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Thomas

2. Sonntag nach Ostern

 

 

Unsicherheit

hatte sich zunächst

auf das Leben der Jünger gelegt.

Sie hatten ihren Herrn verloren.

Der Tod Jesu legte sich

wie ein dunkler Schatten auf sie.

Alles, woran sie sich bislang

festmachen konnten,

war ihnen genommen

worden.

 

Unsicher waren

sie auch deswegen gewesen,

weil sie alle zwar die Nachricht

von der Auferstehung Jesu eingeholt hatte,

aber sie nicht wussten,

wie sie diese Botschaft

mit ihrem Leben

und den zurückliegenden

Erfahrungen in Verbindung

bringen konnten.

 

Während sie

miteinander zusammen sitzen

und sich über ihre Ängste

austauschen,

geschieht für alle das Unerwartete.

 

Jesus steht

plötzlich in ihrer Mitte.

Es ist, als wenn ihnen

ein Schleier vor den Augen

weggezogen werden würde.

Jetzt sehen sie ganz klar.

Es stimmt also,

was ihnen gesagt worden war:

Jesus ist auferstanden.

Jesus lebt.

Und das Gefühl,

das sich in diesem Moment

in ihrem Herz ausbreitet

und sie anrührt,

wird durch den Gruß

Jesu noch verstärkt:

Friede sei mit euch!

 

Unbeschreibbare

Freude erfüllt die Jünger.

Keine großen Worte werden gemacht.

Stattdessen mutet dieser Moment

wie eine einzige Umarmung

zwischen Jesus und seinen Jüngern an,

bei der sich alles beruhigen kann,

was die Jünger zuvor so unruhig sein ließ.

 

Alles, was durch den Tod

Jesu in ihnen aufgebrochen war

und so ungeordnet vor ihnen lag,

vermag sich in der Nähe des

auferstandenen Jesus zu beruhigen

und wieder zu ordnen.

Ihr ganzes Leben wird

wieder mit Sinn erfüllt.

Sie haben wieder eine Perspektive.

Ihr Leben hat wieder

die Richtung gefunden,

denn: Jesus lebt!

 

So beruhigt

und so im Glauben gestärkt,

können sie gesendet werden,

um auch anderen die frohe Botschaft weiterzusagen

und Jesu Werk fortzusetzen.

Der Geist gibt ihnen dazu die Kraft.

 

Was sie in diesen

Augenblicken erfahren haben,

ist für einen aus ihrem Kreis,

der an diesem Abend nicht

dabei gewesen war,

nicht nachzuvollziehen.

 

Zweifel bringt

man ihrer Freude entgegen.

Was ihnen geschenkt war,

stellt Thomas in Frage.

Wie hilflos müssen

sie sich ihm gegenüber

vorgekommen sein!

 

Hilflos,

weil sie ihm ihre

persönlichen Erfahrungen

mit dem auferstandenen Jesus

nicht vermitteln können.

Der Glaube kommt

zwar vom Hören,

aber er bedarf auch

der konkreten Begegnung

mit Jesus, um im Herzen

eines Menschen wurzeln

zu können.

 

Es braucht

immer auch die

persönliche Glaubenserfahrung.

 

Diese Erfahrung

wird dem Zweifler

unter den Jüngern,

Thomas, geschenkt.

 

Acht Tage müssen vergehen,

damit die Ewigkeit auch

in das Leben des Thomas

einbrechen kann.

 

Wieder tritt Jesus

in die Mitte seiner Jünger.

Wie wird Thomas reagieren?

Würde er sich überzeugen lassen?

Würde sich auch seine Angst

und Unsicherheit in der Begegnung

mit Jesus beruhigen?

 

Thomas muss nicht reagieren.

Es ist Jesus selber, der an ihn herantritt:

Streckt deinen Finger aus –

hier sind meine Hände! Streck deine Hand aus

und leg sie in meine Seite,

und sei nicht ungläubig, sondern gläubig.

 

Was jetzt geschieht,

das kann nur derjenige

wirklich nachempfinden,

der selber schon einmal alles,

was ihm Sinn und Glauben,

Halt und Zuversicht,

Vertrauen und Hoffnung

in seinem Leben gab,

verloren hatte und für den es

ganz plötzlich und

unvermittelt wieder

licht wurde.

