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Kehrt zur Ordnung zurück

Fest Dreifaltigkeit - 2 Kor 13,11ff

Sie macht ihm das Leben

schwer und stellt für ihn immer

wieder eine große Herausforderung

dar: die Gemeinde aus Korinth

für den Apostel Paulus.

 

Unter den Korinthern

gibt es zahllose Probleme

und Auseinandersetzungen

über entscheidende Fragen

des Glaubens und

des Zusammenlebens.

 

Da gibt es welche, die

sich besser glauben als andere.

Sie wollen sich über andere

erheben.

Da gibt es Verhalten, das dem

christlichen Glauben widerspricht

und auch dem Evangelium.

Paulus selber stößt mit seinem

Anspruch als Apostel in

Korinth auf heftige Kritik.

Er versucht sich zu verteidigen.

Immer wieder greift er

korrigierend in das Leben

der Gemeinde ein.

 

„Kehrt zur Ordnung zurück,

lasst euch ermahnen,

seid eines Sinnes

und lebt in Frieden!

Dann wird der Gott der

Liebe und des Friedens

bei euch sein.“

Ich höre diese Worte

in unsere Zeit hineingesprochen.

In das Zusammenleben der Völker

und Nationen, in das Zusammenleben

der Religionen und der Konfessionen,

in das Zusammenleben der Menschen

im Kleinen wie auch im Großem.

Und ich komme zu dem Entschluss,

dass keine andere Mahnung

treffender für unsere Zeit

ist als jene, die Paulus

vor mehr als 2000 Jahren

einer kleinen Gemeinde

mit auf den Weg gegeben

hat.

 

In die zahllosen

Unsicherheiten unserer Welt;

in die nicht mehr

zu überschauenden Kriege und

terroristischen Anschläge;

in die nicht enden wollenden

Menschenrechtsverletzungen

und das Machstreben von

Menschen;

schließlich auch in die

Zerstörung von Schöpfung

und in die Ignoranz gegenüber

dem, was Mensch und

Schöpfung gut täte,

spricht dieses Wort

hinein:

 

„Kehrt zur Ordnung zurück,

lasst euch ermahnen,

seid eines Sinnes

und lebt in Frieden!

Dann wird der Gott der

Liebe und des Friedens

bei euch sein.“

 

„Kehrt zur Ordnung zurück!“

Die Ordnung war zu Anfang

gut. Der Schöpfungsbericht

im Alten Testament hält fest,

dass all das, was Gott geschaffen

und ins Leben gerufen hatte,

gut gewesen war.

 

Doch, was zu Anfang als

gut gedacht und geschaffen wurde,

ist schon lange nicht mehr gut!

Das Unglück des Menschen

begann damit, dass

der Mensch sich selber wie

Gott wähnte und sich

an seine Stelle setzte.

Das Unglück begann

mit dem Wunsch des Menschen,

wie Gott sein zu wollen und seine

ganz eigenen Ordnungen

zu schaffen.

 

In seinem Schreiben „Evangelii

gaudium“ schreibt Franziskus:

 

„Wir dürfen nicht vergessen,

dass der größte Teil der Männer und

Frauen unserer Zeit in täglicher

Unsicherheit lebt, mit unheilvollen

Konsequenzen. Einige Pathologien

nehmen zu.

Angst und Verzweiflung ergreifen

das Herz vieler Menschen, sogar in

den sogenannten reichen Ländern.

Häufig erlischt die Lebensfreude,

nehmen Respektlosigkeit

und Gewalt zu,

die soziale Ungleichheit tritt

immer klarer zutage.

Man muss kämpfen, um

zu leben – und oft wenig

würdevoll zu leben.“

 

„Kehrt zur Ordnung zurück,

lasst euch ermahnen,

seid eines Sinnes

und lebt in Frieden!

Dann wird der Gott der

Liebe und des Friedens

bei euch sein.“

 

Eine wichtige Herausforderung

ist, zu zeigen, dass die Lösung

all jener Probleme niemals

darin bestehen kann, einer

persönlichen und engagierten

Beziehung zu Gott, die sich

zugleich für den anderen

Menschen und die Umwelt

einsetzt, auszuweichen.

 

Doch genau das geschieht,

wo immer Menschen sich

voreinander verstecken,

sich nach dem Leben trachten

einander aus dem Blick

verlieren.

 

Franziskus meint,

dass es nötig ist, „zu der Einsicht

zu verhelfen, dass der einzige

Weg darin besteht zu lernen,

den Mitmenschen in der rechten

Haltung zu begegnen, indem man

sie schätzt und als Weggefährten

akzeptiert ohne innere Widerstände.

