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Mit Jesus auf Du

Joh 11,1 - 45

Allem vorweg

steht fest:

 

Jesus liebt Lazarus.

Lazarus ist sein Freund.

Ein inniges Verhältnis

verbindet beide miteinander.

Das reicht so tief, dass das

Schicksal seines Freundes

Jesus nicht gleichgültig bleiben

lässt. Jesus empfindet mit.

Jesus weint mit.

 

Lassen wir uns gleich richtig

ein auf dieses Evangelium.

Fragen wir uns, was es für

uns zu bedeuten hat und

welche Anstöße uns ganz

persönlich daraus zukommen

können.

 

Bin ich mir selber bewusst,

dass Jesus auch mich liebt?

Dass er mir zugetan ist wie

ein guter, ein bester Freund?

Was würde dieses Bewusstsein

in mir und an mir verändern?

 

Zudem: Jesus fühlt mit mir.

Er versteht und begreift mich

bis auf den Grund meines

Wesens. Ist das nicht fantastisch?

Fantastisch und berührend

zugleich?

 

 

Ich weiß nicht, ob sich viele

unter uns dieses Verhältnisses,

das Jesus zu ihnen haben möchte,

bewusst sind. Manchen fällt es

gar schwer, eine solche Freundschaft

zuzulassen. Und wenn sie es zulassen,

dann stellt sich zugleich doch auch

die Frage, nach den Konsequenzen

dieser Freundschaft?

 

Freunde sind füreinander da.

Freunde sind immer erreichbar.

Freunde können sich alles sagen.

Freunde gehen miteinander durch Dick und Dünn.

Freunde reden einem nicht nach dem Mund.

Freunde können miteinander lachen und weinen,

reden und schweigen.

Freunde nehmen einander in den Arm und

halten sich fest, wenn es sein muss.

 

„Ein zuverlässiger Freund ist wie

ein sicherer Zufluchtsort.

Wer einen solchen Freund gefunden hat,

der hat einen wahren Schatz gefunden“,

gibt uns das Buch Jesus Sirach

zu bedenken.

 

Jesus will dieser Freund sein. Wie ein

Schatz: kostbar, wertvoll, einmalig

will er uns sein.

 

Habe ich persönlich den Reichtum

der Freundschaft mit ihm in meinem

Leben schon entdeckt?

Was hält mich noch zurück, mich

auf ihn als Freund einzulassen?

 

 

Machen wir uns bewusst:

Freundschaft darf sich entwickeln.

Freundschaft muss wachsen.

Freundschaft bedarf der Pflege.

 

Als Jesus in den Ort kommt,

in dem sein Freund mit seinen

Schwestern lebt, erfährt er,

dass Lazarus tot ist.

Er weiß zwar, dass an ihm

und durch diesen Tod die

Herrlichkeit Gottes offenbar

werden soll. Und dennoch

weint Jesus. Er ist bestürzt.

 

Kann ich mir persönlich vorstellen,

dass Jesus auch über mich weint?

Vielleicht lacht er ja manchmal

auch über mich. Aber weinen?

So nah steht er mir. Unfassbar

ist das. Unvorstellbar und dennoch

wahr. Worüber könnte Jesus

mit mir weinen und ich mit

ihm. Meine Tränen sind bei

ihm gut aufgehoben. Ich

muss mich nur trauen, sie

zu weinen. Ich darf und ich

kann sie weinen, weil er,

Jesus, da ist.

 

Lazarus liegt in einem dunklen

Grab. Das ist verschlossen mit

einem Stein.

Was sind die Momente

und Augenblicke, in denen sich

Dunkelheit über meinem

Leben ausbreitet?

 

Wo fühle ich mich wie

begraben, niedergedrückt durch

Schwermut, Trauer, Perspektivenlosigkeit,

Angst, Unsicherheit oder was auch

immer, nur nicht am Leben?

Was hat mich in diese Dunkelheit und

Finsternis hineinstürzen lassen?

 

Kenne ich einen Ausweg?

Ahne ich ihn?

Will ich ihn mir durch Jesus

zeigen lassen?

Wer rollt den Stein von meinem

Grab weg?

 

Den toten Lazarus haben

die Menschen einbalsamiert

und fest mit Binden umwickelt.

Selbst wenn er noch am Leben

wäre, könnte er sich nicht

bewegen, so fest sind die

Binden angelegt.

 

Was nimmt mich gefangen?

Was hält mich besetzt?

Wo und durch wen fühle ich

mich wie gebunden und unbeweglich gemacht?

Wobei komme ich mir wie erstarrt vor?

Wovor fürchte ich mich?

Was macht mich unfrei?

 

Allem vorweg

steht fest:

 

Jesus liebt Lazarus.

Lazarus ist sein Freund.

Ein inniges Verhältnis

verbindet beide miteinander.

Das reicht so tief, dass das

Schicksal seines Freundes

Jesus nicht gleichgültig

lässt. Jesus empfindet mit.

Jesus weint mit.

Und Jesus sagt den

Menschen, sie sollen den Stein

wegrollen. Dann ruft er Lazarus

aus dem Grab heraus.

 

Was ist das für ein wunderbarer Gedanke?

Jesus ruft mich. Mich ganz persönlich.

Heraus. Zu sich. Jesus meint mich, ohne

Wenn und Aber, so wie ich eben bin,

mit meinen Ecken und meinen Kanten,

nie ohne sie und natürlich auch dem Guten,

das in mir steckt und so oft wie

begraben zu sein scheint.

 

Wie geht es mir damit?

Lasse ich mich von ihm rufen?

Folge ich seiner Einladung,

das Dunkle hinter mir zu lassen,

seiner Einladung zum Leben?

Was braucht es für einen

ersten Schritt in diese Richtung?

Wen braucht es dazu, außer

mir selber und meinen festen Willen

aufzubrechen?

 

„Löst ihm die Binden“, sagt Jesus.

„Lasst ihn weggehen.“ Noch einmal:

Wer könnte mir helfen, Fesseln, die mich

binden, zu lösen? Wer oder was könnte

mir wieder dazu verhelfen, aufrecht zu stehen

und meinen Weg zu gehen? Den Weg,

der zu mir passt, der für mich gedacht

ist, den nur ich gehen kann?

Hilfestellungen gibt es zu genüge.

Ich muss sie nur sehen wollen,

sie ergreifen wollen, mich auf

sie aufmerksam machen lassen

wollen. Vielleicht von einem

guten Freund, einer guten

Freundin?

 

Jesus und Lazarus,

eine Freundschaft, wie sie im

Buche, der Bibel eben, steht.

Eine Geschichte,

die eine wahre Ostergeschichte ist,

uns schon vor dem eigentlichen

Fest erreichen und ansprechen will,

weil sie von Leben, Sterben, Tod

und einer Auferstehung

erzählt, wie sie sich mitten

im Leben ereignen kann,

immer wieder neu ereignen will,

bei jedem von uns.

 

Gott, kannst du nicht

auch heute Gräber öffnen,

in die wir Menschen uns

bringen oder gebracht haben?

 

Gott kannst du uns nicht

auch heute herausholen

aus den Unterwelten des Todes,

damit wir dich neu erkennen

als Herrn über Leben und Tod?

 

Gott kannst du uns nicht

auch heute heim bringen

aus aller Entfremdung,

dorthin, wo unsere

wirkliche Heimat ist,

wo wir für immer

zu Hause sind?

 

Gott, gib dich uns auch

heute zu erkennen, in Jesus,

als unseren Freund und Bruder,

der uns Leben ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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