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Auf wen warten wir denn noch?

3. Advent

Fast 3000 Jahre

ist es her, dass der Prophet

Jesaja, das Kommen des

Messias für sein Volk

vorausgesagt hat.

 

Seitdem wartet Israel

auf die Offenbarung

des Retters und des Erlösers.

Sollte es tatsächlich sein,

dass diese Zeit jetzt vorbei

ist, die Zeit des Wartens

wirklich ein Ende gefunden

hat?

 

Johannes ist sich unsicher.

Vorsichtig lässt er Jesus

aus dem Gefängnis

durch seine Jünger

anfragen:

 

„Bist du der, der kommen

soll, oder müssen wir auf

einen anderen warten?“

 

Die Antwort lässt nicht

lange auf sich warten.

Jesus ist der Mann,

auf den alle gewartet

haben.  

Jesus ist der verheißene

Messias, der Gottes Volk

retten soll.

In ihm wird wahr,

was bereits Jesaja

prophezeit hatte:

„Seht hier ist

euer Gott!“

 

Doch halt!

Woran sollen Mensche erkennen,

dass Jesus tatsächlich

der Verheißene ist?

Falsche Propheten gibt es

in dieser Zeit zu Hauf.

Männer, die

unvermittelt auf der

Bildfläche erscheinen und

von sich behaupten,

dass sie die Erwarteten

seien.

 

Bereits Jesaja sagt

mit dem Kommen Gottes

etwas ganz Neues und

Wunderbares voraus:

 

Die Wüste blüht.

Das Wasser tränkt das trockene

Land. Die Schöpfung entfaltet

sich. Alles fängt zu blühen

an. - 

 

Ein wunderbares Bild.

Ein adventliches Bild.

Ein Bild, das von der Herrlichkeit

Gottes erzählt und davon,

dass seine Gegenwart alles

durchdringt und zu einem

neuen Leben erweckt.

Doch nicht genug damit.

Nicht nur die Schöpfung

erhebt sich von Neuem

auch der Mensch ersteht

in neuer Kraft:

 

Zitternde Hände können

wieder stark zupacken.

Wankende Beine stehen

wieder fest auf der Erde.

Wer keinen Durchblick mehr hatte,

blind war für so vieles,

lernt plötzlich zu begreifen

und zu sehen. Verstopfte

Ohren öffnen sich, nie gehörte

Worte dringen in das Innere

des Menschen vor

und sie springen umher

und fangen an

zu singen.

 

Auch das sind Bilder

des Advents, deren Wirklichkeit

tiefer reicht. Sie betreffen

das Leben grundsätzlich.

 

Johannes will wissen

ob Jesus der Retter ist?

Dann soll er auch zu hören

bekommen, was sich Menschen

einander erzählen, seitdem Jesus

durch das Land zieht:

 

Blinde sehen,

Lahme gehen,

Aussätzige werden rein,

Taube hören, Tote stehen auf,

den Armen wird eine frohe

Nachricht verkündet.

 

Das sind exakt die Worte

des Propheten. Nach

mehr als zweitausend Jahren

werden sie wahr. Endlich,

Hoffnung für alle!

 

Gaudete! Freut euch!

So ist der heutige Sonntag

überschrieben.

Ja, auch wir haben allen Grund

uns zu freuen, denn Gott

ist nicht nur nah.

Gott ist da.

Von Anfang an.

Schon immer da gewesen.

Mitten in dieser Welt.

Mitten in diesem Leben.

Mitten unter Menschen.

 

Manche reagieren

bei solchen Worten mit

Zurückhaltung.

Andere mit Wut

und Zorn, mit Zweifel

und Unglauben.

 

„Gott ist da?“, fragen sie.

„Gott ist nicht einmal

nah!“ meinen sie und

sie fragen weiter:

„Wo ist er in all den

Verhängnissen, in die uns

dieses oftmals so

beschissene Leben

hinstürzt?“

 

Zugegeben, die Spur

Gottes in unserer Welt

zu erkennen, ist nicht

immer einfach.

Wie leicht lassen

sich Menschen verunsichern

durch die vielen Dinge,

die offensichtlicher und wirklicher

erscheinen als die Gegenwart

Gottes und verlieren Gottes

Spur aus dem Blick?

 

Gott fern zu glauben,

ihn nicht zu spüren,

das bewirkt genau das

Gegenteil von dem,

was der Prophet im Bild

ausdrückt:

 

Die Seele trocknet aus.

Hände fangen zu zittern an.

Menschen verspüren auf einmal

keinen Boden mehr unter

ihren Füßen, weil alles

zu einer großen Anfrage an

das Leben wird. Zu einer

einzig großen Frage nach

dem Sinn des Lebens.

 

„Bist du der, der kommen

soll, oder müssen wir auf

einen anderen warten?“

Spüren Sie wie aktuell

die Frage des Johannes

ist.

 

Wir sind eingeladen,

selber unsere Augen zu

öffnen und zu sehen.

 

Was ist es, das uns der

Gegenwart Gottes in unserem

Leben und in dieser Welt

vergewissern möchte?

Wo entdecken wir die

vielen Zeichen der Nähe

Gottes? Zeichen, die uns

glauben machen wollen:

Da ist Gott mit im Spiel.

Dort lässt er uns nicht allein.

Da ist er voll dabei.

Dort ist er mitten drin?

 

Jesus verweist die Jünger

auf das, was sie sehen.

Er lädt jeden von uns ein, einmal

genauer hinzuschauen und

alles nach seiner Nähe zu

hinterfragen.

