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Herrlichkeit

Joh 9,1 ff

Da gibt es die Pharisäer

und die Juden, die

einfach nicht begreifen wollen,

was sich vor ihren Augen ereignet

und auf ihrem Gesetz und den

Weisungen des Mose bestehen.

Für sie ist die Frage nach

Schuld und Sünde die alles

entscheidende.

 

Da sind die Eltern des Blinden,

die sich aus Angst vor Verfolgung

und den Konsequenzen zurückhalten

und zu dem Vorfall schweigen.

 

Da sind die Angehörigen, die Freunde

und die Nachbarn, die um das Schicksal

des Blinden wissen und jetzt nachfragen,

wie er wieder sehend werden konnte.

 

Da ist der Blinde selber,

der nur das Eine zu erzählen

weiß: Dass ihn der Mann aus

Nazareth wieder sehend gemacht

hat.

 

Und da ist schließlich Jesus,

der wiederholt auf den Blinden zugeht,

als er erfährt, dass man ihn ausgestoßen

hat, und ihn aufklärt, über das, was er

erleben durfte. Über den, der an ihm

gehandelt hat.

 

Und in all diesem Zueinander

von Menschen, Gedanken und

Aussagen findet sich dieser

kleine Satz, den man versucht

ist aus Unachtsamkeit zu überhören:

„Weder er noch seine Eltern

haben gesündigt, sondern das Wirken

Gottes soll an ihm offenbar werden.“

 

Was sich ereignet hat, wird

von den allerwenigsten, die dabei

stehen als ein Eingreifen Gottes

begriffen. So weit kommt es erst

gar nicht. Zu sehr ist jeder mit

dem ganz Eigenen beschäftigt:

 

Die einen mit Gesetz und Ordnung.

Die anderen mit Fragen und Angst.

Der Blinde mit der Freude, wieder

sehen zu können.

 

Aber wir könnten einmal

über das Wirken Gottes,

das offenbar werden soll und

sicherlich nicht nur an diesem

blinden Mann, sondern an

Menschen überhaupt,

nachdenken.

 

Dabei kommt mir zunächst

Lazarus in den Sinn.

Der Freund Jesu,

der Mensch, den Jesus

liebt und um den er weint,

als er erfahren muss,

dass er tot ist.

 

Auch an ihm sollte sich

Gottes Wirken offenbaren.

Genauer heißt es bei Johannes:

„Die Krankheit führt nicht

zum Tod, sondern dient der

Verherrlichung Gottes. Durch

sie soll Gott verherrlich

werden.“ (Joh 11, 4)

 

Die Frage drängt sich zunächst auf:

Braucht Gott die Krankheit

eines Menschen, um verherrlicht

zu werden? Sicherlich nein,

doch er kann jedes Schicksal

in seinen Dienst nehmen, um

sein Wirken am Menschen

und in dieser Welt zu

offenbaren.

 

Das Bewusstsein, dass Gott

durch mein Leben verherrlicht

werden und dass an mir und auch

durch mich sein Wirken in dieser Welt offenbar

werden darf, hat für mich etwas

Großartiges, Gewaltiges und

Unheimliches zugleich an sich.

Ganz begreifen kann ich es

nicht. Doch die Worte des

Psalmisten bestätigen es:

 

Herr, unser Herr, wie gewaltig ist

dein Name auf der ganzen Erde,

der du deine Hoheit gebreitet

hast über den Himmel.

Sieh ich deine Himmel, die Werke

deiner Finger, Mond und Sterne,

die du befestigt: Was ist der Mensch,

dass du seiner gedenkst, des Menschen

Kind, dass du dich seiner annimmst?

 

Du hast ihn nur wenig geringer gemacht

als Gott, du hast ihn gekrönt mit

Pracht und Herrlichkeit.

…                                                        (Ps8)

 

Henry Nouwen stellt einmal

fest: Der Mensch ist die Herrlichkeit

Gottes! - Ist es nicht anmaßend,

so vom Menschen zu denken?

