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Man glaubt nur mit dem Herzen gut

Joh 21,1-14

Hätten wir es geglaubt,

nach all dem, was passiert war?

Thomas jedenfalls tut es nicht.

 

Er will Beweise.

Er will absolute Sicherheit.

Er will verstehen und begreifen.

Er will Jesus sehen.

 

Damit spricht er eine Seite

in uns selber an, die die Wahrheit

der Auferstehung bewiesen

haben möchte, damit

wir endlich selber glauben

können.

 

Doch beweisen lässt

sich die Auferstehung Jesu

nicht.

 

Der Glaube an die Auferstehung

folgt einer anderen Logik. Einer

Logik, wie sie auch die Liebe

kennt.

 

Keiner kann mir die Liebe

erklären. Sie deshalb für nicht

existent zu halten und das Gefühl,

die Wirklichkeit der Liebe zu

verleugnen – auf diesen

Gedanken kämen die

allerwenigsten

von uns.

 

Der Glaube an die Auferstehung

und der Glaube an die Liebe berühren

eine Wirklichkeit, die außerhalb

unserer eigenen Möglichkeiten

liegt.

Eine Wirklichkeit, die

wir nicht selber initiieren

und bewirken können,

die uns vielmehr geschenkt

wird, von Gott ermöglicht.

 

Dass der Mensch selber etwas für nicht

existent und für wahr hält, bedeutet

nicht, dass es die von ihm infrage

gestellte Wirklichkeit nicht gibt.

 

An diesem Punkt jedoch

scheiden sich die Geister vieler.

Jener, die an die Auferstehung

glauben und jene, die sie

verneinen, weil ihnen

diese Wirklichkeit nicht

zugänglich ist.

 

Didymus (andreas knapp)

 

wenn du es bist,

tritt durch die stahltür,

die von angst gehärtete

in mein zitterndes innen

 

wenn du es bist

leg deinen finger

auf die fieberstirn

meiner zweifel

 

wenn du es bist

führ deine hand

an die herzensschwäche

meiner liebe

 

wenn du es bist

du weißt, was weh mir tut,

innwendig kennst du mich

als wärst du mein

zwillingsbruder

 

Da gibt es tatsächlich diese

beiden Seiten in einem Menschen.

Die eine, die sich gerne dem Glauben,

dass es eine Auferstehung gibt,

hingeben möchte und die andere,

die daran zweifelt, dass es jemals

möglich sein wird, in eine neue,

gewandelte Welt eintreten

zu können, in der der Tod

nicht mehr das Sagen hat,

sondern das Leben und die

Liebe allein. Für sie spricht

augenscheinlich zu vieles

dagegen.

 

Wer wollte es den Menschen

verdenken, die dabei auf

Nummer sichergehen wollen?

 

Mit der Auferstehung Jesu

hat sich etwas völlig Anderes

ereignet. Daran lässt das Neue

Testament keinen Zweifel.

 

Jesu Auferstehung war der Aufbruch

in eine ganz neue Art des Lebens,

in ein Leben, das eben nicht mehr

dem Gesetz des Stirb und Werde

unterworfen ist, sondern jenseits davon

steht – ein Leben, das eine

neue Dimension des Menschseins

eröffnet hat.

 

In Jesu Auferstehung sei eine

neue Möglichkeit des Menschseins

erreicht, die alle angeht und Zukunft,

eine neue Art von Zukunft,

für die Menschen eröffnet, meint

Papst Benedikt.

 

Nur wenn wir die Auferstehung Jesu

„als universales Ereignis, als die Eröffnung

einer neuen Dimension menschlicher

Existenz verstehen, sind wir auf dem Weg,

überhaupt das Auferstehungszeugnis

des Neuen Testaments zu verstehen.“

(Jesus v. Nazareth II S. 269)

 

Thomas selbst und mit ihm

viele von uns scheinen noch ganz am

Anfang dieses Weges zu stehen,

dort, wo noch immer der Zweifel

an der Auferstehung stärker ist

als der Glaube an die Auferstehung.

 

Der Zweifel fragt:

Kann es wirklich so gewesen sein?

Können wir als moderne Menschen

der Auferstehung und der Zeugen

Glauben schenken?

 

Das aufgeklärte Denken sagt:

Nein.

 

Natürlich kann es keinen Widerspruch

geben zu dem, was klare wissenschaftliche

Gegebenheit ist. Die Jünger sprechen

allerdings etwas an, was in der Erfahrungswelt

des Menschen nicht vorkommt.

Da wird gesagt:

Es gibt eine Dimension mehr,

als wir sie bisher kennen.

 

Steht das im Widerspruch

zur Wissenschaft?

Kann es wirklich nur das geben,

was es immer gab?

Kann es nicht das Unerwartete,

das Unvorstellbare, das Neue geben?

 

Wenn es Gott gibt, kann er dann

nicht auch eine neue Dimension des

Menschseins, der Wirklichkeit überhaupt

schaffen?

 

Papst Benedikt meint:

 

„Die Umkehrung der Proportionen

gehört zu den Geheimnissen Gottes.

Das kleine Samenkorn ist das

wahrhaft Große.

So ist die Auferstehung

nur in einigen geheimnisvollen Erscheinungen

an die Erwählten in die Welt hineingetreten.

Und doch war sie der eigentliche neue Anfang –

das, worauf im Stillen alles wartete.

Und für die wenigen Zeugen war sie –

gerade weil sie selber es nicht fassen konnten –

ein so umstürzendes und reales Ereignis, so

machtvoll auf sie zutretend, dass jeder

Zweifel zerrann und sie mit einer ganz neuen

Furchtlosigkeit vor die Welt hintraten,

um zu bezeugen:  Christus ist wahrhaft

auferstanden.“

 

Thomas selbst darf diese neue

Dimension des Lebens berühren und

Jesus als den Auferstandenen

begreifen. Er kommt zu diesem

wunderbaren Bekenntnis:

„Mein Herr und mein

Gott.“

 

Und als wenn es Jesus wüsste,

was für eine Herausforderung der

Glaube an die Auferstehung für die

nachfolgenden Generationen bedeuten wird,

fasst er die Erfahrung des Apostels

zu einem Lehrsatz zusammen,

der unverrückbar bestehen bleibt

bis in unsere Zeit hinein

und weit darüber

hinaus:

 

„Weil du gesehen hast, glaubst du.

Selig sind, die nicht sehen und dennoch

glauben.“

 

Wir selber können die Auferstehung Jesu nicht sehen.

Wir selber können die Auferstehung Jesu nicht begreifen.

Ja, wir haben nicht einmal Klarheit darüber, wie es

sich am Ende unseres eigenen Lebens ereignen wird,

dann, wenn wir aus dem Tod ins Leben hineingehen

werden.

 

Für diese neue Dimension des Lebens

braucht es ein anderes Schauen und ein

anderes Begreifen. Es braucht die Logik

der Liebe, die immer mehr sehen kann

und will, als das, was für das Auge

offensichtlich ist.

 

Man glaubt nur mit dem Herzen

gut, das Wesentliche ist für die Augen

unsichtbar.

 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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