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Erntedank

Nicht nur Dank

Der Heilige, der

am meisten mit Schöpfung

und Natur in Verbindung

gebracht wird, ist zweifelsohne

der heilige Franz von Assisi.

 

1979 wurde er von Johannes

Paul II zum Patron des Umweltschutzes

erhoben. In wenigen Tagen nur,

am 4. Oktober feiert die Kirche

seinen Gedenktag.

 

Vor mehr als 800 Jahren

hat Franziskus gelebt und mit

recht stellt sich die Frage,

wie ein Mensch des Mittelaltersaltes

auch unserer Zeit und Postmoderne

in Bezug auf Umweltschutz, Ökologie

und Nachhaltigkeit noch etwas

zu sagen hat. Vor allem doch

was?

 

Für Franziskus ist die „Umwelt“

zugleich „Mitwelt“. Die Schöpfung

und mit ihr die Geschöpfe sind

um ihrer selbst willen da,

nicht als Gebrauchswert

für den Menschen.

Schöpfung und Geschöpf

verweisen stets auf

Gott als den Schöpfer

allen Seins.

 

Wie sehr beides ineinander

verwoben ist, bringt am

eindringlichsten der Sonnengesang

des Heiligen auf den Punkt.

 

 

Franziskus hat ihn erst

gegen Ende seines Lebens

verfasst. Er entstand

nach einer langen Phase

des Leidens.

 

Franziskus verstand sich

selber als Teil der Schöpfung,

eingebunden in alles, was

lebt. Deshalb sieht er

in den Gestirnen und Elementen,

den Pflanzen und den Tieren

„Brüder“ und „Schwestern“.

Die Erde wird für ihn

zur Mutter.

 

vgl. den Sonnengesang des Heiligen Franziskus

 

Für Franziskus kommt alles

von Gott her. Mit den Geschöpfen

preist er Gott für alles, was

ihm geschenkt ist.

 

Das Leitmotiv des Sonnengesangs

ist die geschwisterliche Gemeinschaft

mit den kosmischen Erscheinungen:

mit der Herrin und Schwester Sonne,

mit Bruder Mond und Sternen,

mit den Elementen:

Bruder Wind,

Bruder Feuer,

der Schwester und Mutter

Erde und mit allen Kreaturen.

 

Der Mensch bedient sich

der Geschöpfe, weil er sie zum

Leben und Überleben braucht.

Ehrfrucht und Achtsamkeit

dürfen im Umgang mit den

Geschöpfen niemals fehlen.

Das widerspricht der Auffassung,

dass der Mensch die Schöpfung

beherrschen soll, sie in Besitz

nehmen soll.

 

Die Ausbeutung der Schöpfung

widerspricht dem Auftrag

Gottes. Dem Schöpfungsauftrag.

Als Teil des großen Ganzen

nimmt der Mensch seine

Verantwortung gegenüber

der Schöpfung nur dann

wahr, wenn er sie als Hüter

bewahrt und im Sinne

der Nachhaltigkeit die

Lebensgrundlage für

alle Geschöpfe erhält.

 

Das entspräche auch ganz

dem theologischen Verstehen,

dass die Schöpfung und mit

ihr der Mensch ein Spiegelbild

Gottes sind.

 

Der Begriff der Nachhaltigkeit

wird zu einem Schlüsselbegriff

im Umgang des Menschen

mit der gesamten Schöpfung.

Dabei definiert sich Nachhaltigkeit

so:

 

„Nachhaltige Entwicklung

ist eine Entwicklung, die den

Bedürfnissen der heutigen

Generationen entspricht,

ohne die Möglichkeit

künftiger Generationen

zu gefährden, ihre

eigenen Bedürfnisse

zu befriedigen und

ihren Lebensstil

zu wählen.“

 

Die Idee der Nachhaltigkeit

wird zu einem zentralen

Leitbild für das Überleben

der Menschheit.

 

Wie Nachhaltigkeit

verstanden werden kann

bringt Albert Schweitzer sehr

treffend ins Wort:

 

„Ich bin Leben,

das leben will,

inmitten von Leben,

das leben will.“

 

Nachhaltigkeit wird

heute verstanden als ein

Zusammenspiel von

ökologischen, sozialen

und wirtschaftlichen

Interessen. Dabei darf

keine Komponente

ungleich berücksichtigt

werden. Es geht um

einen Interessenausgleich

zum Wohl der ganzen Schöpfung

und des Menschen.

 

Franziskus ist höchst

aktuell, wenn er in seinem

Lobgesang vom Unterhalt

der Geschöpfe spricht.

 

Gelobt seist du, mein Herr,
durch Bruder Wind und durch Luft und Wolken
und heiteres und jegliches Wetter,
durch das du deinen Geschöpfen Unterhalt gibst.

 

Unterhalt bedeutet soviel

wie aufrechterhalten,

aushalten, nachhalten,

erhalten. Ganz im Sinne

der Nachhaltigkeit

eben.

 

Es reicht schon

lange nicht mehr

aus, am Fest Erntedank

für die Gaben der Erde

lediglich zu danken.

 

Zum Danken sollte auch

auch Kritisches und Nachdenkliches

hinzukommen und vor allem die Frage,

wie der Mensch mit der

ihm anvertrauten Schöpfung

umgeht.

 

Der Sonnengesang des heiligen

Franziskus ist nicht nur eine

Hymne auf Gottes gute Schöpfung.

Er ist herausfordernd

und fragt kritisch an,

jeden einzelnen von uns

in seinem Verhalten

zur Welt und lehrt uns

einen neuen Bezug zu

allem aufzubauen und

entstehen zu lassen,

was lebt und auch am Leben

bleiben soll.  –

Nachhaltig

zum Wohl eines jeden

einzelnen

und Gottes gesamter

Schöpfung.

 

Lassen Sie mich enden

mit einem Auszug aus

dem Gebet der Vereinten

Nationen. Es führt weiter,

was Franziskus in seinem

Sonnengesang angestoßen

und angeregt hat:

 

Unsere Erde ist

nur ein kleines Gestirn

im großen Weltall.

An uns liegt es,

daraus einen Planeten zu machen,

dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden,

nicht von Hunger und Furcht gequält,

nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse,

Hautfarbe oder Weltanschauung.

 

Gib uns Mut und Voraussicht,

schon heute mit diesem Werk zu beginnen,

damit unsere Kinder und Kindeskinder

einst stolz den Namen Mensch tragen.

Doch vor allem gewähre uns Brüderlichkeit,

nicht nur für den heutigen Tag,

sondern für alle unsere Jahre –

eine Brüderlichkeit nicht der Worte,

sondern der Handlungen und Taten.

 

Wir alle sind Kinder der Erde –

gewähre uns einfach Wissen.

Wenn unsere Brüder unterdrückt werden,

dann werden wir unterdrückt.

Wenn sie hungern, hungern wir.

Wenn ihnen die Freiheit genommen wird,

dann ist unsere Freiheit nicht sicher.

 

Gib uns einen gemeinsamen Glauben,

dass der Mensch Brot und Frieden kenne –

dass er Recht und Gerechtigkeit,

Freiheit und Sicherheit,

gleiche Möglichkeiten und gleiche Chancen

sein Bestes zu tun, nicht nur in unseren Heimatländern,

sondern in der ganzen Welt.

 

Und in diesem Glauben lass uns

auf die reine Welt zumarschieren,

die unsere Hände erschaffen können.

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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