Überschreitet der Mensch

damit nicht seine Kompetenz

seinem Gott gegenüber?

 

Keineswegs: Weil Gott groß

vom Menschen denkt, darf auch

der Mensch groß von sich und

anderen denken.

Dieses Großsein hat nichts mit

Überheblichkeit zu tun.

Es gründet vielmehr in der

unbeschreibbaren Würde,

die jeder Mensch von Gott empfangen hat.

Die Herrlichkeit des Menschen

ist ein Geschenk Gottes.

Sie anerkennen und leben zu können

beruht auf Gnade.

 

Die Frage, die damit einhergeht

müssen wir uns alle wohl gefallen

lassen:

 

Wenn an uns und durch uns tatsächlich

die Herrlichkeit Gottes offenbar werden soll,

was denken dann andere Menschen,

die uns wahrnehmen und sehen, von unserem

Gott?

 

Die Frage reicht weiter:

 

Wenn an uns und durch uns tatsächlich

die Herrlichkeit Gottes offenbar werden

soll, was muss sich dann in unserem

Leben, dem unserer Gemeinden

und unserer Kirche und in unserem

Umgang mit anderen Menschen

wesentlich ändern?

 

Charis Doepgen, Benediktinerin,

spricht von einer neuen Sicht:

 

Ins Dunkel geboren

werden wir alle

bis einer uns die Augen öffnet

der von sich sagt

ICH BIN das Licht der Welt

 

Dich sehen, Herr

das unterscheidet

das trennt

das macht einsam –

und es macht mutig zu sagen:

ICH BIN es der von dir berührt

die Welt mit anderen Augen

sieht

 

Nicht nur die Welt würden

wir mit anderen Augen zu sehen

lernen, sondern auch jeden

anderen Menschen, der uns

gegenübertritt, würden wir

beginnen neu zu begreifen,

als ein Geschöpf, dem Herrlichkeit

gebührt, weil sich Gott selber

in ihm und durch ihn verherrlichen

möchte.

 

 

Für uns Christen gibt diese

Auffassung die Richtung

in all den vielen drängenden Fragen

unserer Zeit an.

 

Ein Medienforscher hat

in diesen Tagen in einem

Interview geäußert, dass

die Gesellschaft und mit

ihr natürlich auch die Menschen

sich wesentlich verändert hätten.

Drei Veränderung hat er dabei

hervorgehoben.

 

Der Mensch hat sehr hohe

Ansprüche. Zu hohe, maßlose oft und

unrealistische.

Der Ton unter Menschen ist

härter und verletzender geworden,

aggressiver und verachtender.

Der Mensch ist nur noch bereit,

das zu akzeptieren, was er für

sich selber annehmen kann

und will. Alles andere findet

durch ihn keine Beachtung,

Akzeptanz und Wertschätzung

 

In einem solchen Kontext

bleibt die Herrlichkeit des Menschen

auf der Strecke. Sie wird von der

Hybris des Menschen überrollt.

So hat es sich Gott nicht

vorgestellt als er jeden von uns

mit Pracht und Herrlichkeit

gekrönt hat. Gewiss nicht!

 

Eine neue Sicht sei

notwendig, meint Charis Doepgen.

Mit dieser neuen Sicht muss

sich auch unser Verhalten

wesentlich ändern.

Und auch die Einstellung

zum Leben und zu unserem

Gegenüber.

 

Paulus meint,

dass wir als Kinder des Lichtes

leben sollen und dass das Licht

Güte, Gerechtigkeit und

Wahrheit hervorbrächte.

 

Ich glaube, wenn wir uns Zeit

nähmen, die Ereignisse und Bewegungen

des Lebens im Licht Jesu anzuschauen,

würden wir klarer erkennen, was

Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit

in unserem eigenen Kontext

bedeuten und worin sich

Gottes unermessliche Herrlichkeit

offenbaren will.

 

Meinen Sie nicht auch?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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