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Kontaktanzeige

Mt 9,36-10,8

 

Eine Kontaktanzeige

möchte ich aufgeben

und habe einen Text dafür

entworfen:

Ich suche einen,

der mich trägt,

der mich erträgt,

für den ich tragbar bin,

der mich erträglich findet.

Einen, der belastbar ist,

der meine Last aushält

und sie nicht abwirft,

auch wenn ich mir selbst

manchmal zur Last bin.

Auch dann, wenn ich ihm

zur Belastung werde

und lästigfalle.

 

Ich suche einen, der mich trägt.

Einen mit starken Schultern, der etwas aushält,

einen mit starken Nerven, der durchhält.

Einen Christopherus, der sich auskennt

in den Stromschnellen des Lebens

und der eine sichere Furt weiß.

Einen, der ein bisschen weniger Angst

und ein bisschen mehr Mut hat als ich.

 

Ich wage die Anzeige nicht abzuschicken,

denn ich fürchte, ich bin nicht der einzige,

der solche Wünsche hat.

Ich fürchte,

da sind zu viele,

die getragen werden möchten,

und zu wenige, die bereit sind

zu tragen.

 

Von Hermann Coenen

stammt der Text.

 

In der Tat,

es gibt immer mehr Menschen,

die müde und erschöpft vom Leben sind

und von den vielen Sorgen

und den Belastungen, die es mit sich bringt.

Menschen, die einen suchen,

der sie trägt,

der sie erträgt

und sie nicht abwirft.

 

Darin unterscheiden sich

die Menschen zurzeit Jesu

von den Menschen unserer Zeit nicht.

Lediglich die Not der Menschen hat ein anderes

Gesicht bekommen und die Erschöpfung

und die Müdigkeit einen anderen Grund.

 

Die Ernte ist groß,

meint Jesus,

aber es gibt nur wenig Arbeiter.

 

Mit anderen Worten,

es gibt zu wenig Menschen,

die bereit sind, andere Menschen

in ihrer Not zu tragen,

zu ertragen

und sie nicht abzuwerfen.

 

Zu viele,

die glauben, mit ihrem eigenen Leben

genug zu tun zu haben und die sich dabei

nicht noch um die Belange der

Anderen kümmern wollen.

Zu viele,

die nur ihre eigenen Interessen

in den Mittelpunkt stellen und die Bedürfnisse

der anderen außer Acht lassen.

Zu viele,

die nach Institutionen rufen,

nach den Kirchen und dem Staat,

die helfen sollen,

die sich kümmern sollen,

die abnehmen sollen,

was sie eigentlich

nicht abnehmen können,

weil jeder einzelne Mensch

in seiner Mitmenschlichkeit gefordert ist

und weil

Mitleiden,

Mithoffen,

Mitglauben,

Mitbangen,

Mitgehen,

Mitweinen

nicht verinstitutionalisiert

und in Zeiteinheiten

verrechnet werden können.

 

Deshalb ruft Jesus Menschen

in seine Nachfolge.

Menschen, die fähig sind

zu tragen,

zu ertragen

und andere nicht abzuwerfen:

die an Seele und Leib erkrankten Menschen nicht,

die Ängstlichen nicht,

die Gedrückten nicht,

die lebendig Toten, die nie richtig leben durften, nicht,

die Einsamen nicht.

 

Bei allem, was wir in unserem Leben

tun und vollbringen werden,

am Ende wird alles auf diese Frage hinauslaufen:

ob wir getragen,

ob wir ertragen

und nicht abgeworfen haben.

 

Mit anderen Worten,

ob wir der Liebe fähig gewesen waren

und anderen Menschen gegeben,

was wir selbst in einem überreichlichen Maß

empfangen haben

an Liebe und Aufmerksamkeit,

an Achtung und Beachtung,

an Hilfe und Unterstützung,

an Wohlwollen und Güte,

an Milde und Barmherzigkeit

und Verzeihen

und zwar von keinem anderen

als Gott selbst,

der sich in seinem Sohn ganz für uns Menschen

hingeben hat, damit wir leben können.

 

Khalil Gibran schreibt in seinem

Buch, der Prophet, vom Geben dies:

 

Es ist gut zu geben,

wenn man gebeten wird,

aber besser ist es, wenn man ungebeten gibt,

aus Verständnis.

Alles, was ihr habt,

wird eines Tages gegeben werden.

Daher gebt jetzt, dass die Zeit des Gebens

eure ist und nicht die eurer Erben.

Ihr sagt oft:

„Ich würde geben,

aber nur dem, der es verdient.“

Die Bäume in eurem Obstgarten reden nicht so,

und auch nicht die Herden auf euren Weiden.

Sie geben, damit sie leben dürfen,

denn zurückhalten heißt zugrunde gehen.

 

Mitunter leiden heute so viele Menschen

an ihrem Leben und auch an sich selber

und gehen daran zugrunde,

weil sie das Geben nie richtig gelernt haben;

weil sie immer noch zu sehr danach fragen,

was im Letzten für sie selbst dabei herausspringt,

weil sie nicht frei und unvoreingenommen geben

können, was sie selbst auch nur empfangen haben,

weil sie vergessen haben,

dass sie alle den einen Gott zum Vater haben,

der sie trägt,

der sie erträgt

und nicht abwirft,

sondern behutsam

wie ein guter Hirte auf seine Schultern nimmt

und der will, dass auch wir

einander schultern –

tragen,

ertragen

und nicht abwerfen.

 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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