze des Tages und die Last der

Arbeit ertragen haben oder

nicht, einen Groschen

ausgezahlt bekommen

haben. Warum?

 

Weil so vieles an der Arbeit,

meinte er, seinen Lohn und

vieles in der Welt seine Strafe,

in sich selbst trug.

Und da überfiel ihn plötzlich

die Erkenntnis, dass er

als Priester sehr glücklich

gewesen war.“

 

Das ist gewiss keine theologische

oder exegetische Antwort, wie

sie sich einige von uns im Anschluss

an das gehörte Evangelium

vielleicht erhofft haben.

Aber es ist eine existenzielle

Antwort. Eine Antwort, die

das ganz eigene Leben

betrifft, mit all den

Fragen, die es aufwirft.

 

Abbé Gaston erkennt

am Ende seines Lebens,

dass er dankbar sein kann

für den Dienst in Gottes

Weinberg, dass er nicht

neidisch sein muss auf die,

die anderes und mehr

erhalten haben, weil

dieser Dienst und die

Gemeinschaft mit Gott

ihn schon auf Erden

glücklich machen

konnten.

 

Ob manchen unter uns

jetzt selber ein Licht aufgeht?

Die Anregung der Geschichte

jenes Abbés Gaston ist ein Anstoß

für uns alle.

 

Dankbarkeit für das zu sein,

was Gott uns schon jetzt

schenkt, Dankbarkeit für

die Gemeinschaft mit ihm

ist die Haltung, die verhindert

zu schauen, ob andere

reicher beschenkt werden,

und für sich mehr zu

verlangen.

 

Dankbarkeit ist eine

Haltung, die den Neid

im Keime ersticken kann.

 

„Oder bist du neidisch,

weil ich zu anderen gütig bin?

Am Ende dieser Überlegungen

steht nun eine andere Frage,

wie ich meine. Es ist die Frage

nach all dem, wofür ich in

meinem ganz eigenen und

persönlichen Leben

dankbar bin.

 

Diese Frage setzt nicht

bei den Defiziten an, die

fast ein jedes Leben kennt,

sondern bei den Geschenken,

die das Leben für mich

persönlich bereitgehalten

hat und ferner noch bereithalten

wird.

 

Sie setzt an bei der Gnade,

die Gott mir in meinem Leben

bislang erwiesen hat und würdigt

all das in meinem Leben, was

gut und richtig, erfüllend

und heilvoll ist. Das, was mir

Grund zur Freude sein will.

 

Ich bin überzeugt,

dass jeder Mensch Grund

zur Dankbarkeit hat, auch

wenn sich das Leben ihm

gegenüber aus seiner ganz

eigenen Sicht nicht

immer gerecht

verhält.

 

Die Erzählung jedenfalls

lädt uns ein, dankbar auf

das ganz eigene Leben

zu schauen und

den anderen nicht zu missgönnen,

dass es Gott auch mit ihnen

gut meint.

 

Vielleicht auf einem

anderen Weg und auf ganz

andere Weise gut meint,

weil das der Weg Gottes

mit ihnen ist, jedoch

nicht mit mir.

 

Mit mir geht Gott

seinen ganz eigenen

Weg.

 

Hierzu passe dann

noch ein anderer Gedanke:

„Das Gras nebenan sieht

vielleicht grüner aus.

Vielleicht will dich das Leben

aber auch daran erinnern,

das Gras auf dem du jetzt

stehst, besser zu gießen

und zu pflegen.“

 

So betrachtet hätte

der Neid auch eine gute Seite,

etwas Konstruktives, dann nämlich,

wenn er den Menschen dazu

anspornt, sein eigenes Leben

in die Hand zu nehmen

und Gutes daraus entstehen

zu lassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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