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Standhaftigkeit

Lk 21,5-19

 

 

Die Worte des Evangeliums

wirken einschüchternd

auf mich und beängstigend.

Sie konfrontieren mich

mit einem Szenario, wie

ich es aus Katastrophenfilmen

kenne, in denen es zumeist

um den Untergang der

Welt und des Menschen

geht und um einen Helden,

der dieses Schicksal in

den letzten Minuten noch

erfolgreich abwenden

kann.

 

Doch ich spüre zugleich,

dass ich nicht in die Welt

des Kinos und des Films

ausweichen muss,

um solche Szenen vor

meinem Auge entstehen

zu lassen.

 

Sie sind längst keine

Fiktion mehr. Sie sind

Wirklichkeit geworden.

Wir alle leben mitten

drin. Wir alle haben

uns mit ihnen

auseinanderzusetzen.

Ob wir es nun wollen

oder nicht.

 

Schon lange nicht mehr

können wir vorbehaltlos

und so richtig frei durch diese

Welt gehen. Viele Menschen

setzen in einem übertragenden

Sinn, vorsichtig einen Schritt vor den

anderen. Angst ist ihnen

zu einem ständigen Begleiter

geworden.

Viele sind sich

unsicher geworden.

Dabei stellen nicht

nur Kriege und die

Auseinandersetzungen

zwischen den Völkern

das Leben in Frage.

Hinzu kommt in zunehmenden

Maß auch die Zerstörung

des Lebensraumes, der

Schöpfung, unseres

Planeten.

Auch die Allmachtsfantasien

des Menschen, der meint,

alles tun zu können, was

das Leben an Möglichkeiten

zu bieten hat, scheint

mir nicht weniger

gefährlich zu sein.

 

Wir leben auf einem

Pulverfass! Daraufhin

weist nicht nur die

Katastrophe vor wenigen

Wochen in der BASF.

Es sei fünf vor Zwölf,

meinen einige.

Und es scheint

nur noch eine Frage der

Zeit zu sein, wann

alles in die Luft gehen

wird.

 

Eine solche Situation

prophezeit das Evangelium.

Es nimmt dabei kein Blatt

vor den Mund. Es beschönigt

nichts. Es nimmt die Realitäten

des Menschen in den Blick

und auch seine Unsicherheit und

seine Angst ernst.

 

Ebenso wie die Tatsache,

dass das Vertrauen und

der Glaube an Gott immer

mehr schwinden.

 

Mit seinen Worten startet

Lukas einen einzigen Aufruf

zu erneutem Vertrauen und Glauben

an Gott. Zu einer neuen Hinwendung

zu ihm und seinen Zusagen.

 

Lukas meint, dass gerade

in solchen Zeiten, der Glaube

sich zu bewähren hat.

Dass Glaube Standhaftigkeit

bedeutet und dass er Aushalten

in unsicheren Zeiten

meint.

 

„Wenn ihr standhaft bleibt,

werdet ihr das Leben gewinnen!“

Das ist die Zusage des Evangeliums.

Die Realität heute ist eine

andere:

 

Menschen verlieren

zunehmend ihren Standpunkt

und die Orientierung, die

Richtung aus dem Auge.

Sie lassen sich einschüchtern.

Sie lassen sich unsicher machen.

Sie verlieren ihren Kopf und

immer wieder ihren Verstand

angesichts der Prüfungen

des Lebens.

 

Worauf hoffen Sie?

Woran halten Sie sich fest?

Was gibt Ihnen in

den Widerfahrnissen

Ihres Lebens Kraft?

 

Manche glauben nur an

die eigene Kraft. Sie vertrauen

nur sich selber. Ich weiß

nicht, welche Erfahrungen

mit dem Leben und

anderen Menschen sie

dazu veranlasst hat,

dies so zu tun.

 

Ich selber könnte ohne

den Glauben in den vielen

Anfragen des Lebens an

mich und andere Menschen

nicht bestehen.

Das hängt nicht zuletzt

auch mit meiner eigenen

Hilflosigkeit und Ohnmacht

den Widerfahrnissen

dieser Welt gegenüber

zusammen.

Ich weiß wie

beschränkt meine Möglichkeiten

und auch Fähigkeiten sind,

eine Veränderung im Großen

zu bewirken.

 

Bestehen kann ich

vor allem durch den Glauben,

dass Gott sich alles zum

Guten dienen lassen

kann und will.

 

Wie er das macht,

das weiß ich nicht.

Das muss ich auch

nicht wissen.

Das kann ich getrost ihm

überlassen.

Ich glaube nur,

dass er es kann

und tut.

 

Und ich weiß,

dass er mein bescheidenes

Bemühen um die Welt

im Kleinen, vollenden

wird. Dass ich selber

diese Welt nicht retten

kann und auch nicht muss,

weil er es schon längst

getan hat. Dafür

steht ein Name:

Jesus Christus.

Ist es nicht ein gewaltiger

Unterschied, das Leben

in diesem Glauben zu leben

und so seine Herausforderungen

zu bestehen, als wenn ich diese

Hoffnung nicht hätte?

 

Entscheiden Sie selber?

 

Ich persönlich möchte

mich an ein Wort des Theologen

Dietrich Bonhoeffer festhalten, der kurz

vor seiner Hinrichtung durch

die Nationalsozialisten

in seiner Zelle schreibt:

 

„Ich glaube, dass Gott aus allem,

auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen

lassen kann und will. Dafür braucht

er Menschen, die sich alle Dinge

zum Besten dienen lassen.

Ich glaube, dass Gott uns in jeder

Notlage soviel Widerstandskraft

geben will, wie wir brauchen.

Aber er gibt sie nicht im voraus,

damit wir uns nicht auf uns selbst

verlassen.

In einem solchen Glauben

müsste alle Angst vor der Zukunft

überwunden sein.

Ich glaube, dass auch unsere

Fehler und Irrtümer nicht

vergeblich sind, und dass es Gott

nicht schwerer ist, mit ihnen fertig

zu werden, als mit unseren

vermeintlichen Guttaten.

Ich glaube, dass Gott kein

zeitloses Fatum ist, sondern

dass er auf aufrichtige Gebete

und verantwortliche Taten

wartet und antwortet.“

 

Diesem Glauben möchte

ich Nahrung geben, immer

wieder, weil ich selber die

Erfahrung kenne, dass

mein Glaube in Gefahr steht,

angefragt zu werden

und verloren

zu gehen.

Am meisten in den

Zeiten, in denen er am

stärksten auf die Probe

gestellt wird.

 

Und dennoch bleibt

es für mich ein entscheidender

Unterschied in diesem

Glauben an Gott zu leben

oder nicht.

 

Mein Herz hat sich

für das Erste entschieden.

Mit dieser Entscheidung

weiß ich mich nicht

allein, sondern

mit allen verbunden,

die mit mir hoffen wollen,

gegen die zahllosen Anfragen

dieses Lebens und der Welt.

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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