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Gott meint es gut

Allerheiligen

Gott meint es gut.

Er meint es grundsätzlich

gut; gut ausnahmslos mit

jedem Menschen.

 

Das zumindest ist

die Schlussfolgerung

der Seligpreisungen.

 

Gott meint es gut.

Der Armen nimmt er sich an.

Den Trauernden schenkt er Trost.

Gewaltlosen stellt er Frieden in Aussicht;

jenen, die hungern, die Erfüllung

ihrer Sehnsüchte. Erbarmen

finden die, die ein gutes Herz

für andere haben …

 

Gott meint es gut.

 

Ich bleibe nicht lange

bei dieser Feststellung stehen.

Denn nur allzu schnell holt

mich die Wirklichkeit dieser

Welt und meines Alltags ein.

 

Ich sehe in die

Augen der Menschen,

die mich fragend anblicken:

„Gott meint es gut?

Warum dann nicht mit mir?“

 

Ein Bericht

über die Kinderarmut in

Deutschland hat mich

schockiert.

Da heißt es, dass jedes vierte

Kind in unserem Land

unter Armut zu

leiden hätte.

 

Ich spüre Unbehagen,

während die Bilder im Fernsehen

gezeigt werden. Bilder von

betroffenen Kindern, deren

Geschwistern und Familien.

Bilder, die auch die Umstände,

unter denen sie zu leben, oder

sollte ich besser sagen,

zu leiden haben, unverschönt

zeigen.

 

„Das kann nicht sein.

Das darf nicht sein,

wie so vieles

andere in dieser Welt

auch nicht, mit dem ich

schon lange nicht mehr

zurechtkomme“,

denke ich mir.

 

Gott meint es gut.

Er meint es grundsätzlich

gut; gut ausnahmslos mit

jedem Menschen.

„Warum dann nicht mit mir?“

 

Die Widersprüchlichkeit

dieser Welt sticht ins Auge,

jedem, der nicht bewusst

wegsehen will und sie

tut weh und sie fragt an,

einen jeden von uns.

 

Wir bewegen uns zunehmend

zwischen Extremen und zwischen

ihnen werden Menschen

zerrieben. Insbesondere

zwischen den Extremen

Reichtum und Armut.

Nicht nur im eigenen

Land, auch global.

 

Und während allein

in unserem Land für die Rüstung

mehr als 30 Milliarden Euro

ausgegeben werden, fragen

sich Menschen in unmittelbarer

Nachbarschaft zu uns, womit sie

und wie sie den nächsten Tag

überleben, über die Runden

kommen sollen.

 

Das Bild einer älteren

Frau aus unserer Gemeinde

geht mir nicht aus dem Kopf.

Immer wieder sehe ich

sie wie sie leere Falschen

aus den Mülleimern unserer

Stadt fischt und sie in ihre

Tasche einsteckt.

 

Von menschlicher Würde

und Ansehen kann in vielen Fälle schon

lange nicht mehr gesprochen

werden. Das Elend schreit zum

Himmel empor.

 

Gott meint es gut.

Er meint es grundsätzlich

gut; gut ausnahmslos mit

jedem Menschen.

Das zumindest ist

die Schlussfolgerung

der Seligpreisungen.

 

Als Opium für das Volk

wurden einst die Zusagen Jesu

verstanden. Mit ihnen könne man

einiges an Elend überdecken, schönreden,

die Menschen auf ein heilvolles

Später und „Irgendwann einmal“

vertrösten.

 

Dieser Vorwurf

an die Botschaft des Evangeliums

greift schon lange nicht mehr,

wenn er überhaupt jemals gegriffen

hat.

 

Der bittere Alltag

vieler Menschen

lässt sich nicht vertuschen.

Er begegnet einem auf

Schritt und Tritt.

Und - er hat Auswirkungen

und Konsequenzen auf alle,

auf eine ganze Gesellschaft.

 

Das Ergebnis der

Bundestagswahlen und das

Abschneiden rechter

Parteien bei Wahlen

in unserem Land,

erfüllt mich mit großer

Sorge.

 

Gott meint es gut.

Er meint es grundsätzlich

gut; gut ausnahmslos mit

jedem Menschen.

