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Wer will das noch?

7. Sonntag nach Ostern

 

 

„Alle sollen eins sein.

wer will das noch,

wenn man sich anschaut,

was da zusammen käme

an grellen Gegensätzen

 

unsere Namen für Gott

sind zu Waffen geworden,

die trennen und töten

laut und gnadenlos

 

derweil

die leise Stimme

aus dem flammenden Dornbusch

noch immer wiederholt

nur das eine Wort:

ICH-BIN-DA“

 

                                   Rica E. Friedberg

 

 

Alle sollen eins sein,

sind sie aber nicht.

Nicht im Kleinen,

nicht im Großen.

 

Die Gesellschaft ist in sich zerrissen.

Die Welt ist in sich zerspalten.

Und auch der einzelne menschliche Geist

ist sehr oft in sich uneins

und geteilt.

 

Fakten hierzu gibt es zu genüge

und Themen, an denen sich

die Geister der Nation und

auch jene dieser Welt scheiden,

auch.

Und auch die großen

monotheistischen Religionen,

obwohl sie sich auf den einen

Gott berufen, den Gott Abrahams,

Isaaks und Jakobs, wollen

Gegensätzliches.

 

Die einen wollen

die ganze Welt ihren Auffassungen

von Leben, Mensch und

Gott unterwerfen.

Sie wollen ihre Religion

zur Pflicht erklären.

Wer sie nicht annimmt,

wird kurzerhand getötet.

So will es ihr Gesetz.

So will es ihr Gott.

So erklärt es ihr Prophet.

 

… unsere (Ihre) Namen für Gott

sind zu Waffen geworden,

die trennen und töten

laut und gnadenlos …

 

Ihre Religion jedoch

ist in sich selber zerteilt.

Nicht jeder will

dabei mitmachen und den

Weg der Rache, der Vergeltung

und Vereinnahmung

mitgehen.

 

Da gibt es auch

andere Einstellungen

und Stimmen. Versöhnliche,

verbindende, die das Gemeinsame

im Glauben suchen; die nicht

den Heiligen Krieg

herbeibeschwören,

sondern alles dafür tun wollen,

Grenzen zu überwinden,

Wege zueinander zu finden.

 

Ihre Stimmen sind leise.

Sie gehen unter.

 

Die Lauten verschaffen sich

Gehör. Die Brutalen ziehen

die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit

auf sich. Die Unversöhnlichen

heizen die Stimmung auf.

Die Uneinsichtigen

machen Angst.

 

Das Zerteilende,

das Zerreisende,

das Gegensätze Provozierende

ist in allem:

in der Gesellschaft,

in den Parteien,

in den Religionen,

in den Köpfen der

ewig Unverbesserlichen

und Uneinsichtigen.

 

Das Evangelium

zeigt uns Jesus, wie er

vor seiner Rückkehr zu Gott

betet. Dieses Gebet gipfelt

in Bitten und Fürbitten

für die, die an ihn glauben,

die ihm nachfolgen,

seine Gemeinde, die

er in der Welt zurücklässt.

 

 

Sein Herzenswunsch

ist eindeutig:

Sie sollen eins sein.

 

Das Eins sein unter Menschen,

die Einheit unter ihnen, ist

nie selbstverständlich.

Schon gar nicht einfach.

Auch nicht unter Freunden.

Auch nicht unter Menschen,

die sich lieben.

 

Das Modell der Einheit,

das sich Jesus vorstellt, lehnt

sich an die Einheit zwischen

ihm und seinem Vater an:

„… damit alle eins sind,

wie du, Vater, in mir und

ich in dir, damit auch sie

in uns sind …“

Und Jesus bittet weiter:

„…damit sie eins sind,

wie wir eins sind …“

 

Eins sein, wie Vater

und Sohn. Was steht dahinter?

Was ist gemeint?

 

Jesus ist auf eine einzigartige

Weise mit Gott verbunden.

Er ist ganz erfüllt von Gott.

In ihm leuchtet die Nähe

und die Herrlichkeit Gottes

auf.

 

Gott selber teilt durch

Jesus sein Innerstes mit.

Er zeigt durch ihn,

wie sehr er den Menschen

und die Welt liebt.

 

Schritte, die die

Gegensätze unter Menschen

aufheben, können gelingen,

wenn der Mensch damit beginnt,

sich an Jesus zu orientieren,

wenn der Mensch sich

hineingenommen weiß

in die Beziehung Jesu

zu Gott,

wenn er sich tragen

lässt von der Gewissheit,

dass Gott selber bei ihm

ist und auch in ihm.

 

Echte Einheit unter denen,

die an Christus glauben,

ist immer zerbrechlich.

Das unterscheidet uns

nicht von anderen.

Das belegen auch Erfahrungen

in den einzelnen Gemeinden

und unter ihren Mitgliedern.

Wieviel an Gegensätzlichkeit

bestimmt den Alltag

in unseren Gemeinden?

 

Auch wenn hier die Einheit nur

ansatzweise und bruchstückhaft

gelingt – es geht von ihr

immer eine besondere

Ausstrahlung und Kraft

aus, Herrlichkeit eben.

 

Als Christen haben

wir einen ganz besonderen

Auftrag in dieser Welt

unter den Menschen.

 

An der Art und Weise,

wie wir miteinander leben

und miteinander den Umgang

suchen und dabei Christi Gebot

verwirklichen, soll die

Welt, in der wir leben,

erkennen, dass es durchaus

möglich ist, Grenzen zu überwinden

und Schritte aufeinander

zuzugehen.

 

Trennendes

kann überwunden

werden.

Trennendes muss

überwunden werden.

Gegensätze müssen

sich auf Dauer auflösen,

wenn der Mensch sich

nicht selber das Recht

auf Leben absprechen

will.

Ein Leben in

Freiheit und Bezogenheit.

Ein Leben in

Toleranz und Achtung vor dem

anderen und dessen Glauben

und Religion.

Ein Leben in

Einheit und Gerechtigkeit,

zum Wohl eines jeden.

 

„Alle sollen eins sein.

wer will das noch

wenn man sich anschaut,

was da zusammen käme

an grellen Gegensätzen

 

unsere Namen für Gott

sind zu Waffen geworden,

die trennen und töten

laut und gnadenlos

 

derweil

die leise Stimme

aus dem flammenden Dornbusch

noch immer wiederholt

nur das eine Wort:

ICH-BIN-DA“

 

Ja, Gott ist da.

Er ist da in unseren

Bemühungen darum,

dass die Menschheit

eins sei, ob im Kleinen

oder im Großen, ob

zwischen den Nationen

oder den Religionen.

 

Wir müssen ihn nur

sehen und seine

Absicht mit uns erkennen

wollen, die wirkliche

Absicht.

 

Unser Gott ist kein

Gott, der Gewalt und Terror

und die Vernichtung anderer

dulden würde,

auch andersgläubiger

Menschen nicht.

Wer sich auf diesen Gott

beruft, der hat das Leben

im Blick und nicht seine

Zerstörung im Sinn, um

des vermeintlich rechten

Glaubens an ihn.

 

Judentum,

Christentum

und Islam

berufen sich alle

auf diesen Gott,

den Gott Abrahams,

Isaaks und Jakobs.

Dieser Gott ist ein Gott,

der das alle miteinander

Verbindende

sucht und entstehen

lassen will.

 

Wer diese Einheit

zerstört und aus eigenen

Kräften auslöschen will,

der kann und darf sich

nicht auf diesen Gott

berufen, dessen innerstes

Wesen Beziehung ist

und der Beziehung

unter Menschen will,

über alle Unterschiede

hinweg will.

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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