thomas diener systemische-lösungsorientierte supervision und coaching geistliche begleitung gestalttherapeutische beratung
thomas diener                                                             systemische-lösungsorientierte                                                             supervision und coaching                                                                                                                                       geistliche begleitung                                                             gestalttherapeutische beratung

Hören - Begreifen - Tun

Mt 13,1-23

Es ist ein vertrautes Bild,

welches das Evangelium

entwirft und vor unserem

inneren Augen entstehen

lässt.

 

Jesus sitzt da.

Einfach nur da.

Um ihn herum finden

sich Menschen zusammen

und er redet mit ihnen.

Seine Jünger sitzen

dabei.

 

Jesus redet in Form

von Bildern, Gleichnissen

und Geschichten,

die den Menschen

den Zugang zu dem, was

er ihnen zu sagen hat

vereinfachen sollen.

 

Ein Gleichnis bringt sehr

treffend zum Ausdruck,

was viele Worte nicht

bewirken können.

Es spricht das Herz des

Menschen an und versetzt

ihn in die Lage, zu begreifen,

und Gottes Wort aufzunehmen.

 

Jesus erzählt vom Sämann.

Es geht dabei um die Worte,

die er zu den Leuten spricht und

die er ausstreut, wie ein Sämann

den Samen auf dem Acker.

Und zu sagen hat Jesus

den, die sich um ihn

versammelt haben, doch Einiges,

Entscheidendes über Gott,

den Menschen selber und

das Leben.

 

Doch Jesus bemerkt auch,

dass seine Worte ganz unterschiedlich

bei Menschen ankommen und

dementsprechend wirken bzw.

ihre Wirkung verfehlen.

Die verschiedenen Bilder

des Gleichnisses verdeutlichen

dies.

 

Nun könnte man sagen,

dass dies nichts Neues ist.

Das geht nicht nur Jesus so,

das geht jedem Prediger

mehr oder weniger so.

Und sehr oft fällt

ja auch das ganz eigene

Wort bei anderen auf

steinigen Boden,

dann, wenn wir merken:

Der andere hört mir gar

nicht zu. Ich erreiche ihn

nicht. Was ich sage,

das scheint ihn nicht

zu interessieren.

Was ich meine,

geht ihm in das eine Ohr hinein

und aus dem andere wieder

hinaus.

 

Jesus belässt es aber nicht

dabei. Er findet sich damit

nicht ab.

Für ihn ist es entscheidend,

dass der Mensch sich durch seine

Worte tief in seinem Herzen

anrühren lässt und dass

das so verinnerlichte Wort

im Leben des Menschen

konkret wird, eben

Frucht hervorbringt

und dem Leben

dient.

 

Dieser Weg führt

zunächst über das Hören.

Vom Hören zum Verstehen.

Und dann schließlich

zum Fruchtbringen.

 

Hören bedeutet

empfangsbereit

zu sein für Gottes Wort.

Dazu muss der Mensch

anhalten und innehalten.

Dazu braucht er feste Orte

und auch Zeiten für das ganz

bewusste Hinhören auf das,

was Gott ihm zu sagen

hat.

 

Der Glaube und die Freude

am Glauben beginnt mit dem

Hören. Ein Hören, das so offen

und empfangsbereit wie der

Ackerboden für den Samen

sein sollte.

 

Das Hören fällt schwer,

wo es dem Menschen nicht

gelingt zu schweigen, ganz eigene

Gedanken hintenanzustellen

und nur da zu sein für das,

was Gott ihm sagen will.

 

Wann haben wir uns das

letzte Mal bewusst zum Hören

auf Gott Zeit genommen?

Wann haben wir einmal

alles aus unseren Händen gelegt,

uns in Ruhe niedergelassen,

ein Wort der Schrift gelesen

und es auf uns wirken

lassen?

 

Glaube ist mehr als

Gefühl. Glaube ist auch eine

geistige Auseinandersetzung,

eine innere Aneignung und

immer tieferes Verstehen.

Das geht nicht allein.

Ich muss mich dazu

mit anderen zusammensetzen

und mich mit ihnen

auseinandersetzen.

 

Ich frage dabei, wie er das

Wort versteht. Was das Wort

in ihm auslöst. Wie das Wort

ihn betroffen macht.