 

Viele unter uns haben es

weitgehend verlernt, die Spuren

der Nähe Gottes in dieser Welt

und in ihrem eigenen

Leben zu sehen.

 

Leichter scheint es dagegen,

seine Abwesenheit festzustellen

in dem Vielen, was das

Leben schwer macht, bis

hin zu der Wirklichkeit

des Todes.

 

Ich habe es erst in

den zurückliegenden Jahren

richtig gelernt, Gottes Gegenwart

in allen Dingen annehmen

und begreifen zu wollen.

 

Zuerst in meiner

eigenen Person.

Gott ist in mir.

Er ist da in meinem Atmen.

Er ist da in meinem Denken.

Er ist da in meinen Bewegungen.

Er ist da in jeder Pore meines

Körpers.

 

Und er ist nicht nur da in mir.

Er ist auch da im anderen Menschen.

In jedem von uns ist Gott heute Morgen

da, hier anwesend, in uns und durch uns.

Zusammen finden wir unsere Identität

in ihm und durch ihn.

 

Das will erst einmal

angenommen und begriffen

werden. Viele begreifen

es nicht. Die Konsequenzen,

die sie daraus zögen wären

dann gewiss andere.

 

Sie würden wieder

Achtung vor dem anderen

empfinden und groß

von ihm denken wollen.

Kein Mensch würde mehr

wegen seiner Herkunft

und seiner Religion

missachtet und

abgeschoben

werden.

 

Gott ist in allen Dingen.

Die Schöpfung, die sehr

oft so nachlässig behandelt

wird, spricht von Gottes

Herrlichkeit und Gegenwart.

Ich gehe an einem kalt-

trockenen Wintertag durch die

Weinberge. Mein Atem

zeigt sich vor meinem

Gesicht.

Die Sonne scheint.

Der Himmel ist blau.

Es geht mir gut.

Ich atme tief ein

und aus. Ich spüre

eine große Weite.

 

Wer möchte mir glauben

machen, dass diese Erfahrung

kein Geschenk ist, ein Geschenk

des Himmels, das mich meines

Gottes vergewissern will?

 

Gott ist da, sehr oft

in den Dingen, denen wir

am wenigsten Achtsamkeit

schenken; die wir als

reine Zufälle beschreiben

möchten.

 

Nein, es ist kein Zufall,

dass mir ausgerechnet

an diesem Tag dieser oder

jener Mensch begegnet

und sich aus diesem

Zusammenkommen

etwas Ungeahntes

entwickelt.

Für mich hat Gott

hier die Hände im

Spiel, wie bei so

vielem anderen

auch.

Ich lade Sie ein,

am Ende eines jeden

Tages, sich einmal

Zeit zu nehmen, den

zurückliegenden Tag

anzuschauen und

Gottes Spuren in

dem von Ihnen

Erlebten zu

entdecken.

 

Am Morgen hatte ich

ich einen Anruf vom Büro

erhalten.

Eine Frau aus unserer

Pfarrei ist krank.

Die Angehörigen bitten

um die Krankensalbung.

Ich möge doch

vorbeikommen.

Vor wenigen Minuten

noch wurde mir ein anderer Termin

am Nachmittag abgesagt.

Natürlich komme ich vorbei.

Man sagt mir bei meinem

Besuch: „So klar wie heute,

war unsere Mutter schon

lange nicht mehr.“

Am Krankenbett erzählen

wir uns. Wir lachen und

beten miteinander.

 

Zufall? Wenn Zufall

ein anderes Wort für

Gott ist, dann ja.

 

Viele meinen, dass

sich Gott gerade dann

verflüchtigt, wenn es

für den Menschen am

schwierigsten wird:

Krankheit,

Sterben, Tod und

viele andere Schicksalsschläge

lösen dieses Denken sehr oft

aus.

 

Ich erwarte nicht,

dass Gott mir das Schwere

meines Lebens abnimmt.

Auch nicht meinen Tod.

Aber ich erwarte, dass

er mich damit nicht

allein lässt und dass

er mich durch mein

Schicksal hindurch begleitet

und trägt und mir Kraft

zukommen lässt,

das Unvermeidbare

anzunehmen.

 

Durch die Hand, die

meine Hand hält.

Durch das Wort, das

mir Mut zuspricht.

Durch das Gebet,

das mich mit einem

anderen Menschen

verbindet.

Durch die Geduld,

die mir andere Menschen

entgegenbringen, wenn

ich selber so ungehalten

bin.

Durch den Glauben,

der sich gerade in

diesen Momenten

bewähren will.

 

All die benannten

Erfahrungen und Beispiele

kommen für mich aufblühenden

Wüsten gleich.

In diesen Erlebnissen

entfaltet sich für mich

das Leben. In ihnen

spiegelt sich die Gegenwart

unseres Gottes wieder.

 

„Bist du es, der da

kommen soll, oder müssen

wir auf einen anderen

warten?“

 

Für uns Christen hat

es sich ausgewartet. Denn:

Gott ist da. Die Welt und

das Leben ist voll seiner

Gegenwart.

 

Diese Erkenntnis will

Grund tiefer Freude für

jeden von uns sein.

Ob wir uns von dieser Erkenntnis

anstecken lassen können?

 

Das hängt, glaube ich,

von jedem einzelnen ab.

So viel steht jedoch fest:

Gott hat den ersten Schritt

schon längst getan.

Er wartet nur noch auf unser

Entgegenkommen und dass

wir mit ihm rechnen wollen

bei jedem Atemzug, den

uns das Leben Tag für Tag

neu schenkt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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