„Warum dann nicht mit mir?“

 

Zunächst:

 

Die Seligpreisungen

sind in der Tat Zusagen Gottes

an all die Menschen, die sich

in ihrer ganz eigenen und

persönlichen Situation

durch sie angesprochen wissen

wollen.

 

Und ja: Sie beinhalten für

mich auch etwas Tröstendes.

Sie stellen Heilung und Erlösung,

Rettung und Erbarmen in

Aussicht.

 

Doch sie haben zugleich auch

etwas Aufrüttelndes und Einladendes

an sich. Sie wollen aufrütteln

und einladen, Gottes Reich

schon jetzt Wirklichkeit

werden zu lassen,

indem Menschen dafür Sorge tragen,

dass andere Menschen einen

Gott erfahren können,

der es tatsächlich

gut auch mit ihnen meint.

 

Der Journalist und Moderator

Franz Alt sagt einmal:

 

„Engagierte Christen,

leben die elementare Kraft

der Liebe mit großem Herzen.

… Natürlich sind wir erst am

Anfang, Jesus zu verstehen

und ihm zu folgen.  …

Heute haben die Kirchen Jesu

befreiende Botschaft zu einer

bürgerlichen Anstandsmoral

verengt. Deshalb hat sie

ihre Erlösungs- und Befreiungskraft

verloren. …

Mit mehr Jesus – Bewusstsein

könnten wir lernen, wer wir sind

und was wir werden könnten.“

 

Menschen, die Jesus verstanden

haben, die die Kraft seiner Botschaft

am eigenen Leib erfahren

und eine Ahnung davon gewonnen

haben, wer sie sind und

was sie werden können;

wer andere sind und was

auch diese werden können,

sind für mich jene Menschen,

die wir als Heilige verehren.

 

Für einen Menschen wie

den heiligen Franziskus z.B.

sind die Seligpreisungen keine

Vertröstungen auf eine andere

und bessere Zeit.

Durch sein eigenes Leben

macht er für andere wahr,

was sie verheißen:

 

Franziskus bricht mit

seinem bisherigen Leben

als Sohn eines wohlhabenden

Tuchhändlers. Er versteht,

was Gott mit seinem Leben

gemeint hat und nimmt

sich fortan der Armen

und der Kranken

an. Und viele tun

es ihm gleich.

Bis heute hat der

kleine Mann aus Assisi,

seine Anhänger. Es sind

Menschen, die wie er,

das Wesentliche schauen,

das, worauf es ankommt;

den Ruf der anderen

hören und Jesus Christus

mit aller Entschiedenheit

nachfolgen.

 

„Gebt ihr ihnen zu essen!“

sagt Jesus zu seinen Jüngern,

als der Abend kommt und

die Menschen nichts mehr

zu essen haben, nachdem

sie den ganzen Tag über nur

an Jesu Lippen geklebt

haben und seinen Worten

und gehört haben.

 

Franziskus nimmt diese

Aufforderung wörtlich:

Er verteilt das Brot

unter den Armen;

berührt ihre Wunden;

schenkt Nähe denen,

mit denen niemand

etwas zu tun haben

möchte.

 

„Engagierte Christen,

leben die elementare Kraft

der Liebe mit großem Herzen.“

Ja. Zweifelsohne ja. Und sie

zeigen, dass Gottes Zusagen

mehr als Vertröstungen

auf ein Später sind,

sondern durch einen beherzten

Einsatz eines jeden von uns,

heute schon Wirklichkeit

werden können, an dem

Ort und an dem Platz,

an den Gott jeden von

uns gestellt hat.

 

Ja, wir sind dabei,

erst langsam und allmählich

zu verstehen, was Jesus

gemeint hat.

 

Und ja.

Mit mehr Jesus-Bewusstsein

könnten wir alle lernen,

wer wir sind und was wir

werden könnten.

Und ja.

Das Evangelium

ist mehr als eine bürgerliche

Anstandsmoral. Es besitzt

die Kraft, eine ganze

Welt zu verändern.

Im Kleinen, wie im

Großen.

 

Wir bräuchten nur den

Mut zur Veränderung

und die Bereitschaft

Gottes Geist, den erlösenden

und den befreienden,

durch uns wirken

zu lassen.

Wie engagierte

Christen es eben tun,

mit einem weitem Herzen.

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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