Durch die Äußerungen

des anderen lasse ich mich

bereichern.

Das kann beim Bibelteilen

oder in Glaubensgesprächen

geschehen.

 

Wann haben wir uns

zum letzten Mal mit anderen

zusammengesetzt und über

den Glauben, das Wort

Gottes gesprochen?

 

Viele fühlen sich damit

überfordert. Es ist ihnen

fremd. Fremd und manchmal

sogar peinlich. Schade

eigentlich.

 

Solche Gespräche und

Begegnungen können einem

auch ganz unerwartet geschenkt

werden.

 

Mir ist es so passiert,

am vergangenen Wochenende,

bei einem Glas Wein in einer

Winzerstube.

 

Ein seltsamer Ort, denken

Sie vielleicht. Nun - nicht

seltsamer wie ein Ufer

an einem See in Judaä.

 

Zu Anfang fragte ich nur,

wie denn der Wein schmecke.

Dann ergab eine Frage

die andere. Ein Gespräch

entwickelte sich. Das wurde

immer tiefer und persönlicher.

Am Ende ging es um den Glauben

und um Gott und das Leben.

 

Es war ein schöner und

bereichernder Abend mit

vollkommen fremden Menschen.

Und es ging um Wesentliches

und Entscheidendes.

 

Für mich sind

dies Sternstunden.

Sie erfüllen und berühren

mich. Sie haben für

mich etwas mit Gott zu tun,

der mir in allen Dingen

begegnen möchte.

 

Was auf der anderen Seite

daraus geworden ist,

das kann ich nicht sagen.

Das Furchtbringen, von dem

Jesus im Gleichnis spricht,

das liegt gar nicht mehr

in unserer Hand.

Das kommt allein von

Gott her und ist Gnade,

Geschenk, dem das Hören und

das Verstehen

vorausgeht.

 

Von Lothar Zenetti stammt

ein schöner Gedanke, der mit

dem Titel: „Das Lied von Gottes

Wort“ überschrieben ist:

 

Es ist ein Wort auf deinen

Lippen, das geht vor uns her,

das geht über das Wasser

und wer es vernimmt,

der folgt wie im Traum.

 

Wenn du sprichst

vermehrt sich das Brot,

werden selig die Armen,

verlorene Söhne finden nach Haus.

Es ist ein Wort auf deinen Lippen,

das legt einen Schatz in den täglichen

Acker und wer ihn erkennt, gibt alles

dafür.

 

Wenn du sprichst, dann sehen

wir schon mit verwundeten Augen

die kommende Stadt, hier, wo

wir sind.

 

Es ist ein Wort auf deinen

Lippen, das geht wie ein Lauffeuer

rund um die Erde, das wandelt den

Staub in flammendes Licht.

 

Alles käme folglich darauf

an, das Wort, sein Wort, zu hören

und zu verstehen. Den Mut zu haben,

richtig hinzuhören und sich

berühren zu lassen, von dem,

was er uns zu sagen hat.

Es gibt auch Menschen, die

reden Gott in Grund und

Boden. Bei denen kann

Gott gar nicht zu Wort

kommen.

 

Im alten Gotteslob fand sich

noch ein Lied, das mit den Worten

beginnt:

 

Herr, gib uns Mut zum Hören,

auf das, was du uns sagst.

Wir danken dir, dass du es mit

uns wagst.

 

Ja, Gott wagt es immer wieder

aufs Neue mit jedem einzelnen

von uns. Er wird nicht müde

sein Wort in unser Leben

hineinzusäen, auf dass wir uns

von diesem Wort berühren lassen,

es wurzeln lassen und begreifen,

damit Frucht daraus erwachsen

kann.

 

Provozierend klingt der

Gedanke von Charis Doepgen:

 

Die Saat am falschen Ort –

jedenfalls dreimal, nur einmal

der Volltreffer mit hundertfacher

Frucht.

 

Die Chancen stehen schlecht,

nur eins zu drei, dass Gottes Wort

in unserer Welt gedeihlichen Boden

findet.

 

Wir hören mit halben Ohr

nur einmal so nebenbei,

als Geräuschkulisse für feierliche

Momente – das genügt nicht.

 

Wer hört und versteht,

muss sein Leben ändern.

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© Supervision-Coaching-Therapie-Geistliche Begleitung- Pfarrer Thomas Diener