Noch besser: Es geht darum zu

lernen, Jesus im Gesicht der anderen,

in ihrer Stimme, in ihren Bitten

zu erkennen.

Und auch zu lernen, in einer

Umarmung mit dem gekreuzigten

Jesus zu leiden, wenn wir ungerechte

Aggressionen oder Undankbarkeiten

hinnehmen, ohne jemals müde

zu werden, die Geschwisterlichkeit

zu wählen.“

 

Mit anderen Worten:

Es geht darum,

mit anderen Menschen in eine

echte und wahrhaftige Beziehung

zu treten, die bereit ist, im anderen

die Größe zu erkennen, die Gott

in jeden Menschen hineingelegt

hat und die bereit ist in jedem

Menschen Gott selber

zu sehen.

 

Leben und ein gutes Auskommen

untereinander ereignen sich immer nur

in Beziehung von Menschen

zueinander.

 

„Alles wirkliche Leben ist Begegnung“,

sagt Martin Buber.

 

Viele Begegnungen unter Menschen

sind krank. Sie sind verstellt und werden

verhindert durch einen allzu großen

Eigensinn, durch Egoismus, durch

den fehlenden Blick für das, was

einem anderen Menschen fehlt

und ihm guttut. Es fehlt ihnen

an Echtheit, Wohlwollen und

dem uneigennützigen Interesse

am anderen. Es fehlt ihnen

an wahrer Liebe.

 

Wir feiern heute in der Kirche

das Fest der Heiligsten Dreifaltigkeit.

Wir feiern das Fest einer wahren

Begegnung zwischen Gott, Vater,

Gott, Sohn und Gott, Heiligem Geist.

 

Gott, der Vater und Gott,

der Sohn, sie können nur miteinander

bestehen und existieren. Sie sind

aufeinander verwiesen und angewiesen.

Ihre Beziehung zueinander macht

das eine göttliche Wesen aus.

Das, was beide zusammenhält

und miteinander sein lässt ist

Gott, der Heilige Geist.

Der Geist ist das sie

miteinander Verbindende.

Es ist der Geist der Liebe.

 

Die Lehre über das Wesen

des christlichen Gottes setzt

ihren ganz eigenen Akzent

im Hinblick auf die Herausforderungen

unserer Zeit und macht klar:

 

Menschen können nur in Bezogenheit

aufeinander bestehen. Niemals

gegeneinander, losgelöst voneinander.

Menschliche Schicksale sind miteinander

verwoben, bedingen einander.

Ein Mensch hängt

vom anderen Menschen ab.

Einer hat den anderen nötig.

Allein, losgelöst vom anderen,

verkümmert der Mensch und

wird krank.

 

Das muss erst

einmal begriffen werden.

Im Kleinen, den ganz alltäglichen

Begegnungen. Im Großen,

den diese Welt und ihre Bewohner

beeinflussenden Begegnungen

unter den Verantwortlichen in

Politik und unter den Religionen.

 

Solche Begegnungen funktionieren

allerdings nur dort, wo die Verbundenheit

untereinander gesucht wird und um ein

ehrliches und echtes, das Leben förderndes

Miteinander gerungen wird.

 

Die Liebe allein ist das Band,

welches das Miteinander von Menschen

und ihre Begegnungen zusammenhält.

Nichts anderes sonst.

 

Keine Alleingänge.

Keine Diktaturen.

Keine Waffen.

Keine Kriege.

Keine Anschläge.

Keine Zerstörungen.

Keine Gewalt.

Kein Morden.

Keine Falschheit.

Keine Intrige.

Keine Ausbeutung des

Menschen und der Schöpfung.

 

„Kehrt zur Ordnung zurück,

lasst euch ermahnen,

seid eines Sinnes

und lebt in Frieden!

Dann wird der Gott der

Liebe und des Friedens

bei euch sein.“

 

Die Ordnung, die uns allen

zu bestehen und zu leben

verhilft, ist die Ordnung

einer Liebe, die immer den anderen

und das große Ganze in den Blick

zu nehmen bereit ist.

 

Sie allein schenkt Bestand

und lässt den Gott, dessen Name

auch Liebe ist, mitten unter uns

Menschen sein. Gegenwärtig

in einer Welt, der er von

Anfang an, eine gute Ordnung

zugrunde legt hat.

 

Es käme darauf auf,

zu ihr zurückzukehren.

Zu Gott hin umzukehren.

Aus Verantwortung

für das Leben der Menschen,

der Schöpfung, der Welt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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