 

Man kann es nur erahnen,

wie sich der Apostel in die Arme

seines Herrn schmiegt,

seine Nähe aufnimmt

und mehr als angerührt ist,

von dem, was er in

diesem Augenblick

erfahren darf:

 

Alle Gefühle,

die ihn jetzt überkommen,

drücken sich aus in diesen Worten:

Mein Herr und mein Gott.

 

Die Erfahrung des

auferstandenen Jesus

lässt allen Zweifel schwinden.

Sie macht es möglich,

dass Thomas wieder

zum Stehen kommt

und festen Boden

unter seinen Füßen spürt.

Sie macht es möglich,

dass Thomas wieder

glauben kann.

 

In der Begegnung

zwischen Jesus und

Thomas läuft alles

auf diesen einen entscheidenden

Satz hinaus:

 

Selig sind, die nicht sehen

und doch glauben.

Dieser Satz nimmt alle,

die selber nicht dabei

gewesen waren als Jesus

seinen Jüngern erschienen ist,

mit in das Geschehen hinein.

Auch jeden einzelnen von uns.

 

Wie groß ist bisweilen

doch der eigene Wunsch,

Jesus sehen und berühren zu dürfen!

Wie groß ist bisweilen das Verlangen

nach Sicherheit im Glauben,

dann wenn alles so unsicher ist

und der Zweifel einen überkommt!

Wie groß ist bisweilen

das Bedürfnis nach Halt im Glauben,

dann wenn er auf die Probe gestellt

und von außen angefragt wird!

 

Was wir in diesen

Momenten tun können,

ist, uns die bereits gemachten

persönlichen Glaubenserfahrungen

vor Augen zu halten.

Sich wie die Jünger

von Emmaus in Erinnerung

zu rufen:

Brannte uns nicht

das Herz in der Brust,

als er mit uns redete und

uns den Sinn der Schrift

erschloss?

 

Ich bin sicher,

dass es auch für viele von uns

schon solche Begegnungen

mit dem auferstandenen Jesus gab,

Begegnungen mit Jesus,

in denen sie ganz fest

an seine Nähe glauben durften.

Momente, in denen auch sie ihren

Finger ausstrecken

und ihre Hand in die Seite Jesu

legen konnten,

wie dies Thomas tat.

 

Das sind solche Augenblicke,

die ganz erfüllt sind von der Gegenwart Jesu

und die uns Menschen glauben machen

und ahnen lassen,

dass es Gott mit uns

wirklich gut meint.

 

Uns solcher Erfahrungen

immer wieder zu vergewissern,

an ihnen festzuhalten

und uns nicht durcheinander

bringen zu lassen

von irgendwelchen verrückten

Spekulationen,

die das Leben Jesu betreffen,

seinen Tod und seine Auferstehung,

das ist aber nur das Eine.

 

Es gibt Zeiten in unserem Leben,

in denen uns solche Erfahrungen

nicht geschenkt sind.

Manche unter uns hatten

bislang solche Erfahrungen

überhaupt noch nicht machen dürfen.

Würden Menschen ihren Glauben

nur von ganz persönlichen Erfahrungen

abhängig machen, wie einst Thomas,

sie hätten ihren Glauben schon

längst verloren.

 

Der Glaube basiert

zu allererst auf der festen Zusage Gottes,

dass er es gut mit unserem Leben meint.

An dieser Zusage gilt es festzuhalten,

auch da, wo sie gegen alle Erfahrung steht.

An Gottes Verheißung, dass er unbedingt

zu uns steht

und dass er das vollenden will,

was er in uns begonnen hat,

gilt es sich zu klammern,

auch wenn unsere Gefühle

das Gegenteil behaupten.

 

Die große Herausforderung

für uns Christen besteht heute darin,

in einer Welt, in der anscheinend

alles wissenschaftlich zu beweisen ist

oder widerlegt werden kann,

den Glauben an den nicht zu verlieren,

der unserem Leben Sinn gibt

und die Richtung weist,

der aber im Letzten nie gänzlich

zu begreifen sein wird,

weil die Annahme seiner Existenz

unseren Glauben voraussetzt

und auch die Liebe,

die uns so manches begreifen lässt,

was eben nur das Herz zu verstehen vermag,

das aber mit dem Kopf allein nie verstanden

werden kann:

 

Ich meine

die Auferstehung Jesu

und dass auch wir eines

Tages mit ihm leben werden

auf ewig. 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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