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Heilsame Unterbrechungen

Mt 11, 25-30

Urlaub bedeutet für

viele unter uns Auszeit;

Abstand vom Alltäglichen;

Ausnahmezeit. Denn, wann kann

man schon einmal für längere

Zeit die Seele tatsächlich

baumeln lassen, wie

in diesen Tagen?

 

Dabei setzen Menschen

ganz unterschiedliche Akzente.

Interessiert habe ich bei

einer Talkshow zugehört,

bei der Menschen

unterschiedlichen Alters

und unterschiedlicher Berufsgruppen

erzählten, wie sie diese

Zeit verbringen.

 

Einmal im Jahr fährt

Linda allein in Urlaub, ohne

den Mann und ohne die Kinder,

nur mit ihrer Freundin.

„Wenn man eine Auszeit

von der Familie nimmt,

merkt man, wie schön

und wertvoll so

etwas sein kann. Und

wenn man mit aufgetankten

Energiereserven zurückkehrt,

profitiert die ganze Familie

davon“, meint sie.

 

Nathalie ist Klinikärztin.

Schichtdienst und Überstunden

gehören für sie zur Tagesordnung.

Doch anstatt sich im Urlaub

vom Stress zu erholen, verbringt

sie ihren Jahresurlaub damit,

in den Slums von Kalkutta

notleidenden Menschen

zu helfen.

„Ich empfinde das, was ich tue,

als wahnsinnige Bereicherung“,

sagt die Kinderärztin.

 

Lore und Kurt, ein Renterehepaar,

verbringen sei 45 Jahren ihren

Urlaub auf einem Campingplatz –

keine 30 Kilometer entfernt von ihrem

Zuhause.

„Es ist einfach schön erwartet

zu werden und Freundschaften zu

pflegen“, meinen sie einstimmig.

 

Johannes ist Marketing-Manager.

Im Urlaub reist er als Kriegsfotograf

in den Nahen und Mittleren Osten

und riskiert dabei sein Leben.

„Meine Reisen sind kein Ausgleich

zum Alltag oder zum Job,

sondern eine Ergänzung. Mit

meinen Fotos will ich den

geflüchteten Menschen

vor Ort, aber auch hier helfen“,

gesteht er der Runde.

 

Jeder sucht etwas anderes

im Urlaub:

Der eine die reine Erholung

von Arbeit und Alltagsstress,

der andere das Abenteuer, das

ihn an die eigenen Grenzen bringt.

Andere feiern bis zum Abwinken

und schließen neue Bekanntschaften.

Wieder andere engagieren

sich sozial und für

Notleidende.

 

Allen gemeinsam ist die Auszeit

vom Alltag. Der Abstand

vom Alltäglichen.

 

Den Alltag zu unterbrechen,

dazu lädt uns auch das heutige

Evangelium ein.

 

„Kommt alle zu mir,

die ihr euch plagt unter schweren

Lasten zu tragen habt,

ich werde euch Ruhe

verschaffen“, sagt Jesus

und gibt sich selber als den

Ort an, an dem es dem Menschen

gelingen soll, den Alltag einmal

hinter sich zu lassen, Gewohnheiten

zu unterbrechen, den inneren

Modus herunterzufahren

und loszulassen.

 

Jesus weiß um die Lasten,

die ein Mensch bisweilen auszuhalten

und zu tragen hat.

Er kennt die Herausforderungen,

die sehr oft zum Leben dazugehören,

für die es aber Kraft braucht, um

sie tragen und mit ihnen

leben zu können.

Er selber will zu dem Ort

werden, wo der Mensch wieder

auftanken darf, Kraft und Vertrauen,

Zuversicht, Glauben und Hoffnung

finden soll, um im Alltag wieder

seinen Mann, seine Frau stehen

zu können. Um das Leben

bestehen zu können.

 

Dazu braucht es nicht

unbedingt den Urlaub.

So wichtig er auch sein mag.

Dazu braucht es einzig

und allein den ganz eigenen

und persönlichen Willen,

sich in seinem Alltag, für einige

Augenblicke nur, unterbrechen

zu lassen.

 

Wie das funktioniert?

Wie gesagt, es funktioniert

nur dann, wenn ich es auch

wirklich will. Wenn ich meiner

Seele, die Verschnaufpause

gönnen möchte. Wenn

ich es ihr erlauben will,

im Alltag nachzukommen.

 

Ich möchte Sie gerne einladen,

sich für einen Augenblick nur,

unterbrechen zu lassen.

 

Schließen Sie Ihre Augen.

Konzentrieren Sie sich auf Ihren

Atmen. Atmen Sie ruhig und

regelmäßig ein und aus.

Tun Sie dies ganz bewusst

dreimal hintereinander.

Sie atmen ein.

Sie atmen aus.

 

Nehmen Sie Ihren Körper

wahr. Nehmen Sie die Stellen

wahr, die verspannt sind.

Atmen Sie in diese Stellen hinein.

 

Nehmen Sie wahr wie Sie

sitzen. Wie Ihr Rücken angelehnt

ist. Wie Ihre Füße auf dem Boden

stehen.

 

Machen Sie sich die Gegenwart

Gottes bewusst. Hier und jetzt.

In Ihnen, im anderen, neben Ihnen,

in diesem Raum. Werden Sie sich

seiner Liebe zu Ihnen bewusst.

 

Gott nimmt Sie an, so

wie Sie da sind. Mit alldem,

was Sie ihm entgegenhalten

möchten. Dinge, die Ihnen

auf dem Herzen liegen.

Dinge, die Sie traurig machen.

Dinge, die sie mit Freude

erfüllen. Dinge, die sie

dankbar sein lassen.

 

Wenn Sie dabei spüren,

dass Sie Gott danken möchten,

dann tun Sie es.

Wenn Sie dabei spüren,

dass Sie ihn um Verzeihung

bitten wollen, dann tun

Sie es.

 

Bei alldem bleiben Sie

sich seiner Nähe bewusst

und dass er sie annimmt,

bedingungslos liebt.

 

Bleiben Sie noch etwas

in dieser Gegenwart Gottes.

Formulieren Sie ihm

gegenüber Ihr tiefstes

Bedürfnis. Formulieren

Sie diesen Wunsch positiv.

 

Schließlich,

legen Sie alles in seine

Hand. Hören Sie die Einladung

Jesu: „Kommt alle zu mir,

die ihr euch plagt unter schweren

Lasten zu tragen habt,

ich werde euch Ruhe

verschaffen.“

 

Die Einladung gilt

jetzt Ihnen ganz persönlich.

 

Jetzt atmen Sie noch

dreimal tief ein und aus.

Öffnen Sie dann Ihre Augen

und kommen Sie wieder hier

an. Wenn Sie möchten,

dann können Sie sich

auch einmal strecken.

 

„Was sollte das?“

Werden Sie vielleicht fragen.

 

Nun, es ist eine Möglichkeit,

sich in seinem Alltag, für einen kurzen

Moment nur, unterbrechen

zu lassen, sich auf das

Wesentliche zu besinnen:

auf Liebe,

auf Geborgenheit,

auf Annahme,

auf Vergebung,

um dann wieder, so gestärkt,

in den Alltag zurückkehren

zu können.

 

Es ist ein Ernstnehmen,

dessen, wozu uns Jesus jederzeit,

mitten am Tag einlädt:

Sich ihm zuzuwenden,

um bei ihm die Kraft zu finden,

die das Leben zu bestehen hilft,

den Glauben und das Vertrauen,

dass ich von ihm gehalten

und getragen bin.

 

Im Lied heißt es,

dass wir manchmal mitten am

Tag ein Fest der Auferstehung

feiern könnten.

Solche Unterbrechungen

können diese Erfahrung

bewirken. Sie lassen uns

aufstehen zu neuem

Leben.

 

In der Gesprächsrunde,

von der ich vorhin gesprochen

habe, befand sich auch Gabriele.

Sie macht ihn ihrer freien Zeit

keine Reisen, sondern sucht

vielmehr die innere Einkehr.

Sie ist Geschäftsführerin einer

Agentur und zieht sich zum

Schweigen in ein Kloster zurück.

„Die Meditation hat direkten

Einfluss auf meinen Alltag“, meint

sie. „Viele denken bei Spiritualität

an den Himmel – mich hat

dies geerdet.“

 

Ich wünsche Ihnen allen

von Herzen, dass Sie selber

die Zeit in Ihrem ganz eigenen

und persönlichen Alltag finden,

um sich immer wieder erden zu

lassen, um sich auf den Gott

zurückbeziehen zu lassen,

der unser aller Leben

will und uns anbietet,

in ihm und durch ihn

zur Ruhe zu kommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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